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Ein Herz für Streuner: Organisation APAC engagiert sich für Katzen auf El Campellos Straßen

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Von: Frieda Maas

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Acht ausgehungerte Straßenkatzen vor einer Mauer auf dem Bürgersteig
Straßenkatzen in El Campello: Ein Tierschutzverein versucht, Streunern an der Costa Blanca zu helfen. © David Revenga

Streunende Katzen auf den Straßen der Costa Blanca, die sich unkontrolliert vermehren, sind keine Seltenheit. Der Tierschutzverein APAC versucht, ihre Populationen in El Campello unter Kontrolle zu bringen.

El Campello – „Straßenkatzen, die sich unkontrolliert vermehren, sind in in Spanien kein neues Problem, vor allem hier in der Umgebung der Calle Llauradors in El Campello kriegen wir die Eindämmung ihrer Population einfach nicht in den Griff“, sagt Janice Rowland vom Tierschutzverein APAC (Asosiación Protectora de Animales de El Campelllo). Der Verein engagiert sich seit über 20 Jahren für das Wohl der Katzen auf den Straßen des Küstenorts an der Costa Blanca.

Tierschutz an der Costa Blanca: Charity Shop zur Finanzierung der Katzen-Arbeit

Ein weiteres Mal haben die Britin und ihre spanische Kollegin vom Tierschutz jetzt versucht, einige Katzen auf der Straße einzufangen, um sie zu entwurmen, zu impfen und – ganz wichtig – zu sterilisieren. Zur Wiedererkennung werden sie im Anschluss am Ohr gekennzeichnet und wieder zu ihrer Kolonie in El Campello zurückgebracht. Die Sterilisation koste je nach Geschlecht zwischen 33 und 60 Euro, an der Costa Blanca ist das Verfahren einfangen, operieren, wieder aussetzen als „CER“ oder „CES“ bekannt und wird von vielen Gemeinden unterstützt.

Im vergangenen Jahr belief sich die Rechnung für die Behandlung aller gefangenen Straßenkatzen in dem Ferienort an der Costa Blanca auf satte 21.000 Euro, erzählt Rowland. Der Tierschutzverein deckt diese Kosten zum einen mithilfe einer jährlichen Subvention der Provinzverwaltung Alicante, die aber bei weitem nicht ausreiche, und zum anderen aus dem Erlös des Charity Shops in der Avenida Germaníes 20 in El Campello. Dort können Personen alle möglichen Dinge spenden, die dann dort verkauft werden – von Büchern über Kleidung bis hin zu Elektrogeräten oder Gemälden.

Tierschutz an der Costa Blanca: Deutsche engagiert sich seit Jahren für Katzen

Eine weitere wichtige Säule der Tierschutzarbeit an der Costa Blanca ist freilich der Stab aus freiwilligen Helfern. Eine von ihnen ist Andrea Sedlaczek, die selbst in El Campello wohnt und annähernd 30 Katzen auf einem brach liegenden Grundstück in El Campello täglich mit frischem Wasser und Futter versorgt. Die Deutsche widmet ihre Freizeit dem Wohl der Katzen und dem Tierschutz. „Vor zehn Jahren bin ich hier hergezogen. Seitdem passiert auf dem Grundstück nichts, weder die Ruine darauf wurde abgerissen, noch macht der Eigentümer Anstalten, in geraumer Zeit etwas Neues darauf zu bauen“, erzählt die Deutsche. „Er tolerierte die Katzen zwar bisher, trotzdem möchte er sie auf lange Sicht umgesiedelt haben.“

Wie viele ausländische Residenten, engagiert sie sich seit Jahren im Tierschutz an der Costa Blanca, die Deutsche hat bereits drei der Katzen bei sich aufgenommen. „Wohin soll man sie denn umsiedeln? Wenn ich könnte, würde ich die Katzen alle bei mir aufnehmen, aber das geht bei der Anzahl einfach nicht“, sagt die Anwohnerin. Sie kennt die Streuner, die neben ihr wohnen, sehr gut, hat ihnen zum Teil sogar Namen gegeben. Jeden Morgen gegen 8 Uhr wird sie von ihnen bereits sehnsüchtig und hungrig erwartet. Die Katzen-Liebhaberin hat zwar einen Ausweis vom Rathaus, der sie offiziell zum Füttern der Katzen in dieser Zone berechtigt, bezahlt das Futter jedoch aus eigener Tasche.

Tierschutz an der Costa Blanca: Ehrenamtliche Helfer zum Einfangen der Katzen gesucht

Die letzte Fang- und Sterilisations-Aktion in El Campello verlief zwar erfolgreich – fünf junge Kätzchen wurden eingefangen –, aber beim Abtransport sind die Tierschützer auf eine weitere, ihnen bisher noch gar nicht bekannte Straßenkatzen-Kolonie gestoßen. Dort werde man als nächstes ansetzen, erklärt Janice Rowland. „Wir suchen dringend ehrenamtliche Helfer, die uns zwei bis drei Stunden pro Woche unter die Arme greifen könnten. Das wäre für uns schon eine große Hilfe“, sagt die Tierschützerin. Die einzige Bedingung sei ein eigenes Auto. Jede Hilfe ist willkommen.

Apropos Tierschutz: Spanien ändert mehrere Gesetze zugunsten von Katze, Hund und Co. Ab sofort sind Haustiere fühlende Lebewesen und keine Objekte mehr.

Kontakt zum Verein unter: 693 698 686 sowie auf der Webseite des Vereins.

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