Im Vordergrund sind Büsche zu sehen, im Hintergrund ein Berg mit einem Loch, durch das die Sonne scheint.
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Naturschauspiel in Spanien: Sonne scheint durch Felsloch auf altes Kloster im Vall de Gallinera.

Herbst in Spanien

Naturschauspiel an Costa Blanca: Sonne scheint durch Felsloch auf Klosterruine

  • Stefan Wieczorek
    VonStefan Wieczorek
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An besonderen Tagen im Oktober und März stellen sich an Spaniens Küste die Sonne, ein Berg und ein altes Kloster in Reihe. Forscher José Lull entdeckte das vergessene Phänomen wieder. Am Samstag und Sonntag, 2. und 3. Oktober 2021, lädt das Vall de Gallinera zu einer organisierten Beobachtung ein.

Vall de Gallinera - An der Costa Blanca eröffnet ein Naturschauspiel den Oktober und März. Im Vall de Gallinera hinter Alicante stellen sich die Sonne, ein Berg und eine Klosterruine auf sehenswerte Weise in Reihe. „Alineación solar" nennt das Tal im Südosten Spaniens das Phänomen, das immer mehr Touristen anlockt. Am Wochenende, 2. und 3. Oktober, lädt das Rathaus zu einer organisierten Beobachtung ein. Um 17.30 Uhr geht es am alten Kloster von Benitaia los. Direkt auf die Ruine wird die Sonne durch das Felsloch am Montag, dem 4. Oktober, scheinen. Warum dieses Datum von Bedeutung ist? Gleich mehr dazu.

Vall de GallineraTal der acht Dörfer an der Costa Blanca
Höhe295m
Bevölkerung589 (2018)
Bezeichnung der Bewohnervallero, vallera
ProvinzAlicante

Naturschauspiel an Costa Blanca: Sonne scheint durch Felsloch auf Klosterruine

Ein Abstecher von der Costa Blanca nach Hollywood. Film-Fans kennen die folgende Szene aus „Jäger des verlorenen Schatzes“: Archäologie-Ikone Indiana Jones steckt in einem antiken Kartenraum in Ägypten eine durchlochte Scheibe auf einen senkrecht aufgestellten Stab. Zu einer genau berechneten Uhrzeit scheint die Sonne für einige Augenblicke durch das kleine Loch und wird zu einem feinen Strahl gebündelt, der auf die Lage vom verlorenen Schatz deutet: die Bundeslade mit den Zehn Geboten. Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert das Naturschauspiel im Vall de Gallinera.

Visier der Sonne: Berg Foradà mit Loch im Gipfel im Vall de Gallinera.

In den ersten Tagen im Oktober senkt die Sonne sich - von der Klosterruine im Vall de Gallinera aus gesehen - zum Gipfel des Berges Penya Foradà. Der „durchlöcherte Berg“ ist das Kennzeichen des Tals im Hinterland der Costa Blanca und gab ihm sogar den Namen. „Gallinera" stammt vom iberischen Namen der Foradà ab. Zunächst verschwindet die Sonne hinter dem Fels des Berges, taucht aber sogleich im Felsloch auf. Wie durch ein Visier schickt sie ihre Strahlen auf das Gelände mit den markanten Baum-Reihen am Hang und bringt es für einige Minuten zum Leuchten. Dann verschwindet die mysteriöse Erscheinung.

Naturschauspiel im Hinterland: Ägyptologe fand Schatz des Vall de Gallinera wieder

Das Naturschauspiel im Tal an der Costa Blanca würde im Jahr 2021 wohl völlig unbemerkt vonstatten gehen – gäbe es nicht auch in dieser Geschichte einen „Indiana Jones“: José Lull, Ägyptologe von der Universität UAB von Barcelona. 2005 machte sich der Experte für Archäoastronomie auf die Suche nach dem verlorenen Schatz des Vall de Gallinera. Den Anfang machte der Fund einer Notiz in einem geographischen Führer von 1919. Dort las der einstige Student der Uni Tübingen von einem Phänomen, bei dem die Sonne am Tag des heiligen Franz (Francisco de Asís) durch ein Felsloch auf ein Kloster am Dorf Benitaia scheine.

