Eine Frau fotografiert mit ihrem Handy Wasser, das aus geöffneten Schleusen aus einem Stausee fließt.
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Die nach dem Regen geöffneten Schleusen am Stausee in Guadalest zogen am Sonntag Schaulustige an.

Regen in Spanien

Costa Blanca: Stausee Guadalest lässt überflüssiges Wasser ab - Überschwemmungen nach Dauerregen

  • Judith Finsterbusch
    VonJudith Finsterbusch
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Elf Tage Regen haben an der Costa Blanca Spuren hinterlassen. Am Stausee in Guadalest sind die Schleusen geöffnet, in Altea kann der Río Algar die Wassermassen kaum noch fassen.

Guadalest – Eineinhalb Wochen Dauerregen an der Costa Blanca hat die Landschaft verändert. Das Wasser bahnt sich seinen Weg, wo es kann, lässt Flüsse anschwellen, Wasserfälle die Berge runterrauschen und reißende Bäche entstehen, wo sonst höchstens ein kleines Rinnsal plätschert – wenn überhaupt. Am Samstag öffnete das Wasserwirtschaftsamt des Júcar (CHJ) letztendlich doch die Schleusen am Stausee von Guadalest, nachdem sich eine erste Ankündigung vom Mittwoch, Wasser aus dem Pantano ablassen zu wollen, als falsch herausgestellt hatte.

Erneut Regen an der Costa Blanca: Stausee von Guadalest fast voll

Am Samstag hat es in der gesamten Marina Baja noch einmal kräftig geregnet, La Nucía etwa maß 104 Liter auf den Quadratmeter. Damit sind in der Gemeinde im März bislang 417 Liter gefallen, im ganzen Jahr 2021 waren es nur 379. Der Stausee von Guadalest fasste am Sonntag – trotz bereits geöffneter Schleuse - 12,08 Kubikhektometer Wasser, die Gesamtkapazität liegt bei 13 Kubikhektometer. Die Schleusen-Öffnung wurde zur sonntäglichen Attraktion an der Costa Blanca, dutzende Besucher tummelten sich auf der Staumauer, um das Spektakel zu beobachten.

Besorgt beobachten die Gemeinden an der Costa Blanca, die weiter flussabwärts liegen, die Schleusenöffnung in Guadalest. Das Wasser fließt vom Stausee aus in den Río Guadalest, der schließlich auf Höhe von Callosa d’en Sarrià in den Río Algar mündet. Von dort aus fließt der Algar weiter über Gemeindegebiet von La Nucía bis nach Altea, wo er schließlich ins Meer mündet. Aus Altea kursieren spektakuläre Fotos und Videos von den Überschwemmungen rund um den Fluss in den sozialen Medien:

Nach Regen an der Costa Blanca: Fuentes del Algar kaum wiederzuerkennen

In Altea und La Nucía gilt wegen der Wassermassen die dringende Warnung, sich dem ohnehin schon vom Regen vollen Río Algar nicht zu nähern, weder zu Fuß noch motorisiert. Mit der Öffnung der Schleuse am Stausee in Guadalest kommen Wassermassen hinzu, die der Fluss nicht mehr fassen kann, es kommt zu Überschwemmungen. Altea und La Nucía haben die Straßen rund um den Fluss abgesperrt, Altea zusätzlich die Brücke Sogai. Die Mündung des Río Algar gleicht unterdessen einem riesigen See, und noch ist die Gefahr nicht gebannt: Nach einer kurzen Pause soll der Regen diese Woche noch einmal an die Costa Blanca zurückkommen.

Auch weiter flussaufwärts sorgt das Wasser nach dem tagelangen Regen an der Costa Blanca für spektakuläre Bilder. Im Flussbad Fuentes del Algar in Callosa d’en Sarrià etwa stürzen die Wassermassen abwärts, die Vorrichtungen für die Badegäste sind kaum mehr zu erkennen, wie das Video zeigt, das das Klimalabor der Uni Alicante auf Facebook geteilt hat. Die Brücke Pont del Toll am Eingang zum Flussbad wurde mitgerissen. In Callosa musste die Guardia Civil außerdem Anwohner retten, deren Haus in der Nähe des Río Guadalest überschwemmt wurde.

Außerdem ist seit Sonntagmittag die Straße CV-755 zwischen Callosa d’en Sarrià und Guadalest nach eiem Erdrutsch gesperrt. In Altea wurde aus demselben Grund ebenfalls am Sonntag die Carretera Serra Bèrnia gesperrt, in La Nucía zwischenzeitlich die CV-760 nach Altea.

Regen an der Costa Blanca füllt Stauseen - Zahlen vom Beniarrés, Guadalest und Amadorio

Trotz der Schäden, Überschwemmungen und über die Ufer getretenen Flüsse: Die Costa Blanca hat den Regen dringend gebraucht. Die drei Stauseen in der nördlichen Provinz Alicante, Beniarrés bei Planes, Guadalest und Amadorio in Villajoyosa haben zusammen binnen zehn Tagen 24 Kubikhektometer gewonnen, aktuell ist die gestaute Wassemenge doppelt so hoch wie vor dem Dauerregen. So fassten sie alle drei zusammen am Mittwoch, 16. März, als der Regen begann, knapp 24 Kubikhektometer Wasser. Am Sonntag, 27. März, waren es 47.

Auch der Stausee Beniarrés im Hinterland der Costa Blanca hat seine Schleusen geöffnet, dort wird seit dem vergangenen Donnerstag Wasser abgelassen.  Laut der Zeitung „Información“ schießen aus beiden zusammen 30 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Am Amadorio sind die Schleusen aktuell noch nicht geöffnet, aber auch hier ist der Pegel nach dem tagelangen Regen stark angestiegen. Am Sonntag fasste der Stausee knapp 9 Kubikhektometer, bei einer Gesamtkapazität von 16 Kubikhektometer. Am 16. März waren es 5,3 Kubikhektometer.

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