Ein Mann zeigt eine Mispel, die an einem Baum hängt.
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Einige Mispeln sind bei dem Regen aufgeplatzt oder haben braune Flecken bekommen.

Mispeln aus Spanien

Regen zerstört Teil der Mispel-Ernte aus Callosa - Fuentes del Algar wieder geöffnet

  • Judith Finsterbusch
    VonJudith Finsterbusch
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Erst fürchteten die Bauern eine Dürre, dann kam plötzlich zu viel Wasser. An der Costa Blanca hat der Regen einen Teil der Mispel-Ernte zerstört. Auch Callosas zweite Attraktion, die Fuentes del Algar, wurden stark beschädigt, das Flussbad ist jetzt aber wieder geöffnet.

Update, 14. April: Die Fuentes del Algar sind ab dem heutigen Gründonnerstag, 14. April, wieder geöffnet. Noch kann der Besuch in dem beliebten Flussbad an der Costa Blanca wegen der immer noch starken Strömung allerdings nicht in gewohnter Form stattfinden.

Erstmeldung, 11. April: Callosa d’en Sarrià – Es sind einfach verdammt empfindliche Früchtchen, diese Mispeln aus Spanien: Kaum trifft ein Regentropfen auf die orangefarbene Haut, antwortet diese mit einem hässlichen braunen Fleck oder platzt gleich ganz auf. Was in den letzten Wochen im Hinterland der Costa Blanca vom Himmel stürzte, waren aber wahrlich mehr als ein paar Tropfen. Trotzdem sind die Mispelbauern in Callosa d’en Sarrià mit einem blauen Auge davongekommen – dem Wetter zum Beginn des Jahres sei Dank.

Großteil der Mispeln gerettet - Regen kam für die meisten Sorten genau richtig

„Da es in den Wochen vor dem Regen eher kalt war, sind die Mispeln noch nicht reif. Die meisten hat der Regen also klein und grün erwischt, und da richtet das Wasser noch keinen Schaden an“, sagt Esteban Soler, Agraringenieur bei der Kooperative Ruchey in Callosa, der Hauptstadt der Mispeln an der Costa Blanca. Einige Landwirte klagen dennoch über Ernteverluste – diejenigen, die frühe Sorten anbauen, die schon im März reif sind.

„Die Früchte, die kurz davor waren, gepflückt zu werden, sind kaputt. Sie können nicht verkauft werden und landen direkt auf dem Boden“, sagt Rafael Gregori, Mispelexperte aus Callosa beim Bauernverband Asaja. Dazu kommen eingestürzte Mauern und andere Schäden auf den Plantagen. Auf den Feldern mit Frühsorten rechnet Gregori mit Verlusten zwischen 15 und 20 Prozent: „Das Wasser führt dazu, dass die Früchte rasch wachsen und die Haut schließlich aufplatzt“, erklärt Gregori. Aber, da sind sich Gregori und Soler einig: Für die meisten Mispeln war der Regen ein Segen.

Schöne große Mispeln dieses Jahr - Sofern es nicht noch einmal regnet an der Costa Blanca

„Für die späteren Sorten kam er genau zum richtigen Zeitpunkt und sorgt dafür, dass die Früchte schön groß werden“, so Soler. Noch vor wenigen Wochen waren die Landwirte im Hinterland der Costa Blanca ernsthaft besorgt wegen der drohenden Dürre. Jetzt rechnet die Kooperative mit 13.000 bis 15.000 Tonnen Mispeln in diesem Jahr, die verlorenen Kilos der zerstörten Frühsorten dürften die nach dem Regen schön dicken Früchte wieder wettmachen.

Dennoch: Asaja spricht von 640 Litern Regen auf den Quadratmeter in Callosa bis 30. März, Soler von 180 Litern binnen sechs Stunden allein am Samstag vor zwei Wochen, als am Stausee von Guadalest die Schleusen geöffnet wurden. „Es reicht jetzt mit dem Regen“, sagt Soler. Die Bauern wollen auf ihre Felder, nach Ostern geht die Mispel-Ernte in Spanien in ihre Hochphase.

Fuentes del Algar geschlossen: Schäden am Flussbad nach heftigem Regen

Apropos Ostern: Auch die zweite Berühmtheit in Callosa, die Fuentes del Algar, hat mit den Wassermassen ein Hühnchen zu rupfen. In Sozialen Medien haben Nutzer das bekannte Flussbad an der Costa Blanca längst in „Catarratas del Algar“ umbenannt (Algar-Wasserfälle), noch immer braust das Wasser dort in nicht gekannten Mengen abwärts, der erneute Regen Anfang letzter Woche tat sein Übriges.

In den Fuentes del Algar rauscht das Wasser immer noch abwärts. Das Flussbad in Callosa wurde bei dem Regen beschädigt.

„Die großen Brücken sind zerstört, es wird dauern, bis alles wieder aufgebaut ist. Das Rathaus muss die Arbeiten ausschreiben, vergeben, ausführen lassen. Und das alles mit den Osterferien vor der Brust“, heißt es aus der Tourist Info. Über die Karwoche bleiben die Fuentes in jedem Fall geschlossen, noch wäre der Besuch dort auch zu gefährlich. Callosa hofft jetzt auf den Sommer. Und davor auf eine erfolgreiche Mispelkampagne. Und zuallererst darauf, dass es nicht mehr regnet.

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