Eine Löwin sitzt zwischen Gitterstäben.
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Löwen aus der Ukraine haben an der Costa Blanca Zuflucht gefunden.

Odyssee quer durch Europa

Costa Blanca: Löwen aus Ukraine finden in Spanien neues Zuhause

  • Anne Götzinger
    VonAnne Götzinger
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Der Krieg in der Ukraine bringt nicht nur den Menschen unsägliches Leid. Auch Tiere leiden unter dem Konflikt und müssen bisweilen von ihren Besitzern zurückgelassen werden. Vier Löwen und ein Wildhund haben jetzt Zuflucht an der Costa Blanca gefunden.

Villena – Den Menschen bringt der Krieg in der Ukraine unendliches Leid, Tod und Schmerz, aber auch Tiere leiden unter der Situation in dem osteuropäischen Land. Über Haustiere aus der Ukraine, die in Deutschland ein neues Zuhause suchen*, berichtet etwa bw24.de*. Doch auch Wildtiere sind betroffen: So etwa die Bewohner einer Auffangstation östlich von Kiew. In einer dramatischen Rettungsaktion hat die Tierschutzorganisation Wild Animal Rescue Anfang März sechs junge Löwen, mehrere Tiger, zwei Wüstenluchse und einen Afrikanischen Wildhund in Transporter geladen, um sie in Sicherheit zu bringen. Ein Teil von ihnen ist nun nach einer Odyssee quer durch Europa in Spanien, konkret in der Auffangstation AAP Primadomus in Villena an der Costa Blanca, angekommen.

Auf ihrer Flucht durch die Ukraine Richtung polnische Grenze mussten die Tierschützer vor einer russischen Panzersperre kehrtmachen. Laut AAP weigerten sich die Fahrer von Wild Animal Rescue selbst bei vorgehaltener Pistole, sich von den Tieren zu trennen. Nach zwei Tagen erreichten die Transporter schließlich über Umwege die polnische Grenze. Im Zoo in Poznan, mit dem AAP bereits in der Vergangenheit zusammenarbeitete, wurden die Tiere durchgecheckt. Fünf Tage blieben sie in dem polnischen Tierpark, um wieder zu Kräften zu kommen und die lange Reise nach Spanien an die Costa Blanca antreten zu können.

Tiere aus Ukraine werden an Costa Blanca aufgepäppelt

Schließlich erreichten die Löwinnen Gyz, Kiara, Flori und Nila sowie der Afrikanische Wildhund Zair am 10. März ihr neues Zuhause im Hinterland der Costa Blanca, wo sie zunächst einmal aufgepäppelt werden sollen. „Vor allem die jüngste Löwin, Flori, bereitet uns Sorgen“, sagt Jolien Geens von AAP Primadomus. „Da sie lange mit Katzenfutter ernährt wurde, ist sie viel zu klein für ihr Alter. Wir hoffen, dass die Mangelernährung keine bleibenden Schäden hinterlässt.“ Bevor Flori in die Auffangstation bei Kiew kam, war sie das „Maskottchen“ eines Privatmanns, der die Löwin in einer kleinen Wohnung hielt und mit Katzenfutter fütterte.

Zum Thema: Hier können Sie Kleidung und Medikamente für die Ukraine an der Costa Blanca spenden.

Aber auch die anderen Tiere, die vor Kriegsausbruch erst einige Monate in der Auffangstation von Wild Animal Rescue gelebt hatten, hätten eine schreckliche Vergangenheit hinter sich. „Gyz wurde aus einem kleinen Käfig in einem Einkaufszentrum gerettet, wo der Besitzer sie mit abgelaufenen Fleisch aus dem Supermarkt ernährte“, heißt es von AAP Primadomus im spanischen Villena, wo auch schon Tigerdame Nerea aus einem Zoo in Almuñécar ein neues Zuhause gefunden hat.

Costa Blanca: Löwen aus Ukraine leben jetzt im Hinterland

Kiara hingegen wurde schon lange vor ihrem Transport an die Costa Blanca von einem ukrainischen Zoo an eine Straußenfarm verkauft, wo sie mit zwei weiteren Löwen als Touristenattraktion diente. Auch sie leidet unter den Folgen einer Mangelernährung, hat sehr schwache Knochen und weist Merkmale von vergangenen Knochenbrüchen auf. Und Nila wurde von Aktivisten aus einem Nachtclub befreit, wo sie die Gäste unterhalten sollte.

Wildhund Zair wurde in einem ukrainischen Zoo geboren und dann an eine Privatperson verkauft. Nach drei Monaten wurde bei ihm eine Erblindung festgestellt, weshalb sein Besitzer ihn zur Auffangstation Wild Animal Rescue brachte, um ihm eine bessere Lebensqualität zu ermöglichen. In Spanien soll nun untersucht werden, ob eine Augenoperation Zair die Sehkraft zurückgeben könnte.

Wer die Arbeit von AAP Primadomus an der Costa Blanca unterstützen will, kann über die Webseite der Tierschutzorganisation spenden. *costanachrichten.com und bw24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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