Am Ufer eines gefährlichen Flusses wird eine verunglückte Person behandelt.
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Die Schlucht im Hinterland der Costa Blanca hat sich nach dem Regen in einen reißenden Fluss verwandelt.

Nach Dauerregen

Viertes Todesopfer bei Bolulla: Warnungen vor gefährlichen Wassermassen an der Costa Blanca

  • Judith Finsterbusch
    VonJudith Finsterbusch
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Wie gefährlich die Wassermassen sind, die nach dem Dauerregen die Schluchten im Hinterland der Costa Blanca herabschießen, belegen mehrere tödliche Unfälle bei Bolulla. Die Feuerwehr warnt ausdrücklich davor, sich den Barrancos zu nähern.

Update, 10. Mai: Schon wieder ist eine Person bei Callosa d‘en Sarrià ertrunken. Wie die Feuerwehr mitteilt, handelt es sich um einen 25-jährigen Mann, der am Montag im Fluss Bolulla ums Leben kam. Die Rettungskräfte wurden gegen 17 Uhr informiert, konnten aber nichts mehr für den jungen Mann tun. Das Unglück ereignete sich im Río Bolulla, auf Gemeindegebiet von Callosa und unweit des Flussbades Fuentes del Algar. Offenbar hatten Augenzeugen den Mann bewusstlos aus dem Wasser gezogen und versucht, ihn wiederzubeleben, während sie auf die Rettungskräfte warten. Bereits am 7. April waren ein Mann und eine Frau unweit der Unfallstelle im Barranco Estret de les Penyes ums Leben gekommen, nachdem sie bei einem Fotoshooting ins Wasser gestürzt waren. Am Ostersonntag war ein weiterer Mann in dem Barranco etrunken. Die Feuerwehr und auch die Rathäuser von Callosa und Bolulla warnen noch einmal ausdrücklich vor der Gefahr, die nach dem vielen Regen an der Costa Blanca an Flüssen und in Barrancos herrscht.

Erneuter tödlicher Unfall: Junger Mann in Fluss an der Costa Blanca ertrunken

Update, 18. April: Im Barranco Estret de les Penyes bei Bolulla ist erneut eine Person tödlich verunglückt. Wie die Feuerwehr bekannt gibt, fiel am Ostersonntag ein junger Mann auf Höhe des Wasserfalls in den Fluss und wurde von der Strömung mitgerissen. Die Rettungskräfte leiteten sofort eine Suche ein, sowohl aus der Luft als auch an Land, konnten aber nur noch die Leiche des Mannes weiter flussabwärts bergen. Damit sind binnen zwei Wochen drei Menschen in dem Barranco an der Costa Blanca ums Leben gekommen.

Erstmeldung, 13. April: Bolulla – Nach dem Dauerregen der letzten Wochen an der Costa Blanca haben sich kleine Bäche in reißende Flüsse verwandelt, in den Bergen haben sich Wasserfälle an sonst trockenen Felsen gebildet - ein verlockendes Naturspektakel. Wie gefährlich die Wassermassen jedoch werden können, zeigt sich in den sogenannten Barrancos im Hinterland der Costa Blanca - Schluchten, in denen normalerweise gar kein oder nur wenig Wasser fließt und durch die sich jetzt die Wassermassen ihren Weg abwärts zum Meer suchen. Die Feuerwehr warnt Einheimische wie Touristen dringend davor, sich jetzt den Barrancos zu nähern, da die Gefahr und Sogwirkung dort häufig unterschätzt wird.

Tödliches Unglück an der Costa Blanca: Zwei Menschen in Barranco gestorben

So kam es vor wenigen Tagen in Bolulla, im Barranco Estret de les Penyes unweit der ebenfalls überfluteten Fuentes del Algar, zu einem tödlichen Unfall, bei dem zwei Menschen starben. Der Regen im März hat den Wasserpegel in der Schlucht im Hinterland der Costa Blanca extrem anschwellen lassen, der sonst ruhige Lauf hat sich in einen reißenden Fluss verwandelt. Noch wenige Tage vor dem Unglück hatte die Feuerwehr davor gewarnt, sich dem Barranco zu nähern, um dort Schluchtenwandern – Canyoning, oder auf Spanisch Barranquismo – zu betreiben.

Bei den beiden tödlichen Verunglückten in Bolulla handelt es sich um einen Mann und eine Frau. Sie gehörten zu einer Gruppe von sechs Personen, die in dem Barranco zwischen Bolulla und Callosa d’en Sarrià ein Fotoshooting absolvierten. Der Mann führte die Gruppe, laut Medienberichten ist er ein erfahrener Guide, der die Costa Blanca sehr gut kennt und für ein Aktivtourismusunternehmen arbeitet. Die Gruppe hielt sich auch nicht im Wasser auf. Vielmehr waren der 43-Jährige und die 31-jährige Frau offenbar ausgerutscht und ins Wasser gestürzt.

Ausdrückliche Warnung der Feuerwehr: Gefährliches Wasser-Spektakel an Costa Blanca

Die Strömung riss die beiden Personen mit und gab sie erst unterhalb des Wasserfalls ganz am Ende der Schlucht wieder frei. Auch ein drittes Mitglied der Gruppe war ins Wasser gestürzt, konnte aber mit einem Seil, das ihm seine Kollegen zuwarfen, wieder ans Ufer gezogen werden. Die Feuerwehr rückte zwar unmittelbar nach dem Notruf mit dem Rettungshubschrauber aus und konnte die beiden Verunglückten aus dem Wasser ziehen. Die Wiederbelebungsversuche scheiterten jedoch. Deshalb warnt die Feuerwehr noch einmal ausdrücklich vor der Gefahr, die aktuell von den Barrancos ausgeht - auch nach den erneuten Regenfällen in dieser Woche und der Ankunft etlicher Ostertouristen an der Costa Blanca.

Erst in der Vorwoche kam ein 42-Jähriger, ebenfalls ein erfahrener Barranco-Guide, an derselben Stelle in Bolulla mit dem Schrecken davon. Der Mann wollte den Wasserstand im Barranco nach dem Regen lediglich inspizieren, rutschte jedoch aus und landete in einem Wasserbecken unter einem Wasserfall. Sein Kollege schnitt schließlich das Sicherungsseil durch, an dem der Mann festhing, weil er weder vor noch zurück konnte. Daraufhin wurde er 150 Meter vom Wasser mitgerissen, konnte sich dabei aber in eine Höhle retten, in der das Wasser ruhig war. Dort befreite ihn schließlich die Feuerwehr.

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