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Voller Strand an Weihnachten: Mega-Party in Orihuela Costa ohne Kontrollen

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Von: Stefan Wieczorek

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Auf einem Strand unter blauem Himmel sind viele Menschen mit Weihnachtsmützen.
Die Weihnachtsparty im Süden der Costa Blanca ist Kult. Aber wer ist der Veranstalter? © Policía Local Orihuela

Tausende Winter-Residenten feierten am 25. Dezember auf der Playa in Orihuela Costa. Die Polizei regelte den Verkehr, die Verwaltungen schauten freundlicherweise lieber Krippen an.

Orihuela Costa – Strände, pickepacke-voll mit Leuten und guter Laune: Das ist an der Costa Blanca das Signal, dass die Corona-Zeiten vorbei sind. Was den Küsten-Bezirk Orihuela Costa angeht, ist dazu nicht einmal der Sommer nötig. Der 25. Dezember ist jeweils das Maß für das allgemeine sonnige Gemüt, wenn sich an der Playa von La Zenia tausende Winter-Residenten zur großen Weihnachtsparty am Strand einfinden. Jede Menge Briten, Deutsche, Skandinavier und Spanier sorgten am Samstag für ein grandioses Comeback der Events, das wohlgemerkt über keine Erlaubnis zum so massiven Ausdruck der Guten Laune am Meer verfügt. Doch auch ohne Kontrollen seitens der Verwaltungen lief 2022 offenbar alles gesittet und fröhlich ab.

Costa Blanca: Voller Strand bei Weihnachtsparty ohne Kontrollen

Stören tut die weihnachtsfarbene Sause, die selten für negative Zwischenfälle sorgt und vielmehr Bars und Lokale der Umgebung füllt, eigentlich niemanden im Küsten-Bezirk an Spaniens Mittelmeerküste. Auch die örtliche Polizei von Orihuela Costa postete am Abend des 25. Dezember fröhliche Fotos von der Mega-Weihnachtsparty der internationalen Residenten. Die für den Strandbereich zuständigen Verwaltungen schauten dagegen, wie schon seit Jahren, lieber Weihnachtsbäume und -krippen der Costa Blanca an, als Kontrollen bei der Strand-Party in der Cala Bosque genannten Bucht durchzuführen.

Ein seltsam losgelöstes Fest ist die Weihnachtsparty an der spanischen Küste bei Orihuela, und hat entsprechend auch keine eindeutige Geschichte. Vor über zehn Jahren soll das Konzert einer Kapelle am Strand die erste Party dieser Art in La Zenia ausgelöst haben. Als sich unter den Winter-Residenten herumsprach, wie schön das Feiern von Weihnachten am Meer in der Bucht ausfällt, war der Zufluss aus aller Welt nicht mehr aufzuhalten. Weihnachtsmänner- und frauen sowie viele weitere Fantasiewesen strömen nunmehr sogar gezielt zur internationalen Weihnachtsparty am Orihuela Costa Beach herbei.

Zum Thema: Deutsche feiern Weihnachten gemeinsam am Strand von La Mata

Erstaunliche Koordination: Feuer nur mit Erlaubnis - eigentlich

Die Weihnachtsfeier der internationalen Winter-Residenten ist längst eine Institution – aber eben ohne jeden institutionellen Rahmen. Es gibt keinen Veranstalter, kein offizielles Programm. Umso erstaunlicher, wie sich die Teilnehmer organisieren. Es fehlt beim Feiern an nichts: Weder an Musik, an Essen noch an koordinierten Sprüngen ins Meer - bei 20 Grad und strahlend Sonnenschein. Wer sich am Samstag am Party-Strand umschaute, fand die Bandbreite der internationalen Residenten-Küche vor: Von britischen Snacks über spanische Bocadillos mit Serranoschinken bis zu Hamburgern und Bratwurst vom Grill.

Wenn das staatliche Küstenamt von Spanien vor Ort war, dann maximal unter einem Weihnachtsmannbart versteckt: Denn so einiges, was auf diesen einladenden 27.000 Quadratmetern am Meer vor sich ging, ist laut geltendem Küstenschutzgesetz nicht erlaubt. Zumindest nicht, wenn es nicht offiziell genehmigt ist – was vor allem das Entzünden vom Feuern für den Grill angeht. Doch wer soll die Erlaubnis für die ungeschriebenen Programmpunkte der Weihnachtsparty beantragen? Alles findet recht spontan statt und wird unter den unzähligen Residenten-Gruppen der Umgebung jeweils untereinander koordiniert.

Polizei regelt N-332-Verkehr: Haben Dünen gelitten?

Spaniens Ortspolizei und die Guardia Civil haben die bunte Weihnachtsparty im Süden der Costa Blanca sehr wohl auf dem Schirm und sorgten auch zu Weihnachten 2022 vor, um etwa den Verkehr zu regeln, der über die Vía Parque von der Nationalstraße N-332 zum Party-Strand herbeiströmte. Einmal die Küste erreicht, müsste eigentlich das Küstenamt für Ordnung sorgen, wie die „Información“ im Zusammenhang mit der internationalen Feier betonte. Doch weder Staat noch Stadt wollten offenbar die Residenten beim Comeback ihrer lustigen Feier am Meer mit Kontrollen vergraulen.

Durchaus musste das Rathaus nach der Mega-Party allerdings eine erhöhte Abfallmenge vom Strand wegschaffen. Und: Die 258 Meter Küste der Bucht waren doch recht kurz, um alle Party-Besucher zu stemmen. So begaben sich offenbar auch Feiernde zum Südrand der Zone, wo die Stadt und das Küstenamt derzeit mühsam und kostenschwer ein angeschlagenes Dünen-System wiederbeleben. Nichts ist dafür schädlicher, als darauf herumlaufende Personen. Zu hoffen bleibt also, dass die Strandumwelt der südlichen Costa Blanca auch ohne Kontrollen den Weihnachtstag am Meer mit sonnigem Gemüt beendete.

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