Spaniens Urlaubsparadies Costa Blanca

Costa Blanca: Meer, Sonne, Licht - wo das Klima noch ein Anziehungsfaktor ist

  • vonStephan Kippes
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Sonne, Strand und Meer locken sechs Millionen Touristen jährlich an die Costa Blanca. Die spanische Urlaubsregion macht nicht nur Badegäste glücklich. Berge und Hinterland stehen bei Aktivtouristen hoch im Kurs.

  • Die Costa Blanca lockt Touristen mit Strand, Sonne und Meer.
  • Weißgetünchte Häuser im Sonnenlicht gaben der Costa Blanca ihren Namen.
  • Costa Blanca im Klimawandel: Herbststürme bedrohen das Ferienparadies.

Alicante - Als Costa Blanca bezeichnet man das Gebiet der Provinz Alicante, das sich entlang der Mittelmeerküste Spaniens vom Kreis Marina Alta rund um die Stadt Dénia bis hinunter in das Obst-und Gemüseanbaugebiet der Vega Baja mit der Kreisstadt Orihuela und dem Touristenzentrum Torrevieja zieht.

Die Costa Blanca lockt im Sommer Familien an, die an ihren Stränden ihren Badeurlaub verbringen. Die Urlauber mieten sich vorwiegend in Ferienhäuser und Ferienapartments entlang der Küste ein, die in der Nebensaison von Langzeiturlaubern und Freiberuflern aus ganz Europa aufgrund des hervorragenden Klimas genutzt werden. Wer in seinen Urlaub gerne im Hotel untergebracht ist, findet in Dénia und Calpe, vor allem aber in Benidorm und Alicante sowie in Torrevieja ein größeres Angebot. Die Region lockt auch mit Urlaub auf Campingplätzen in Strandnähe und einigen Romantikhotels in zweiter Küstenlinie und in den Bergen.

Costa Blanca: Zwei Millionen Einwohner zwischen Dénia und Torrevieja

Die Costa Blanca und die Provinz Alicante liegen in der Comunitat Valenciana, eine der 17 Autonomen Regionen Spaniens, in der fast fünf Millionen Menschen leben. Neben der knapp 1,9 Millionen Einwohner starken Provinz Alicante gehören die beiden Provinzen Valencia und Castellón zur Region Valencia, die wiederum an der südlichen Küste an die Region Murcia, im Landesinneren an Kastilien-La Mancha im Südwesten und an Aragón im Nordwesten sowie an der nördlichen Küste an Katalonien grenzt.

Kaum eine Küste bietet so viele verschiedenartige Strände wie die Costa Blanca. Zwischen breiten Stadtstränden, die Touristen von Dénia bis Torrevieja in jedem Küstenort finden, locken etwa Guardamar und Oliva mit ihren Dünenstränden.  

Costa Blanca bietet für jeden Bade-Geschmack den perfekten Strand

Einen so urigen Strand mit Steinen wie etwa den Almadrava-Strand in Els Poblets findet man nur noch selten, auch das Badeerlebnis in dem kristallklarem Wasser an den Steinstränden von Altea und El Albir ist etwas ganz Besonderes.

Wer gerne schnorchelt, zieht vielleicht die Felsenküste zwischen Dénia und Jávea oder die Buchten von Moraira und Benissa vor. Die landschaftlich schönsten Buchten liegen in Jávea, im Gebiet von Portitxol und in der Granadella.

Costa Blanca: Die Granadella in Jávea zählt zu den beliebtesten und landschaftlich schönsten Buchten in Spanien.

Der Levante- und Ponientestrand in Benidorm oder der Strand von San Juan in Alicante gelten mit als die am besten ausgestatteten Stadt- und Familienstrände. Die Stadt mit schönsten Stränden soll übrigens Villajoyosa sein.

