Verschiedene Teilnehmer eines Workshops über Imkerei im Hinterland der Costa Blanca.
+
In Sicherheitskleidung gehüllt können sich Interessenten als Imker betätigen.

Wo naturbelassener Honig entsteht

An der Costa Blanca: Was summt denn da? Imker für ein paar Stunden

  • Andrea Beckmann
    VonAndrea Beckmann
    schließen

In dem beschaulichen Hinterlandort Ràfol de Almúnia bietet Nachwuchsimker Carles Gavilà Workshops bei seinen Bienen an. Der 22-Jährige möchte die Imkerei bekannter machen und zeigen, welche Arbeit dahinter steckt.

Ràfol d’Almúnia – Wussten Sie, dass eine Honigbiene in ihrem kurzen Leben nicht mehr als einen Löffel Honig produziert, Arbeitsbienen immer wieder in den gleichen Bienenstock zurückfinden oder dass sie über den Tanz miteinander kommunizieren? So tanzen Arbeitsbienen etwa im Halbkreis, wenn sie ihre Kolleginnen über eine Futterquelle informieren möchten, oder den Schwänzeltanz, wenn sich diese weiter weg vom Bienenstock befindet. Diese und andere Kuriositäten erfahren Interessenten von Carles Gavilà, wenn er mit ihnen einen Ausflug zu seinen Bienen in der Segarrià im Gemeindegebiet Ràfol d’Almúnia im Hinterland der Costa Blanca unternimmt. Der 22-jährige Imker aus dem 750 Einwohner zählenden Hinterlandörtchen hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Imkerei bekannter zu machen.

An der Costa Blanca: Der Imker Carles Gavilà nimmt Interessenten mit zu seinen Bienen

„Ich möchte, dass die Leute den traditionell hergestellten Honig besser wertschätzen lernen, seine vielen Qualitäten erkennen und sehen, wieviel Arbeit hinter der Imkerei steckt“, erklärt Gavilà. So sei die Idee entstanden, Interessenten die Möglichkeit zu geben, bei zweistündigen Workshops vorübergehend in die Rolle des Imkers zu schlüpfen. „Die Leute erhalten vor Ort eine anschauliche Einführung in die Imkerei, erfahren Kuriositäten über das Bienenvolk und wir ernten gemeinsam Honig, der natürlich auch gekostet werden kann.“ Für entsprechende Schutzkleidung sei selbstverständlich gesorgt.

Carles Gavila ist trotz seines jungen Alters durch und durch Imker.

Trotz seines jungen Alters ist Carles Gavilà, der die Führungen auch auf Englisch anbieten kann, bereits Experte auf dem Gebiet der traditionellen Honigherstellung. Auch wenn er betont, dass man in der Imkerei immer wieder Überraschungen erlebt. „Man lernt nie aus“, sagt er. „Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht wieder etwas Neues dazu gelernt habe, und das, obwohl ich mit Bienen aufgewachsen bin.“ Schon sein Großvater habe Anfang der 1940er Jahre von der Imkerei gelebt, und er habe den Beruf von seinem Vater erlernt. „Während meiner Schulzeit bin ich immer an den Wochenenden und in den Ferien mit meinem Vater zu den Bienenstöcken rausgefahren“, erzählt der junge Imker, den das Geschäft mit dem Honig vor allem im Frühjahr und Sommer an sieben Tagen in der Woche ausfüllt. „Im Winter gibt es dafür weniger zu tun“, sagt der Spanier. „Da gleicht sich das wieder aus.“ Carles Gavilà ist einer der wenigen Imker, die diesen Beruf in der Region ausführen.

Auch Imker an der Costa Blanca leisten einen wichtigen Beitrag zur Pflege der Bienen

700 Bienenstöcke mit je 70.000 bis 80.000 Bienenvölkern werden von der Imker-Familie betreut. Dabei geht es nicht allein um das Ernten von Honig. „Der Klimawandel setzt Bienen verstärkt zu“, bedauert Gavilà. „Imker leisten einen wichtigen Beitrag zu ihrer Pflege und letztendlich zu ihrem Erhalt.“ Bienen seien einfach perfekt. „Es fasziniert mich immer wieder, mit welcher unglaublichen Perfektion sie Wachs produzieren.“ Und fast andächtig fährt er fort: „Da denkst du, wie kann es sein, dass so ein kleines Insekt so etwas Großes leistet.“

Informationen zu den zweistündigen Imkerei-Workshops auf www.elserralet.com. Anmeldungen: Telefon 618 196 238 oder 696 352 903. Führungen freitags, samstags und sonntags; nach Absprache auch an anderen Tagen. Erwachsene 20, Kinder 15 Euro.