Ximo Puig, Ministerpräsident von Valencia, steht mit Atemschutzmasken in einer Gruppe von Politikern.
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Valencias Ministerpräsident Ximo Puig (Mitte) hat nach Beratung mit Experten die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus verschärft.

Atemschutzmaske muss überall getragen werden

Allgemeine Maskenpflicht an Costa Blanca: Coronavirus-Regeln in der Region Valencia

  • vonStephan Kippes
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Masken müssen auch im Land Valencia und an der Costa Blanca im öffentlichen Raum getragen werden. Ausnahmen gibt es nur an den Stränden, in Schwimmbädern und in der Natur.

Valencia – Jetzt ist sie da: Die Region Valencia hat die allgemeine Maskenpflicht als Schutzmaßnahme gegen das Coronavirus eingeführt. Grund sind die steigenden Fallzahlen. Seit Samstag muss in allen öffentlichen Räumen draußen wie drinnen eine chirurgische oder hygienische Atemschutzmaske getragen werden. Die Verordnung gilt für alle Personen über sechs Jahren in allen drei Provinzen der Region – Castellón, Valencia und Alicante – und damit natürlich auch für die Costa Blanca. Die Atemschutzmaske muss sogar in Restaurants und deren Außenbereichen getragen werden in den Momenten, in denen man nichts zu sich nimmt. „Wenn wir uns an einen Tisch auf einer Terrasse setzen, heißt das nicht, dass wir uns nicht mehr schützen müssen“, meint Gesundheitsministerin Ana Barceló. Bei Missachtung der Coronavirus-Auflagen drohen hohe Bußgelder.

Totale Maskenpflicht als Corona-Schutzmaßnahme: Nur Strand, Schwimmbad und Natur ausgenommen

Die valencianische Gesundheitsministerin Ana Barceló hat nur folgende Bereiche und Aktivitäten von der Maskenpflicht befreit: Strände, Schwimmbäder und Naturräume außerhalb der Dorf- und Stadtbereiche unter der Voraussetzung, dass der Mindestabstand von 1,5 Meter gewährleistet ist.

Die Atemschutzmaske muss auch nicht beim Sporttreiben getragen werden. Kinder und Jugendliche sind beim Spielen oder anderen Freizeitaktivitäten ebenfalls von der Maskenpflicht befreit, falls sie sich in einer geschlossenen und stabilen Gruppe aufhalten, mit dessen Mitgliedern sie zusammenleben. Gleiches gilt für Personen, die aus gesundheitlichen Gründen wie etwa Atemwegsproblemen keine Schutzmaske tragen können. Die valencianische Landesregierung empfiehlt die Maske auch in Privaträumen, falls Personen diese aufsuchen, die nicht zum Haushalt gehören und der Mindestabstand nicht garantiert werden kann.

Coronavirus-Infektionen bei Personen von 20 bis 40 Jahren haben sich vervierfacht

Die Landesregierung rechtfertigt die Verschärfung der Maskenpflicht mit der Zunahme von Infektionen mit dem Coronavirus. Covid-19 geht in der Personengruppe von 20 bis 40 Jahren um, dort hätten die Infektionen mit Sars-CoV-2 sich binnen Tagen vervierfacht. Ministerin Barceló brachte das mit dem Nachtleben in Verbindung, vor allem im Coronavirus-Hotspot Gandía, wo die Covid-19-Fälle auf die 50 zugehen. Das Gesundheitsministerium hat alle Nacht- und Vergnügungslokale in dem bei Madrilenen beliebten Urlaubsziel kurzerhand geschlossen. „Wir werden in den kommenden Stunden die Schließung aller Nachtlokale dort durchführen”, sagte Barceló. Zu ähnlichen Maßnahme hatten bereits andere Regionen gegriffen. So hat Mallorca die Partymeilen in Palma und Magaluf geschlossen.

Wegen der Coronavirus-Pandemie, dürfen Bars und Nachtlokale in der Region Valencia weiterhin nur ein Drittel der offiziell zugelassenen Personenzahl hineinlassen, bei Restaurants bleibt die Beschränkung bei 75 Prozent. „Wenn wir das Nachtleben komplett dichtmachen müssen, dann werden wir das tun. Die Unternehmer müssen wissen, wir werden keinen Moment zögern, falls die Maskenpflicht nicht eingehalten wird oder Beschränkung der Besucherzahlen. Es kann überall das Gleiche passieren wie in Gandía”, sagte Barceló.

Ausbreitung des Coronavirus eindämmen: Appell an das Verantwortungsbewusstsein

Gesundheitsministerin Ana Barceló wollte die Bevölkerung an all das erinnern, „was wir durchmachen mussten und was das Personal in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen leisten musste. Uns steht noch ein langer Weg bis zu einem Impfstoff bevor. Ich appelliere an das Verantwortungsgefühl eines jeden einzelnen.”

Die Gesundheitsministerin bezifferte die Zahl der Infektionsherde auf 20, die beiden jüngsten in Santa Pola und im Hotspot Gandía gilt es noch einzugrenzen. Die Landesregierung sucht derzeit nach den Personen, die am 10., 11. und 12. Juli in einer Diskothek in Santa Pola feiern waren. Dort entstand ein Ausbruch mit fünf Infizierten.

Die Region Valencia bildet eigentlich fast das Schlusslicht bei der Einführung der allgemeinen Maskenpflicht. Den Anfang der Verschärfung der Coronavirus-Regeln machte Katalonien, daraufhin unternahmen fast alle Regionen mit Ausnahme von zuletzt Valencia, Madrid und die Kanaren den Schritt zur Eindämmung weiterer Coronavirus-Ausbrüche. Die allgemeine Maskenpflicht gilt damit im ganzen spanischen Mittelmeerraum, von Katalonien über Valencia und die Balearen bis nach Murcia und Andalusien. Kritisch ist die Situation derzeit in Katalonien und Aragon.

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