Costa Blanca: Strand, Sonne und Meer inspirierten Tourismusmanager zum Namen

Beim Begriff Costa Blanca - was übersetzt „Weiße Küste“ heißt - handelt es sich um eine Wortschöpfung der Tourismusindustrie, die auf den Farbkontrast zwischen kalkweißen Häusern, den kristallinen Lichtspiegelungen auf dem Meer und dem strahlend blauen Himmel anspielt. Damit wird seit den 1950er Jahren so erfolgreich für die Region geworben, dass der Begriff sich verselbstständigt und im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert hat. Gesprochen wird an der Costa Blanca übrigens nicht nur Spanisch, sondern zumindest nördlich von Alicante und im Hinterland auch die regionale Amtssprache Valenciano, das der katalanischen Sprache zugerechnet wird.

Die Costa Blanca und ihre malerischsten Orte Altea, Jávea und Moraira

So malerische Orte wie der Name Costa Blanca suggeriert sind Altea, Jávea und Moraira, da sie an der Küste liegen und ihren weißen Dorfkern erhalten haben. Die bedeutendste Urlaubsstadt ist allerdings das britisch geprägte Benidorm im Kreis der Marina Baja, weitere beliebte Tourismusorte sind Dénia, Calp, Villajoyosa, Alicante, Torrevieja und Orihuela Costa.

Südlich davon beginnen das Mar Menor und die Region Murcia, die wiederum mit der Marke Costa Cálida -warme Küste - um Touristen wirbt. Nördlich von Dénia und ab Oliva beginnt die Costa del Azahar - was so viel wie „Küste der Orangenblüte“ heißt.

Costa Blanca lockt mit hervorragendem Klima

Aufgrund ihres milden mediterranen Klimas zieht die Costa Blanca - ähnlich wie die auch die Costa del Sol im Süden Spaniens - sowohl Urlauber als auch Langzeittouristen aus ganz Europa an, im Jahr 2019 erfasste man mehr als sechs Millionen ausländische Besucher. Das Mikroklima etwa in Alfaz del Pi mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 17,9 Grad und einer Niederschlagsmenge von 484 Millimetern rangiert unter den angenehmsten Europas.

Selbst im kältesten Monat, im Januar, liegen an der Costa Blanca die Tageshöchsttemperaturen bei durchschnittlich 16 Grad. Natürlich kann das Wetter auch an der Costa Blanca mal zu wünschen übrigen lassen und die Temperaturen mal in den Keller fallen. Die durchschnittlichen Tiefsttemperaturen können auf sechs Grad sinken. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beläuft sich auf 382 Millimeter. Von April bis November regnet es eher selten an der Costa Blanca.

Costa Blanca: Felsen, Stein und Sand: An der Las-Rotas-Promenade in Dénia kann man vier Kilometer an einer tollen Küstenkulisse entlang spazieren.

Die ersten Deutschen siedelten sich in den 1950er Jahren dort an, auch einige ehemalige Nationalsozialisten fanden unter dem Schutz des Diktators Franco Unterschlupf. Der Aufschwung der Tourismus setzte erst mit der Demokratisierung ein. Benidorm und die Costa Blanca zählen heute zu den Motoren der spanischen Tourismusindustrie.

Costa Blanca zählt auf Tourismusmodell aus Strand und Sonne

Das Erfolgsmodell basiert auf dem Konzept „Sol y Playa“ - also Strand und Sonne. Das kommt insbesondere bei den Briten gut an, zieht im Sommer aber auch sehr viele spanische Familien in die Region, da die Costa Blanca nicht nur günstig ist, sondern von Madrid aus gut an Autobahnen, an den Flughafen Alicante und den Flughafen Valencia sowie an den Hochgeschwindigkeitszug AVE angebunden ist.

Eine Karte der Costa Blanca:

Die Costa Blanca reicht von der Marina Alta um Dénia bis zur Vega Baja im Süden der Provinz Alicante.

Costa Blanca von Bauboom und Klimawandel bedroht

Mit dem Boom einher geht der Bau von immens großen Ferienhaussiedlungen, Golfplätzen - die Region Valencia zählt inzwischen 35 - und Themenparks, die seit den 1990er Jahren das Gesicht der Küste prägen, aber längst auch auf Kritik in der Bevölkerung stoßen. Die gestiegenen Immobilienpreise stellen das Tourismusmodell auch vor neue Herausforderungen, da es zunehmend schwer wird, genügend Käufer für die Objekte zu finden. Ferner suchten in jüngster Vergangenheit vermehrt starke Unwetter im Herbst und im Winter die Region heim, die Überschwemmungen und Sachschäden anrichteten. Meteorologen bringen die Stürme und Wetterphänomene - Gota fría oder Kaltlufttropfen genannt - mit dem Klimawandel in Verbindung.