„Ins Tal fuhr ich oft mit meiner Frau“, berichtet ForscherJosé Lull. Er fragte die Einwohner des Vall de Gallinera nach dem Sonnen-Ereignis, doch selbst die mit Legenden bewanderten Dorfälteren konnten nicht weiterhelfen. „Nur wenige hatten von dem Naturschauspiel gehört“, sagt Lull, „selbst gesehen hatte es keiner“. Auch von einem Kloster fehlte zunächst jede Spur. Lull stöberte in Bibliotheken und Archiven – und wurde schließlich fündig. 1611 ließen sich tatsächlich im Hinterland-Tal der Provinz Alicante, bei Benitaia Bettelmönche nieder. Franziskaner genauer gesagt, und das sei von Bedeutung, erklärt der Ägyptologe.

„Ein außergewöhnliches Gefühl. Ich hatte über Monate all die Berechnungen gemacht, alles Theoretische, aber das dann im Vall de Gallinera mit eigenen Augen zu sehen, war wirklich bewegend.“

José Lull, Ägyptologe der Uni Barcelona
Naturschauspiel an Costa Blanca: Vom Kloster im Vall de Gallinera ist der 1741 über der Quelle gebaute Brunnen übrig.

Franziskaner im Vall de Gallinera: Naturschauspiel im historischen Kontext

Ob in seinem Buch (PDF) über das Phänomen im Vall de Gallinera, oder in Vorträgen: Immer schildert José Lull den geschichtlichen Rahmen der Ankunft der Franziskaner in den Bergen im Hinterland der Costa Blanca. Nur so könne der Betrachter das Naturschauspiel in seiner ganzen auch kulturellen Tiefe erfassen. „Als die Mönche vor 400 Jahren ins Tal kamen“, erzählt der Forscher aus Barcelona, „hatte diese Gegend gerade ihre gesamte Bevölkerung verloren.“ Hundert Jahre zuvor waren das Gallinera-Tal und seine Umgebung das Land der Morisken gewesen - der zum Christentum konvertierten Mauren.

Die langjährigen Bewohner des Vall de Gallinera hatten sich nicht freiwillig taufen lassen. Es war eine zwanghafte Maßnahme zu ihrer Integration, forciert durch die „Katholischen Könige“ von Spanien. Ein Fiasko, erklärt Lull. „Im Königreich Valencia klappte das Zwangs-Bekehren überhaupt nicht“, so der Forscher. Ein ganzes Drittel der Bevölkerung machten im Königreich die Morisken aus, kamen jedoch nie über ein Dasein als Menschen zweiter Klasse hinaus. Für Billiglöhne dienten sie den selbsternannten „reinen Christen“ aus dem Adelsstand – zurückgedrängt in Landgebiete wie das Tal mit dem Felsloch im Berg.

Als Vall de Gallinera alle Bewohner verlor: Vertreibung der Morisken aus Spanien

„Das Vall de Gallinera galt als Peripherie, und das mochte die christliche Gesellschaft nicht“, sagt Lull. Katholischerseits teilten das Leben mit den Morisken im Tal an der Costa Blanca nur Wach-Soldaten auf der Burg von Benirrama – und Pfarrer, die die Sitten kontrollierten. „Aus deren Weisungen machten sich die Bewohner aber nichts“, so der Forscher, der alte Gemeindeprotokolle fand. Von einer verfallenen Kirche sei da die Rede – und von der unverblümten Praxis islamischer Bräuche unter den Morisken. Noch heute verraten die Ruinen der damaligen Siedlungen, dass die Bewohner muslimische Familien-Ordnungen aufrechterhielten.

Als König Felipe III. 1609 das Dekret zur Vertreibung der Morisken erließ, sträubte sich das Establishment von Valencia. Allerdings hatte das vor allem wirtschaftliche Gründe: Die Landherren fürchteten den Verlust ihrer billigen Arbeiter. Doch weder dieser Widerstand noch ein Aufstand der Morisken konnte die Deportation der letzteren nach Afrika verhindern. Geschlagen, geprügelt, ausgeraubt zogen die Nachfahren der stolzen Mauren gen Küste nach Dénia. Das Königreich Valencia verlor 1609 ein Drittel der Einwohner – das Vall de Gallinera so gut wie alle.

Morisken-Siedlung im Hinterland der Costa Blanca: Klare muslimische Bauweise und Lebensordnung.

