Spaziergänger auf der Promenade Marineta Cassiana in Dénia. Im Hintergrund ein Fahrradfahrer.
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Spaziergänger und Radfahrer kommen sich nicht selten in die Quere.

Runter von der Promenade

Costa Blanca: Neue Richtlinien für Rad- und E-Roller-Fahrer

  • Andrea Beckmann
    VonAndrea Beckmann
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Wo Fußgänger und Radfahrer aufeinandertreffen, sind Unfälle nicht selten. Radler sprinten gerne über Promenaden und machen zuweilen auch nicht vor Bürgersteigen Halt. Auch Elektrorollerfahrer sind Spaziergängern zuweilen ein Dorn im Auge.

Dénia – Spaniens Passanten können ein Liedchen davon singen. Man bummelt über eine verkehrsberuhigte Strandpromenade oder durch eine Fußgängerzone, froh, den motorisierten Verkehr hinter sich gelassen zu haben. Doch dann wird die Freude durch brenzlige Situationen getrübt. Mit hoher Geschwindigkeit rasen Radfahrer an der Costa Blanca mit ihrem Rennrad so haarscharf an einem vorbei, dass man ihren Fahrtwind spürt, und kaum ist der Schreck verflogen, taucht wie aus dem Nichts ein E-Roller-Fahrer auf.

Dénia Spanien
Autonome GesellschaftValencia
ProvinzAlicante
LandkreisMarina Alta
Fläche 66,2 km2
Einwohner 42.166 (1.1.2019)

Situationen wie diese passieren nicht selten, oft führen sie gar zu Unfällen, in die meistens ältere Leute verwickelt sind. Menschen, die auf eine solche Situation nicht schnell genug reagieren können, weil sie in einer verkehrsberuhigten Zone nun mal nicht mit Rad- und Rollerfahrern rechnen.

Costa Blanca: Der Küstenort Dénia hat eine Änderung auf den Weg gebracht, die für Radfahrer eine Reihe von Einschränkungen beinhaltet

Darauf reagierte nun die Stadt Dénia in der Region Alicante. Das Rathaus hat am Donnerstag eine Änderung der Verkehrsverordnung auf den Weg gebracht, die eine Reihe von Einschränkungen beinhaltet, die sich vor allem an Fahrer von Rennrädern und Elektrorollern richten. Die Verschärfung der Vorschriften soll Spaziergängern auf verkehrsberuhigten Straßen und Promenaden, aber auch auf Bürgersteigen mehr Sicherheit bieten.

Rad- und E-Roller-Fahrer dürfen laut den neuen Vorschriften nicht mehr in verkehrsberuhigten Straßen fahren. Dies war bislang noch erlaubt, wenn die Straße breiter als fünf Meter war. So etwa in den Straßen Cop, La Mar oder Diana. Außerdem wurde die höchstzulässige Geschwindigkeit auf 25 km/h beschränkt, und Fahrer sind verpflichtet, einen Schutzhelm zu tragen. Außerdem muss das Fahrzeug vorne mit einem weißen Vorder- und einem roten Rücklicht ausgestattet sein.

Promenaden sind beliebt bei Radlern.

Costa Blanca: Auch Radler und E-Roller-Fahrer müssen sämtliche Verkehrsregeln beachten

Auch das Mindestalter für das Führen von Elektrorollern ist Bestandteil der neuen Verordnung. Mindestens 15 Jahre alt muss man in Dénia sein, wenn man einen Elektroroller fahren will. „Manche Kommunen haben das Mindestalter für Elektroroller auf 18, andere auf 15 Jahre festgelegt“, erklärt der Stadtrat für Bürgersicherheit, Javier Scotto. „Wir haben uns für ein Alter entschieden, in dem Jugendlichen auch das Fahren von Kleinkrafträdern gestattet ist.“ Hier der Hinweis des Stadtrats: „Auch beim Führen eines Elektrorollers oder eines Rennrads sind die Verkehrsregeln wie im normalen Straßenverkehr einzuhalten. Gleiches gilt auch für den Konsum von Alkohol. Alkohol am Steuer sollte tabu sein.“ Scotto wies darauf hin, dass die Unfälle zwischen E-Rollerfahrern und Passanten landesweit zugenommen hätten. In Dénia hielten sich diese Unfälle bislang noch in Grenzen. Mit der neuen Verordnung wolle man dafür sorgen, dass sich daran auch nichts ändert.

„Aus der Sicht eines Spaziergängers kann ich verstehen, dass die Nutzung von Rennrädern verschärft wird“, sagt Emilio González, der mit seinem Rennrad täglich in Las Marinas oder Las Rotas und auf dem Montgó unterwegs ist. „Manche Fahrer verhalten sich doch sehr leichtsinnig Passanten gegenüber“, meint er. Bedauern würde er es aber, wenn er bald nicht mehr über die Promenade von Las Rotas fahren könnte, sagt González. „Vor allem im Sommer herrscht auf der Straße von Las Rotas sehr viel Verkehr, da weicht man gerne auf die Promenade aus.“ Hier will die Stadt ebenso wie bei der Calle Marqués de Campo noch einmal mit sich reden lassen. Laut Scotto sind dazu Versammlungen mit Sport- und Anwohnervereinigungen geplant, um das Thema „Fahrverbot ja oder nein“ auf diesen Strecken zu diskutieren.

Zum Thema: Finger weg vom Handy, Fuß vom Gas - Spaniens neue Verkehrsregeln 2022.

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