Ein Zweig mit rosafarbenen Mandelblüten sticht vor einem Feld mit Mandelbäumen hervor.
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Wegen Xylella ein immer seltener werdender Hingucker: Mandelblüten an der Costa Blanca.

Xylella im Fokus

Mandelblüte an der Costa Blanca: Alcalalí feiert mit kritischem Blick

  • Anne Thesing
    VonAnne Thesing
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Die Mandelblüte an der Costa Blanca steht an. So prächtig wie noch vor Jahren blüht es allerdings nicht mehr, zu viele Mandelbäume sind dem Feuerbakterium Xylella zum Opfer gefallen. Alcalalí feiert sein Mandelblütenfest trotzdem - wenn auch in veränderter Form.

Alcalalí - Fast schon kämpferisch ist der Ton in dem kleinen Dorf Alcalalí im Hinterland der Costa Blanca in diesen Tagen. „Wir geben nicht auf“, heißt es in der Ankündigung des Programms für „Feslalí“, Alcalalís Mandelblütenfest, das vom 5. bis 20. Februar seine sechste Ausgabe feiert. Mit einem entscheidenden Unterschied zu vergangenen Ausgaben: aus dem Titel „Alcalalí en flor“ (Alcalalí in Blüte) ist „Alcalalí sense flor“ (Alcalalí ohne Blüte) geworden. Schuld daran: das an verschiedenen Stellen der Costa Blanca wütende Feuerbakterium Xylella.

FeuerbakteriumBakterie
Wissenschaftlicher NameXylella fastidiosa
Höhere KlassifizierungXylella
OrdnungXanthomonadales
RangArt

Mandelblüte an der Costa Blanca: Im Schatten des Feuerbakteriums Xylella

„Das ‚Vie en Rose‘ (Leben in Rosa) sehen wir hier nicht mehr, dem hat das Feuerbakterium Xylella Fastidiosa ein Ende bereitet, das viele unserer Mandelbäume zerstört hat“, heißt es weiter bei den Organisatoren des wohl bekanntesten Mandelblütenfests an der Costa Blanca. „Aber wir halten stand, und stehen trotz Corona und Xylella bereit, um auch weiterhin das Beste von Alcalalí zu bieten. Mit weniger Mandelblüten zwar, aber mit dem gleichen Engagement wie immer.“

Und mit ein wenig Wut im Bauch, die schon im vergangenen Jahr, wäre nicht Covid und damit gar kein Feslalí gewesen, das Mandelblütenfest bestimmt hätte. „Die Landwirte sind ausgebrannt“, sagte Ana Ivars aus dem Rathaus vor einem Jahr der CN und bestätigt damit die Einschätzungen aus anderen betroffenen Gebieten an der Costa Blanca, zum Beispiel im Guadalest-Tal. Der von Europa vorgegebene und von Valencia umgesetzte Plan, vom Feuerbakterium Xylella befallene Bäume und die in ihrem Umfeld zu zerstören und das betroffene Feld fünf Jahre brachliegen zu lassen, habe seit dem ersten Auftreten in Alcalalí im Juli 2017 furchtbare Folgen gehabt. Mandelbaum-Felder in voller Produktion wurden vernichtet und dem ohnehin schon schwächelnden Sektor enormer Schaden zugefügt.“

Und nicht nur dem. „Der Mandelanbau in Alcalalí hat nicht nur eine landwirtschaftliche Dimension“, wird im diesjährigen Feslalí-Programm betont. „Er ist einer unserer größten landschaftlichen Werte, unsere Identität, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde“ – und Alcalalí seit Jahren jeweils im Februar, in voller Mandelblüte, zu einem Besucherandrang verhalf, der auch Restaurants und Läden füllte und an der Costa Blanca seinesgleichen suchte.

Mandelblüte an der Costa Blanca: Alcalalí feiert trotz Xylella

Gut besuchte Restaurants und Läden soll es auch in diesem Jahr, trotz immer weiter zurückgehender Mandelblüte, wieder geben. Dank eines attraktiven Alternativprogramms mit Führungen und Ausstellungen, das das Dorf auf die Beine gestellt hat und das neben dem Genuss auch zum Nachdenken anregen soll. Es sei „wichtig und dringend“, einen Aktionsplan zu erstellen, um „Nutzpflanzen anzubauen, die die Umwelt respektieren, und auf hochwertigen Bioanbau zu setzen“. Alcalalí werde sich der Landesregierung als idealer Ort an der Costa Blanca anbieten, um Erfahrungen zu sammeln mit neuen, gegenüber dem Feuerbakterium Xylella resistenten Mandelarten. Kurz: „In Alcalalí geben wir nicht auf“.

Mandelblüte an der Costa Blanca: Feslalí-Programm und Ausflugstipp

Das Feslalí-Programm 2022 finden sie hier.

Ausflüge in die Mandelblüte der Costa Blanca finden Sie hier.

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