Tierschützerin Mona Nowak und ihr Tierheim Schützling Hund Luca kuscheln
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Tierheim-Leiterin Nowak kuschelt an der Costa Blanca gerne mit ihren Schützlingen.

Tierschutz in Spanien

Costa Blanca: Tierheim auf Hilfe angewiesen - Futterpaten für Tiere gesucht

Das Tierheim ACP Happy Animales Orihuela an der südlichen Costa Blanca ist auf Hilfe angewiesen. Die Betreiber suchen unter anderem Futterpaten für seine Tiere.

Orihuela - Mitten im Nirgendwo, nahe Villamartín, sind Tierschützer der südlichen Costa Blanca dabei, sich ganz neu aufzustellen. Zwei Vereine fusionieren zu ACP Happy Animales Orihuela. Der Grund dafür ist ein trauriger: Der Gründer des bisherigen ACP-Vereines, Markus Porst, ist plötzlich gestorben. Er hatte sein Leben in Spanien dem Tierschutz gewidmet und zuletzt vier ausgesetzte Hunde in seiner Obhut. Die Tiere weilen, bis sie ein neues Zuhause gefunden haben, im Tierheim von Mona Nowak, der Präsidentin der bisherigen Asociación Happy Animales Spanien und auch des neugeschaffenen Vereins.

Nowak ist seit sieben Jahren offiziell im Tierschutz aktiv, privat engagiert sie sich schon wesentlich länger. In ihrem Tierheim an der Costa Blanca finden acht Arten ein (Übergangs-) Zuhause. Von Geflügel, Schweinen, Ziegen, Katzen bis zu Hunden ist alles dabei. Nicht alles klassische Tierschutz-Tiere, aber für Nowak sind alle Tiere es wert, gerettet zu werden. Vermittelt werden überwiegend Hunde, die anderen Tiere seien nicht sonderlich gefragt, so bekämen einige der Bewohner auf lange Sicht bei Nowak ihr Gnadenbrot. Bei der Vermittlung achtet Nowak besonders darauf, dass die Tiere in ein gutes Zuhause kommen, zu Menschen, die dafür geeignet sind einen Hund zu halten und sich anständig um sie kümmern. Nicht nach dem Motto „aus den Augen aus dem Sinn“, Nowak sorgt sich über die Tierheim-Zäune hinaus über ihre Schützlinge.

Auch Tiere in Spanien leiden: Tierheim an der Costa Blanca ist auf Hilfe angewiesen

Die Tiere seien überwiegend Fundtiere, die in schlechtem Zustand aufgenommen wurden – ob in Müllcontainern gefunden, trächtig an den Baum gekettet zum Sterben zurückgelassen oder auch verletzt auf den Straßen entdeckt. Auch wenn Spanien die Strafen für Tierquälerei hochsetzt, kommen diese Fälle noch immer vor. Bei Happy Animales Orihuela werden sie alle aufgenommen, der Name des Vereins sei Programm. „Das wichtigste Anliegen ist es, Tiere glücklich zu machen“, sagt Nowak. Dazu gehöre nicht zwangsläufig eine Adoption, denn die 42 freiwilligen Helfer setzten alles daran, um den Schützlingen an der Costa Blanca einen angenehmen Alltag zu gestalten und ihnen Liebe zu geben. Dennoch würde es natürlich alle Beteiligten freuen, wenn die Tiere ein festes Zuhause, vorzugsweise in Spanien, fänden, besonders die Hunde. Erst vor kurzem wurden Welpen aufgenommen, die Präsidentin Nowak vorerst mit zu sich nahm. Die monatlichen Kosten des Tierheims, so die Deutsche, beliefen sich auf mehrere Tausend Euro. Finanziert wird das Ganze durch Spenden, die die laufenden Kosten gerade so decken. Dazu zählen keine medizinischen Notfälle oder Neuankömmlinge, was im Tierschutz aber häufig der Fall ist.

Tierheim-Schützling Felix genießt das Wetter an der Costa Blanca

Einige der Schützlinge bei Nowak an der Costa Blanca wurden bereits einmal vermittelt, aber leider auch wieder zurückgebracht. Wer mit dem Gedanken spielt, ein Tier aus dem Tierheim zu adoptieren, sollte sich über die Verantwortung, die damit einhergeht im Klaren sein, denn Tiere sind kein Spielzeug die man mal eben zu Weihnachten verschenkt.

Costa Blanca: Tiere aus dem Tierheim suchen ein liebevolles Zuhause

Am besten unterstützen könne man das Tierheim damit, Futterpate zu werden. Für einen kleinen Betrag werden monatlich die Futterkosten für einen tierischen Bewohner an der Costa Blanca übernommen. „Futterspenden sind zwar nett gemeint, aber nicht wirklich hilfreich“, sagt Nowak. Alle Tiere bekämen Futter, das sie gut vertragen, ständiger Wechsel sei für das Tier nicht gesund und für die Betreuer werde es schwerer einzuschätzen, ob das Tier nur eine Futterunverträglichkeit hat oder ernsthaft krank ist. „Freiwillige zum Gassi gehen mit den Hunden, handwerklich Begabte und Geldspenden helfen auch sehr“, sagt die Deutsche.

Seit Januar gibt es auch einen Charity-Shop an der Costa Blanca, dessen Erlös nach Abzug der Instandhaltungskosten an die Tiere gehen. Regelmäßig finden auch Events statt, um das Tierheim zu unterstützen. So findet am Samstag, 14. Mai, eine Hundeshow in der Bar Establo in San Miguel de Salinas statt, an der sowohl ehemalige Tierheimhunde mit ihren neuen Herrchen teilnehmen als auch Leute von außerhalb. In Kategorien wie „Wer sieht seinem Herrchen am ähnlichsten“ werden Punkte vergeben und Sieger gekürt. Hunde aus dem Tierschutz nehmen dabei in den meisten Fällen aber nicht teil.

Seit zweieinhalb Jahren befindet sich das Tierheim an dem ruhigen Ort bei Villamartín. Nowak plant, aufs frühere ACP-Gelände zu ziehen. Denn neben ihrem Job als Übersetzerin wolle sie „jede freie Minute bei den Tieren verbringen“. Die Umbauarbeiten laufen, aber dazu sind weitere Spenden nötig, denn derzeit ist das Haus nicht bewohnbar. Wer helfen mag, meldet sich über die Facebookgruppe „Finca Villamartin Happy Animales Spanien“ oder beim Charity-Shop (Calle San Miguel 22 in San Miguel de Salinas).

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