Vall de Gallinera nach Morisken: Siedler aus Mallorca und Franziskaner ohne Schuhe

Mit den Morisken wurde ein ganzes Volk brutal entwurzelt. Das auf Macht fixierte Christentum in Spanien hatte seine hässlichste Fratze gezeigt. Teile der Costa Blanca wie das Vall de Gallinera wurden auf einen Schlag leer. Auf der Suche nach Ersatz für die Morisken wurde der Herzog von Gandía, Francisco Carlos de Borja, in Mallorca fündig. „Dort war er zugleich König“, erzählt Lull. „So hatte er die Gewalt über 150 Familien, die er ins Tal bringen ließ. Ihrer Heimat entrissen, ähnelten sie jedoch in gewisser Weise den Morisken.“ Nein, Muslime waren die neuen Siedler nicht, jedoch „ein ungebildetes Landvolk mit rohen Sitten“.

Bald stellte der Herzog fest, wie schwer die Integration der Neuen war. „Die Siedler brachten wieder die alten Probleme mit.“ Verstärkung musste im Vall de Gallinera her. Doch die Soldaten hatten die Burg und die heilige Inquisition die Kirchen verlassen. 1611 kam eine neue Armee, ohne Waffen und Schuhe: Franziskaner. „Die hatten in Spanien gerade viel Einfluss“, sagt Forscher Lull. Pedro von Alcántara hatte den Orden reformiert und aufs Evangelium und die Armut des Gründers Franz von Assisi zurückbesinnt. Barfuß und nur mit dem Nötigsten im Gepäck setzten die Brüder neue Impulse in einer korrumpierten Gesellschaft und Kirche.

Franziskaner-Kloster im Vall de Gallinera: Günstige Stelle an Quelle mit „reinem Bergwasser“

Der Sitz der Mönche sollte zunächst in Pego gebaut werden, nah an der Küste und der politischen Gewalt. Doch letztendlich ließ der Herzog am 11. Juni 1611 den ersten Spatenstich für das Kloster San Andrés del Monte, „Sankt Andreas vom Berg", mitten im Vall de Gallinera setzen. Gewählt wurde eine günstige Stelle im Herzen des Tals an der Costa Blanca. Die Franziskaner bauten das Kloster am Hang über dem Dorf Benitaia, direkt bei einer Quelle mit Bergwasser, über das eine Chronik von 1665 urteilt, es sei „so rein, sanft und süß, dass, soviel man auch trinkt, es keinen Schaden antut, sondern es den Körper erquickt“.

Von den Kräften der Quelle angetrieben, feierten die Franziskaner im Vall de Gallinera bald erste Erfolge. Die Brüder mit den braunen Kutten und weißen Strickgürteln wurden gar zum Kennzeichen des Tals. Der Orden wuchs von zuerst neun auf 22 Mönche im Jahr 1732. Mit einer Glocke, die dank der zentralen Lage quer durchs Tal schallte, riefen sie die Armen zum Essen. In den acht Dörfern gewannen die Mönche viele Sympathien. „Urkunden berichten, dass Einwohner vor dem Tod wünschten, in der Tracht der Mönche begraben zu werden“, lacht Lull. „Andere wollten im Kloster begraben werden, statt im eigenen Dorf.“

Franziskaner von Alicante: Gemälde im Hinterland der Costa Blanca.

Kloster im Vall de Gallinera: Franziskaner priesen Sonne im Gesang

Zweimal wurde das Franziskaner-Kloster im Vall de Gallinera zerstört, 1644 durch Erdbeben, 1707 durch den Erbfolgekrieg, zweimal bauten die Brüder es wieder auf. Die dritte Zerstörung aber war endgültig, 1835 durch die Kirchen-Enteignungen des 19. Jahrhunderts. Diese fielen im Tal an der Costa Blanca so brutal aus, dass an der Klosterruine nur noch Reste erhalten sind, wie der Brunnen, den die Mönche 1741 über der Quelle errichteten. An den Kloster-Hof erinnert noch ein kleines Feld mit Steinaltar, auf dem gelegentlich Gottesdienste gefeiert werden. In einer Kirche ohne Wände, in der statt Säulen Zypressen die Schiffe bilden.

