Am Strand liegen tote Fische im Sand.
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Strände der Costa Blanca voller toter Fische: Mehrere Tage lang bot sich dieses Bild in Guardamar und Elche.

Umwelt an Spaniens Küste

Strände der Costa Blanca: Ursachen für Fischsterben gesucht

  • Stefan Wieczorek
    VonStefan Wieczorek
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Tausende tote Fische lagen jüngst im Sand der südlichen Costa Blanca. Besucher wagen sich in Elche und Guardamar nicht ins Meer. Behörden sind ratlos. Ein Forschungsinstitut sieht allerdings keinen Grund zur Panik.

Guardamar - Ein schauerliches Bild boten in den vergangenen Tagen die Strände an der Grenze zwischen Guardamar und Elche. Wo sonst die Dünen der südlichen Costa Blanca zu idyllischen Spaziergängen einladen, lagen tausende tote Fische im Sand oder trieben im Meer. Strandbesucher sichteten auch tote Vögel. Nur wenige Gäste trauten sich bei dem Anblick ins Wasser. War es etwa durch eine giftige Substanz verunreinigt worden, sodass auch Gefahr für Menschen bestand? Auch Tage nach dem ersten Bekanntwerden des Fischsterbens am 30. September werden die Ursachen noch gesucht.

Costa BlancaKüstenabschnitt in Spanien
ProvinzAlicante
Autonome Region Comunidad Valenciana

Strände der Costa Blanca voller toter Fische: Behörde sucht Ursachen

Die erste Behörde, die sich um den Zwischenfall mit den toten Fischen an den Stränden der südlichen Costa Blanca kümmerte, war das Wasserwirtschaftsamt CHS. Der Grund: Die Playas liegen in der Nähe der Mündung des Flusses Segura, für den das CHS zuständig ist. Die Experten des Wasserwirtschaftsamtes entnahmen vor Ort Proben des Wassers und untersuchten die toten Fische. Eine Schlussfolgerung zu den Ursachen veröffentlichte das CHS bisher nicht, schloss aber nicht aus, dass das Fischsterben durch giftige Substanzen ausgelöst wurde, die über den Fluss ins Meer gelangt sein könnten.

Früh ging unter den Besuchern der Strände von Guardamar und Elche das Gerücht um, dass industrielle Betriebe der Umgebung das Wasser des Meeres verunreinigt und zum Tod der tausenden Fische an der südlichen Costa Blanca geführt hätten. Das CHS bestätigte den Verdacht nicht. Da bei Orihuela und Rojales in diesen Tagen normale Mengen lebender Fische im Fluss schwammen, schloss die Behörde zudem eine Verunreinigung des Segura im von der Küste entfernten Bereich aus. Allerdings, so das CHS, könnte kurz vor der Mündung eine schädliche Einleitung in einen Seitenkanal gelangt sein.

Costa Blanca: Arbeiter finden in Guardamar immer wieder Tonnen Müll im Fluss.

Tote Fische von Stränden der Costa Blanca beseitigt

Von solchen Kanälen, die zu dem historischen Bewässerungssystem der südlichen Costa Blanca gehören, hat der Fluss eine Menge. Immer wieder sorgen diese Kanäle für Verschmutzungen der Umwelt, etwa dadurch, dass sie Unmengen an Plastik in die Mündung bei Guardamar transportieren. Dadurch erlangte der Ort, in dem der Segura ins Meer fließt, bereits zweifelhaften Ruhm: Greenpeace veröffentlichte 2019 aus Guardamar ein schockierendes Video von einem durch und durch mit einer Schicht aus Plastikresten bedeckten Fluss, dessen Wasser kaum zu sehen war.

Dafür, dass der Fluss Segura mit dem Zwischenfall an den Stränden zu tun haben könnte, spricht, dass Fischer dem Rathaus von Guardamar meldeten, dass sie vor allem in der Mündung auf viele tote Fische gestoßen seien. Bei den leblosen Tieren an den Stränden handelte es sich übrigens zum überwiegenden Großteil um Meeräschen. Die für Guardamar und Elche zuständigen Reinigungsunternehmen räumten zum Wochenende die Strände Tossals und El Pinet auf. Momentan ist das grauenvolle Bild im Süden der Costa Blanca also beseitigt.

Forschungsinstitut beruhigt Bürger: Ursachen sollten untersucht werden

Jedoch bleibt unter Anwohnern und Strandbesuchern die Unsicherheit, ob denn etwa das Baden an den Playas von Elche und Guardamar noch sicher sei. Auf sozialen Netzwerken sorgte das Auftauchen der vielen toten Fische an den Stränden für Entsetzen. Vor allem in Online-Gruppen von Anwohnern und Liebhabern der Dünenstrände im Süden der Costa Blanca machte sich Bestürzung breit. Das Meeresforschungsinstitut Cimar der Universität Alicante zeigte auf costanachrichten.com-Nachfrage Verständnis für den Alarm im Internet, beruhigte die verunsicherten Bürger aber auch.

Die toten Fische tauchten nördlich der Flussmündung (rechts) an den Stränden der Costa Blanca bei Guardamar auf.

Das Ausmaß des Zwischenfalls gebe zumindest vorerst keinen Anlass für eine erhöhte Sorge, erklärt das in Santa Pola stationierte Forschungsinstitut Cimar. Sicher seien tausende tote Fische am Strand ein unschöner Anblick. Allerdings sei es ein in dieser Form einmaliger Fall auf dem betroffenen Abschnitt der Costa Blanca. Von einem massiven Fischsterben wie etwa zuletzt im Mar Menor sind die Strände von Guardamar und Elche weit entfernt. Die Ursachen sollten jedoch untersucht werden. Infrage kämen giftige Stoffe aus Industrie oder Landwirtschaft - durchaus aber auch, dass ein Fischerboot seine Ladung über Bord geworfen hätte.

 

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