Ein Boot des Roten Kreuzes vor der Küste Dénias.
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Das Rote Kreuz, wie etwa hier an Dénias Küste, leistet wertvolle Arbeit.

Sicher an der Playa

Costa Blanca: Strandaufseher sind pausenlos zum Schutz der Badegäste im Einsatz

  • Andrea Beckmann
    VonAndrea Beckmann
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Ein Besuch am Strand birgt auch an der Costa Blanca seine Tücken. Damit sich Badegäste sicher fühlen können, sind im Auftrag der Verwaltungen der Küstenorte Strandaufseher von morgens bis abends im Einsatz.

Dénia – 11.30 Uhr in Spanien. An Dénias Playa El Raset haben Rotkreuzmitarbeiter gerade ihren Posten bezogen, da geht es auch schon los. Eine Französin mit blutendem Fuß benötigt Hilfe. Beim Morgenspaziergang am Meeresufer ist sie in eine Scherbe getreten. Die Costa-Blanca-Touristin bekommt von den Strandaufsehern einen dicken Verband und den Rat mit auf den Weg, dem Strand fernzubleiben, bis die Wunde verheilt ist.

Dénia Spanien
Autonome GemeinschaftValencia
Provinz Alicante
LandkreisMarina Alta
Fläche66,18 km2
Einwohner 42.166 (2019)

Costa Blanca: Die Strandaufseher in Dénia haben alle Hände voll zu tun

Die Verletzte ist noch nicht richtig verarztet, da nähert sich dem Rotkreuzposten bereits der nächste Hilfesuchende. Ein Schwimmer ist auf eine Qualle getroffen. Auf seinem Unterarm zeugen dicke Quaddeln von der unfreiwilligen Begegnung. Quallen seien diesen Sommer bislang seltene Gäste an Dénias Küste, bestätigt Rotkreuz-Sanitäter Carlos Boscà. „Aber das ist wie russisches Roulette“, meint der Strandaufseher von der Costa Blanca. „Auch eine einzige Qualle kann einem Strandbesucher den Tag vermiesen.“ Der Betroffene beweist trotz brennender Schmerzen Humor. „Diese Nesseltiere scheinen mich zu mögen, ich ziehe sie förmlich an“, meint er. „Es ist nicht das erste Mal, dass ich mit meiner Freundin aufs Meer rausschwimme und mit einer Qualle in Berührung komme, während meine Begleiterin stets ungeschoren davonkommt.“

Viel Zeit, um organisatorische Dinge am Rotkreuzposten des Strandes zu erledigen wie etwa eine Bestandsaufnahme des vorrätigen medizinischen Materials durchzuführen, bleibt Boscà nicht. Er wird in seiner Arbeit jäh unterbrochen. Strandaufseher sind von ihrem Rettungsboot aus auf einen älteren Mann aufmerksam geworden, der beim Bad im Meer offenbar einen Schwächeanfall erlitten hat. Nachdem sie den in Not geratenen Mann aus dem Wasser gezogen haben, informieren sie Boscà, dass möglicherweise ein Krankenwagen angefordert werden müsse. Doch der Badegast erholt sich schnell. „Sein Blutdruck war zunächst extrem hoch“, berichtet der Rotkreuzmitarbeiter, der den Mann aus dem Wasser geholt hat. „Bei einer zweiten Messung waren die Werte aber bereits deutlich besser.“

Mitarbeiter des Roten Kreuzes informieren Badegäste, wie man sich am Strand verhalten sollte.

Costa Blanca: In vielen Fällen kommen in Not geratene Badegaeste mit einem blauen Auge davon

Es ist 14 Uhr, als sich der Mann von Dénias Strand auf den Heimweg macht. Er habe wohl großes Glück gehabt, dass man so schnell auf ihn aufmerksam geworden sei, meint er noch im Gehen und nachdem er sich bei seinen Rettern überschwänglich bedankt hat.

Mit dem Schrecken kam auch der Badegast davon, der kurz zuvor in einer Bucht in Las Rotas gestürzt war und sich den Kopf aufgeschlagen hatte. Doch auch in diesem Fall konnte der angeforderte Notarzt keine schwerwiegenden Verletzungen bei dem Verunglückten feststellen. Auch er war letztendlich in der Lage, die Badebucht ohne fremde Hilfe zu verlassen.

Und last but not least gab es dann auch noch am Abend ein Happy End. Ein fünfjähriger Junge war seiner Familie in der Nähe der Nordmole ausgebüxt, die Eltern verzweifelt. Rotkreuzmitarbeiter fanden den Ausreißer kurz darauf unversehrt und quietschfidel an der Playa Bovetes. Wie der kleine Knirps die drei Kilometer innerhalb relativ kurzer Zeit zurückgelegt hatte, ist indes allen Beteiligten ein Rätsel.

Vorfälle wie diese, die sich alle vergangenen Montag an Dénias Küste ereignet haben, machen die wertvolle Arbeit der Strandaufsicht deutlich. Das Rote Kreuz sucht übrigens noch für diesen Sommer ausgebildetes Personal für Dénias Strände, die Besuchern wieder uneingeschränkt offen stehen. Die Abstandsregeln wegen Corona sind dort selbstverständlich ebenfalls zu beachten.

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