„Das Kloster bestand aus mehreren Gebäuden: Einer kleinen Kirche und mehreren Kapellen“, erklärt José Lull. Das Naturschauspiel, bei dem die Sonne durch den Berg scheint, warf das Licht ausgerechnet am Tag des Franziskaner-Patrons Franz von Assisi auf den Komplex. Das berechnete José Lull. Angesichts der geringen Maße des Felslochs sei das Phänomen an der Stelle des Klosters nur zwei Minuten lang an maximal zwei aufeinanderfolgenden Tagen zu sehen – darunter immer der 4. Oktober „Wir können uns heute nur noch vorstellen, wie der Strahl durch ein Fenster einbrach und eine Figur des Heiligen zum Leuchten brachte“, mutmaßt Lull.

Womöglich stimmten die Brüder dabei den „Sonnengesang“ an, Franz‘ berühmtes „Laudato si´“an die Schöpfung, in der er über „Bruder Sonne“ dichtete: (Youtube: Version auf Deutsch von Angelo Branduardi)

Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen,
besonders dem Herrn Bruder Sonne, der uns den Tag schenkt und durch den du uns leuchtest.
Und schön ist er und strahlend in großem Glanz: von dir, Höchster, ein Sinnbild.

Naturwunder an der Costa Blanca: Immer um 18.20 Uhr in Alicante

Bevor Forscher Lull im Vall de Gallinera in solche Arien ausbrach, musste er noch einige Studien anstellen. Immer wieder fuhr der Forscher, von Kollegen und Angehörigen begleitet, ins Tal und erstellte Karten, auf denen er Beobachtungspunkte festlegte. Von denen aus verfolgte er, wie der Weg der Sonne nach dem Herbst-Äquinoktium sich gen Berg Foradà neigte. „Es sah stark danach aus, dass das Ereignis tatsächlich stattfinden würde.“ Zuletzt kalkulierte Lull die Uhrzeit – immer um 16.20 Weltzeit, also 18.20 Uhr an der Costa Blanca. „Was nun fehlte, war die kostbarste Probe – die Beobachtung des Naturschauspiels vom alten Kloster aus.“

Costa Blanca: José Lull entdeckte das Phänomen mit der Sonne im Vall de Gallinera wieder.

Doch ausgerechnet an den ersten Oktober-Tagen 2005 verbarg an der Costa Blanca schlechtes Wetter die Sicht. Monatelang übte sich Lull in Geduld. Doch auch im folgenden Jahr bildeten sich kurz vor dem Phänomen, bei dem Sonne, Berg und Kloster eine kosmische Einheit bilden, urplötzlich Wolken. „Es war wie ein Fluch“, erzählt der Ägyptologe. Doch am zweiten Tag gelang es ihm, Zeuge vom Naturschauspiel zu werden. „Ein außergewöhnliches Gefühl“, schwärmt der Forscher. „Ich hatte all die Berechnungen gemacht, alles Theoretische, aber das dann auch vor Ort zu sehen, war wirklich bewegend.“

Naturschauspiel an der Costa Blanca: All, Erde und Mensch für zwei Minuten auf einer Linie

Dabei waren für Ägyptologe Lull architektonische Sonnen-Effekte keine Neuheit. Selbst bereist hatte er den ägyptischen Felsentempel Abu Simbel, in dem die Sonne zweimal im Jahr Statuen heiliger Gestalten zum Leuchten bringen. Oder die Maya-Pyramide Chichén Itzá in Mexiko, in der Licht-und Schattenspiele eine mysteriöse Schlange zum Vorschein bringen. Wie bei den genannten Wundern der Architektur, ist auch im Fall des Klosters im Vall de Gallinera die ursprüngliche Absicht der Baumeister, das Naturwunder an der Costa Blanca auszunutzen, nicht eindeutig zu belegen.

José Lull legt sich im Fall der Franziskaner-Mönche im Hinterland der Costa Blanca jedoch fest: Absicht. „Es ist ein so kleiner Lichtkegel, dass, wenn man einige Meter links oder rechts steht, man ihn schon nicht sieht.“ Entsprechend präzise hätten die allein von ihrer Frömmigkeit her naturverbundenen Brüder die Umwelt beobachtet. Das Naturwunder mit der Sonne am Berg deuteten sie als kosmische Begegnung: Weltall, Erde und Mensch auf einer Linie. Für zwei Minuten kehrte in eine zerrüttete Schöpfung Harmonie ein. „In jener Epoche schaute man eben auch mehr Richtung Himmel als heute“, meint Lull nachdenklich.

