Der Haut Gutes tun

Oliva: Bewohner an der Costa Blanca schwören auf die Heilkraft der Font Salá

  • vonAndrea Beckmann
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Im Naturpark Marjal Pego-Oliva liegt eine Quelle, die es in sich hat. Dem Wasser, dessen Temperatur nie unter 25 Grad Celsius sinkt, werden heilende Kräfte nachgesagt.

  • Oliva: Die Quelle Font Salá, deren Wasser heilende Kräfte nachgesagt werden, zieht das ganze Jahr über Badegäste an.
  • Die Heilquelle wird ständig durch die Flüsse Racons und Bullent mit frischem Wasser versorgt.
  • An der Quelle, die an zwei Stellen entspringt und früher Ull’ Al del Burro (Quelle des Esels) genannt wurde, soll sich ein Wunder ereignet haben.

Oliva - Es ist Essenszeit. In der Bar der Font Salá im unter Naturschutz stehenden Feuchtgebiet Marjal Pego-Oliva haben sich Gäste aus verschiedenen Ländern unter den Schatten spendenden Sonnendächern eingefunden. Eine Speisekarte gibt es nicht. Auf den Teller kommt, was der Kellner empfiehlt. Und das ist das, was an diesem Tag auf den Grill kommt.

Ein wenig chaotisch ist der Service, doch das Warten auf das Essen lohnt sich. „Schon lange nicht mehr so eine saftige Hühnerbrust gegessen“, schwärmt eine Deutsche, während sie an ihrem tinto de verano, Sommer-Rotwein, nippt. Ihr spanischer Partner macht sich derweil begeistert über eine üppige Lammkeule her.

Stadt Oliva
Autonome Region Valencia
LandkreisLa Safor
Einwohner25.100 (Stand 2019)
NaturschutzgebietMarjal Pego-Oliva

Oliva: An der salzigen Quelle Font Salá finden sich Menschen ein, die an die Heikraft des Wassers glauben

An der Font Salá, der „salzigen Quelle“ , die zuweilen auch Font Salada genannt wird, ist an diesem Sonntag ziemlich viel Betrieb. Das Naherholungsgebiet zieht vor allem Menschen an, die an die Heilkraft des Wassers glauben. Ein Handtuch muss man nicht unbedingt dabei haben, wenn man sich zu einem Kurbad aufmacht. Kenner der Quelle an der Costa Blanca wissen: Erst wenn man das Wasser von der Sonne auf der Haut eintrocknen lässt, kann sich seine Heilkraft richtig entfalten.

Darauf schwört zum Beispiel Manuel Rodríguez. Der Spanier aus Valencia verbringt den Juli in seiner Ferienwohnung in Dénia und kommt täglich für zwei, drei Stündchen zu der Quelle, um ein um das andere Mal in das schwefelhaltige Wasser abzutauchen. Rodríguez glaubt an die Heilkraft des mit Schwefel durchsetzten Wassers, die die Durchblutung fördern soll. „Ich fühle mich nach den Kurbädern phantastisch“, sagt der Spanier und berichtet, dass er Leute kennt, die das Wasser trinken und sich sogar welches abfüllen und mit nach Hause nehmen.

Vor vielen Jahren soll sich an der Font Salá ein Wunder ereignet haben, bei dem ein Esel eine Rolle spielte

In Oliva erzählt man sich, dass sich an der Quelle, die an zwei Stellen entspringt und früher Ull’ Al del Burro (Quelle des Esels) genannt wurde, ein Wunder ereignet haben soll. So habe vor etwa 100 Jahren ein verzweifelter Bauer seinen kranken Esel zu der Quelle gebracht, nachdem dieser nicht gesund werden wollte. Das Tier habe an einer scheinbar unheilbaren Hautkrankheit gelitten.

Im Naturpark wird übrigens auch Reissorten Bombon und Bomba angebaut, die Spitzenköche für die Paella verwenden. Der Marjal von Pego-Oliva ist nach der Albufera das größte Reisanbaugebiet in der Region Valencia,

Weil sich der Bauer nicht mehr zu helfen wusste, habe er den Esel an der Quelle zurückgelassen. „Als er nach einer Woche nach ihm schaute, sei er auf wundersame Weise geheilt gewesen“.

Die Quelle Font Salá in Oliva ist bei Einheimischen und Gästen sehr beliebt.

Die Bewohner Olivas sind stolz auf die Font Salá, die das ganze Jahr über konstant 25 Grad warm sein soll. Die Therme sei lange Zeit ein mit Wasserpflanzen verwucherter Tümpel gewesen, berichtet ein Gemeindesprecher. „Die Quelle befand sich in Privatbesitz. Sie gehörte einer Frau aus dem Dorf, die in ihrem Testament verfügte, dass sie den Einwohnern von Oliva gehören soll.“ Die Gemeinde sei damit verpflichtet gewesen, sie zur Nutzung der Bürger zu säubern.

Olivas Wunderquelle befindet sich in einem weitläufigen Sumpfgebiet

Die Wunderquelle befindet sich innerhalb des rund 1.250 Hektar großen Naturparks, der sich über die Gemeindegebiete Oliva und Pego erstreckt. Das weitläufige Sumpfgebiet war vor langer Zeit eine Meereslagune. Noch heute wird der Marjal ständig durch die Flüsse Racons und Bullent mit frischem Wasser versorgt und bietet aufgrund seiner sauberen Gewässer unzähligen Pflanzen- und Tierarten einen intakten Lebensraum.

Bei Anglern sehr beliebt sind die unzähligen Kanäle, die sich durch den Naturpark ziehen. Leicht ist es allerdings nicht, an eine Angelerlaubnis zu kommen. Die Bestimmungen des valencianischen Umweltministeriums schreiben dafür eine Mitgliedschaft in einem der beiden Anglervereine von Pego oder Oliva vor.

Rubriklistenbild: © Andrea Beckmann

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