Vögel fliegen über die Mündung eines Flusses ins Meer.
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Das Feuchtgebiet am Rio Algar in Altea ist für die Biodiversität enorm wichtig.

Umwelt an der Costa Blanca

Tote Fische in Altea: Einsatzkräfte am Fluss Algar reagieren schnell

  • VonMathias Pillasch
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Nachrichten von sterbenden Fischen häuften sich zuletzt in Spanien. Das Fischsterben in Altea hatte eine natürliche Ursache. Mit einem schnellen Eingriff konnte Schlimmeres in dem Feuchtgebiet an der Costa Blanca verhindert werden.

Altea – Massenweise tote Fische im Río Algar haben am Montag das Rathaus Altea auf den Plan gerufen. Die Kadaver schwammen an der Oberfläche des Flusses an der Costa Blanca, das Umweltamt berief daraufhin einen Expertenkreis ein, um mit schnellen Maßnahmen Schlimmeres zu verhindern.

AlteaStadt in Spanien
Höhe61 m
Fläche34,43 km²
Bevölkerung21.995 (2018)
ProvinzAlicante

Costa Blanca: Tote Fische in Alteas Río Algar rufen Experten auf den Plan

Vertreter der Umwelteinheit Seprona der Guardia Civil, des Küstenamts, des Wasserwirtschaftsamts des Júcar (CHJ) sowie der Landesregierung kamen zusammen mit dem Rathaus Altea schnell zu einem Schluss: Die Fische starben sozusagen eines natürlichen Todes und nicht etwa durch in den Fluss eingeleitete Chemikalien oder nitrathaltiges Abwasser, wie im Fall des Mar Menor. Die Todesursache im Río Algar im Südosten von Spanien war vielmehr Sauerstoffmangel. Dieser ergab sich durch ausbleibende Niederschläge an der Costa Blanca.

Der gesunkene Flusspegel in Altea bewirkte, dass sich in dem Fluss an der Costa Blanca eine kleine Lagune bildete und die Verbindung zum Meer gekappt wurde. Nachdem sie über die toten Fische in dem Fluss informiert worden waren, war der schnelle Lösungsansatz der Experten deshalb, am Dienstagmorgen an der Mündung des Algar Erde abzutragen, um die Verbindung zum Meer wieder herzustellen. „Damit alle biochemischen Parameter wieder ausgeglichen werden“, so Umweltstadtrat José Orozco.

Fischsterben an der Costa Blanca: Tote Fische in Altea wegen Sauerstoffmangel

Orozco dankte auch den Helfern der Auffangstation für Wildtiere in Santa Faz an der Costa Blanca, die überlebende Fische im Algar-Fluss retteten: „Die Salzwasserfische wurden ins Meer gebracht, die Flussfische eingefangen und flussaufwärts wieder ausgesetzt.“ Bei den toten Fischen handelte es sich offenbar um Salzwasserfische wie Seebarsche und Salzwasserarten wie Karpfen, Aale und Barben. Wie viele Fische letztlich starben, lässt sich nicht bemessen. In jüngerer Vergangenheit ist das Fischsterben leider ein Wiederkehrendes Phänomen in Spanien, auch an der Costa Blanca.

Auf Nachfrage von Costanachrichten im Rathaus von Altea konnte Stadtrat Orozco beruhigen: „Der Sauerstoffgehalt im Fluss hat sich durch den Wasseraustausch mittlerweile wieder stabilisiert.“ Der Stadtrat erinnerte daran, dass es letztes Jahr eine ähnliche Situation weiter flussaufwärts im Río Algar gegeben hatte und es sich um eine natürliche Episode handele, die bei Dürre an der Costa Blanca eintreten könne.

Der Fluss Algar in Altea hatte eine Lagune gebildet und somit keinen Zugang mehr ins Meer.

Wenn man die Dürre denn als natürlich ansehen will. Denn einige Biologen an der Costa Blanca bringen den Mangel an Strömung im Algar auch mit dem 1994 gebauten Mandem-Staudamm im Fluss in Verbindung. Der Río Algar ist ein geschütztes Feuchtgebiet, das für die Artenvielfalt von großer Bedeutung ist. Dürreperioden bedrohen das Gebiet jedoch zunehmend. Orozco sagte dazu, dass Altea zwar einen Flusspflegeplan habe, die Zuständigkeiten für Maßnahmen letztendlich jedoch beim CHJ liegen.

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