Naturschauspiel mit der Sonne im Vall de Gallinera: Finden Sie José Lull?

Bier zum Naturschauspiel: Ein Schatz, der nicht in Stein gemeißelt ist

Dass der Blick im Vall de Gallinera wieder regelmäßig nach oben fällt, ist dem Ägyptologen zu verdanken. Im Jahr nach seiner Entdeckung reiste José Lull aus Barcelona noch mit einer kleinen Gruppe zur Begegnung der Sonne mit dem Berg Foradà an, in den verganenen Jahren strömten zum Tag des Franz von Assisi hunderte Touristen ins mauerlose Kloster im Hinterland von Alicante. Das Rathaus, Restaurants und Herbergen fördern mittlerweile das auch aus kulturhistorischer Perspektive spektakuläre Naturschauspiel. Sogar eine neue Bier-Marke aus Dénia wirbt dafür auf ihrem Etikett..

In der Gruppe der Beobachter des Naturschauspiels im Hinterland der Costa Blanca dabei ist, inmitten von Studenten, immer auch José Lull. Auch nach 15 Jahren hat die „Alineación Solar" für ihn den Reiz nicht verloren. Voller Herzblut sind seine Vorträge, in denen er auch immer den geschichtlichen Kontext des Klosters schildert. Die traurige Geschichte um die Morisken, auf die erst die Siedler aus Mallorca und dann die Franziskaner folgten. Hätten die Mönche mit ihrem Ansatz des Dienstes am Menschen wohl, wenn sie vor 1609 ins Vall de Gallinera gekommen wären, das Drama um die Morisken aufhalten können?

Das weiß auch ein José Lull nicht. Sicher hinterließ der Orden im Vall de Gallinera jedoch in den Ruinen des Klosters einen wertvollen Kontrast als Erbe, auch für heutige Zeiten. Gerade aus christlicher Sicht warfen die Franziskaner vor 400 Jahren einen Lichtstreif in eine Gesellschaft der zu Stein gewordenen Herzen. An die Brüder mit den braunen Kutten erinnert auch in Corona-Zeiten weiter das Naturwunder mit der Sonne, die durch den Berg strahlt. Auf das Kloster leuchtet sie im Laufe des Jahres überigens noch ein zweites Mal. Der Zufälle nicht genug, immer am 9. März, dem Tag der heiligen Franziska.

Es scheint, als seien alle Menschen gleichberechtigt, am verlorenen Schatz des Vall de Gallinera teilzuhaben. Einem, der nicht in Stein gemeißelt und in Gold verpackt ist, wie die Zehn Gebote im „Indiana Jones“-Film. Sondern einem, der wie ein heller Lichtstrahl selbst Felsen durchdringt.

Naturereignis an Costa Blanca: Kosmos, Erde, Mensch auf einer Linie.

Infos zur Beobachtung 2021 - Naturschauspiel im Vall de Gallinera

Am Montag, 4. Oktober, scheint die Sonne durch den Berg Foradà direkt auf die Ruine. In den Tagen zuvor und danach sieht man den Lichtkegel durch die Umgebung des Klosters wandern. Am Samstag und Sonntag, 2. und 3. Oktober, finden am Standort über Benitaia ab 17.30 Uhr organisierte Beobachtungen statt. Vor Ort teilen Experten Besuchern die genauen Beobachtungspunkte mit. Zudem werden Schutzbrillen verkauft. Ohne eine solche darf man auf keinen Fall in die Sonne schauen. Beeindruckend sei auch die Beobachtung des Naturschauspiels aus der Ferne, berichtet José Lull. „Bei hoher Luftfeuchtigkeit ist der Strahl am besten zu sehen“, erklärt der Forscher.

Wer das Schauspiel verpasst, aber nicht bis zur heiligen Franziska im März warten will, kann um den 13. Dezember in der Nähe ein ähnliches Phänomen bewundern. In Penáguila bei Alcoy scheint die Sonne durch den Felsbogen der Santa Lucía und spendet, einer Legende zufolge, Frauen, die schwanger werden wollen, Fruchtbarkeit. Aber das ist eine andere Geschichte der Costa Blanca.

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