Spanien schützt Tiere

Tierschützer an Costa Blanca stoppen vor Weihnachten Adoptionen - Kein Boom ausgesetzter Tiere

  • Stefan Wieczorek
    VonStefan Wieczorek
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Hunde und Katzen werden an Spaniens Küste öfters zu Weihnachten verschenkt. Doch viele Tiere landen sogleich auf der Straße. Das wollen Tierschützer in Elche nun verhindern.

Elche – Wer an der Costa Blanca ein Haustier adoptieren will, muss das in der Stadt Elche derzeit gut begründen. Denn wenn es sich bei dem Tier um ein unbedachtes Weihnachtsgeschenk handeln soll, werden die Tierschutzvereine nein sagen. Dazu haben die örtlichen Protectoras sich in diesen Tagen verpflichtet. Die Erfahrung zeige: Immer vor Weihnachten stiegen die Anfragen an Spaniens Küste rapide an. Doch kaum ist das Fest vorbei, boome etwas anderes: Die Zahl ausgesetzter Tiere. Daher stoppten die Tierschützer die regulären Adoptionen vorerst. Nur wer einen strikten Test besteht, kann ein Tier aufnehmen.

Costa BlancaKüstenabschnitt in Spanien
ProvinzAlicante
Autonome RegionComunidad Valenciana

Costa Blanca: Tierschützer stoppen vor Weihnachten Adoptionen

Penibel überprüfen die Tierschützer im Süden der Costa Blanca, ob die Menschen, die sich für die Adoption eines Tieres anbieten, es wirklich ernst meinen. Ein wesentlicher Punkt ist der Haushalt: Wenn nicht alle mit der Aufnahme des Vierbeiners einverstanden sind, wird die Übergabe gestoppt. „Eine Adoption kann das Leben eines Tieres zum Guten verändern, aber nur wenn es in gute Hände fällt“, mahnt María Pérez, Volontärin der Protectora Baix Vinalopó. Der Tierschutzverein ist seit 26 Jahren im Raum Elche aktiv und zog kürzlich an eine neue Stelle, die auf 20.000 Quadratmetern Raum für 40 Hunde und 30 Katzen bietet.

Zum Thema: Spanien plant neues Tierschutz-Gesetz.

Auch freut sich der Tierschutzverein von der Costa Blanca über die Erneuerung des Abkommens mit dem Rathaus Elche. Vor Weihnachten 2021 stellte das Rathaus den neuen Charity-Kalender vor, mit dem die 1995 gegründete Protectora Baix Vinalopó Finanzmittel für ihre Arbeit sammelt. Neben dem Beherbergen von ausgesetzten Hunden und Katzen organisieren die Tierschützer im Süden der Provinz Alicante Kurse und Aktionen zum Tier- und Umweltschutz. Zudem betreiben sie die Inklusion von Menschen, die vom sozialen Ausschluss bedroht sind.

Erfolgreiche Kampagne 2020 - Schlag gegen illegale Hundezucht

Der neue Kalender der Tierschützer von der Costa Blanca kostet fünf Euro. Die Einnahmen sollen laut Volontärin Laura Jiménez in Tierfutter, die Verbesserung des Geländes und in die tierärztliche Betreuung der Hunde und Katzen investiert werden. Gekauft werden kann der Kalender in 50 Geschäften der Stadt sowie bei dem Tierschutzverein. An Weihnachten vor einem Jahr wurden die Kalender der Protectora in 36 Läden in Elche verkauft. 2020 gelang es dem Rathaus und den Tierschützern mit einer gemeinsamen Kampagne die Zahl ausgesetzter Tiere um knapp 90 im Vergleich zum Vorjahr zu reduzieren.

Costa Blanca: Tierschützer in Elche stoppen Adptionen vor Weihnachten - und bewerben Charity-Kalender

Doch Spaniens Küste kann in Sachen Tiere auch anders. Kürzlich bereitete die Polizei von Elche dem Treiben einer mutmaßlich illegalen Hundezucht ein Ende. Die Finca befand sich recht verborgen im Bezirk Saladas in der Nähe des Flughafens Alicante-Elche „Miguel Hernández“. Die Beamten hatten mehrere Wochen lang ermittelt, um den genauen Standort zu finden. Letztendlich halfen Hinweise von Anwohnern. Die Betreiber züchteten potentiell gefährliche Rassen, hatten aber nicht die dafür nötigen Lizenzen. Auch wies die Finca Verstöße gegen den Flächennutzungsplan auf. Den Züchtern droht eine Strafe von bis zu 18.000 Euro.

Die Hunde, die bei guter Gesundheit und von Tierärzten versorgt waren, wurden im Internet zum Verkauf angeboten. Vor allem in der Zeit vor Weihnachten - so die Polizei von der Costa Blanca - sei diese Art Geschäft sehr lukrativ.

Rubriklistenbild: © Rathaus Elche

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