Eine Frau und ein Mann sitzen an einem Tisch und spielen Gesellschaftsspiele.
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Martine Mertens und Bernd Goldschmidt spielen sich schonmal warm: Sie wollen Ausländer an der Costa Blanca mit Gesellschaftsspielen integrieren.

Deutsche an der Costa Blanca

Integration mal anders: L‘Alfàs del Pi will Ausländer spielerisch zusammen bringen

  • Judith Finsterbusch
    VonJudith Finsterbusch
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In L‘Alfàs del Pi sollen Ausländer spielerisch neue Freundschaften knüpfen: Die Gemeinde organisiert Spielenachmittage für mehr Integration.

L’Alfàs del Pi – In L’Alfàs del Pi sollen sich Deutsche und andere Ausländer, die in dem Ort an der Costa Blanca leben, spielerisch kennenlernen. Das Ausländeramt lädt Erwachsene seit Mittwoch, 23. Februar, einmal im Monat zu Gesellschaftsspielen im Hogar del Pensionista neben dem Kulturhaus ein. Gesprochen wird bei den Spielenachmittagen Englisch, mitmachen kann jeder. Costanachrichten hat mit Ausländerstadträtin Martine Mertens und Sachbearbeiter Bernd Goldschmidt gesprochen.

Was ist die Idee hinter den Spielen?
Mertens: Wir treffen uns jeden Monat mit Vertretern von ausländischen Vereinen. Die Clubs organisieren viele Aktivitäten, aber untereinander mischen sich die Mitglieder nicht. Unser Ziel ist es, dass sie über die Gesellschaftsspiele neue Leute kennenlernen. Aber das Angebot richtet sich natürlich auch an Ausländer, die in gar keinem Verein sind.

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Warum ausgerechnet Spiele?
Mertens: Welche bessere Möglichkeit gibt es, als Gesellschaftsspiele anzubieten? Spielen kann jeder. Der erste Abend wird ein Quiz-Abend sein, danach schauen wir, was die Teilnehmer möchten. Es gibt in L’Alfàs schon Spielenachmittage für Jugendliche, die gut angenommen werden. Und auch spanische Senioren treffen sich zum Spielen.

Wie sollen die Spiele bei der Integration helfen?
Goldschmidt: Das Angebot richtet sich durchaus auch an Spanier, die beim Spielen ihre Englisch-Kenntnisse verbessern wollen. Wir tendieren dazu, unter uns zu bleiben und suchen oft den Kontakt zu Landsleuten. Ein englischer Verein ist immer auf die englische Kultur ausgerichtet. Aber der Hogar del Pensionista ist der perfekte Ort, auch mal mit Spaniern in Kontakt zu treten: Hier treffen sich die Leute aus dem Ort.

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Glauben Sie, dass die Idee aufgeht?
Goldschmidt: Für uns ist der Spielenachmittag wie eine Studie, um zu sehen, ob es funktioniert, die unterschiedlichen Nationalitäten, die an der Costa Blanca leben, zu mischen. Es ist eine Herausforderung, immer wieder neue Aktivitäten anzubieten. Bei dem Verein für klassische Musik sehen wir aber, dass es klappen kann. Dort engagieren sich Menschen aus verschiedenen Ländern, weil sie ein gemeinsames Interesse haben: die klassische Musik.

Auf welche Schwierigkeiten stoßen Sie allgemein bei der Integration von Ausländern?
Goldschmidt: Für viele war Corona ein Grund, das erste Mal überhaupt mit dem Rathaus in Kontakt zu treten. Dabei stellten viele Deutsche überrascht fest, dass hier jemand sitzt, der Deutsch spricht. Es braucht nicht immer eine gestoría, um Dinge abzuwickeln, vieles können wir auch hier klären. Und wir sind ja da, um zu helfen.
Mertens: Viele Ausländer leben seit 20 Jahren an der Costa Blanca, aber es ist nicht leicht, an sie heranzukommen. Ein großes Thema ist auch Einsamkeit, wenn etwa der Partner gestorben ist und es in der Heimat keine Kontakte mehr gibt. Wir hoffen, dass die Gesellschaftsspiele dabei helfen, neue Freundschaften zu knüpfen.

Der erste Spielenachmittag findet am Mittwoch, 23. Februar, ab 16.30 Uhr im Hogar del Pensionista neben dem Kulturhaus statt. Englisch-Grundkenntnisse reichen aus. Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldungen gehen an 629 816 197.

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