Gastronomie der Costa Blanca als Tourismusmagnet

Seit der Finanz- und Immobilienkrise versucht die Costa Blanca verstärkt mit ihrer hervorragenden Gastronomie Touristen anzulocken, sei es mit Reisgerichten wie der Paella oder mit Fisch-und Meeresfrüchten. Dazu haben Starköche wie der Drei-Sterne-Koch Quique Dacosta in Dénia oder der deutschen Sternekoch Bernd Knöller in Valencia maßgeblich beigetragen.

Auch die regionalen Produkte aus dem Hinterland erfreuen sich bei Touristen zunehmend großer Beliebtheit, vorneweg Wein, Rosinen und Wurstwaren sowie Obst und Gemüse. Eine deftige Spezialität ist der Ofenreis arroz al horno.

Aus wirtschaftlicher Sicht war in den vergangenen Jahren eine starke Konzentration auf den Dienstleistungssektor und auf die Gastronomie zu beobachten.

Costa Blanca und ihr Hinterland bei Ausflügen entdecken

Fernab der homogenen Urbanisationen haben einige Dörfer ihren ländlichen Charme bewahrt, dazu zählen:

  • Guadalest und seine Nachbardörfer.
  • Jalón, Llíber, Alcalalí, Parcent, Murla, Castell de Castells, Tàrberna oder Bolulla.
  • Das landschaftlich attraktive bergige Hinterland der Marina Alta und Marina Baja zieht auch zahlreiche Wanderer und Radsportler an.
  • Beliebte Ausflugs- und Touristenziele sind das Feuchtgebiet Marjal zwischen Pego und Oliva, das Bergtal Vall de Gallinera.
  • Der Berg Montgó zwischen Dénia und Jávea, der Küstenweg Las Rotas in Dénia und die Granadella-Bucht in Jávea sind auch einen Ausflug wert.
  • Nah beieinander liegen auch die Höhle Cova del Moraig bei Benitachell, der Küstenwanderweg in Moraira und der oft als Wahrzeichen der Costa Blanca bezeichnete Berg Peñón de Ifach in Calpe.
  • Der Flohmarkt am Samstag in Jalón lässt sich für Radfahrer gut mit einem Aufstieg auf den Pass Coll de Rates verbinden,  Wanderer können den Flohmarktbesuch mit einer Tour in der Sierra Bernia verbinden.
  • In der Marina Baja locken der Altstadtkern von Altea,die Wasserfälle im Flussbad Fonts del Algar oder ein für Familien mit Kindern interessanter Besuch der Benidormer Themenparks Terra Mítica, Mundomar und Aqualandia. Nachtschwärmer zieht es in den  Rincon de Loix in Benidorm.
  • Eine Bootsfahrt zur Insel Tabarca vor Santa Pola, die Palmengärten von Elche, die Bischofsstadt Orihuela, die Salzseen von Torrevieja und das Binnenmeer Mar Menor sind interessante Ausflugsziele im Süden Alicantes.
  • Wen es in Städte zieht, sollte unbedingt einen Tagesausflug in die quirlige Metropole Valencia einplanen.

Costa Blanca und ihre Fiestas

Im Sommer feiert in jeder Woche ein Dorf seine Fiesta, bei der Mauren und Christen ihre prächtigen Umzüge veranstalten oder wilde Kühe und junge Stiere durch die Straßen gescheucht werden. Die bedeutendsten Feste an der Costa Blanca sind die Fallas Mitte März in Valencia, die Osterwoche Semana Santa in Valencia, Alicante und Orihuela, die Hogueras in Alicante um den 24. Juni, das Stiertreiben ins Meer in Dénia namens bous a la mar in der ersten Julihälfte, die verschiedenen Mauren-und Christenfeste allen voran in Alcoy um den 23. April und in Villajoyosa um den 25. Juli und die Cabalgata, der Umzug der Heiligen Drei Könige, in Alcoy am 5. Januar.

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