Pandemie in Spanien

Corona-Verbreitung in Innenräumen einfach erklärt ‒ Journalisten an der Costa Blanca entkräften Irrtümer

  • Stefan Wieczorek
    VonStefan Wieczorek
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Ein prämierter Clip aus Spanien demonstriert, wie Aerosole in der Luft die Gefahr einer Covid-Ansteckung erhöhen. Falschinformationen sind weit verbreitet: Nicht nur unter Corona-Leugnern, sondern auch durch eigenen Leichtsinn.

Elche – Wie funktioniert denn das eigentlich genau mit der Coronavirus-Verbreitung? Wunderbar veranschaulicht das ein grafischer Clip zweier Journalisten aus Elche an der Costa Blanca, Mariano Zafra und Javier Salas. Für das Werk, das dank der Zeitung „El País“ aus Spanien vieltausendfach angesehen wurde, sind sie nun ausgezeichnet worden: Mit dem erstmals vergebenen, mit 6.000 Euro dotierten Preis Vicente Verdú vom Verein der Berichterstatter AIE. Einfach und anschaulich erklärt das Video, wie sich das Virus dank Aerosolen in der Luft in Innenräumen ausbreitet: in einem Wohnzimmer, einer Bar und in der Klasse einer Schule.

Costa BlancaKüstenabschnitt in Spanien
ProvinzAlicante
Autonome RegionComunidad Valenciana

Corona an Costa Blanca: Verbreitung in Innenräumen - Clip gegen Falschinformationen

Der Clip der Journalisten von der Costa Blanca habe einerseits zentrale Inhalte über die Verbreitung des Coronavirus vermittelt, sie aber zugleich didaktisch exzellent aufgearbeitet und einen „hohen Nutzen erzielt, um Falschinformationen zu entkräften“. So begründete die Jury, in der auch Spaniens Bund der Journalistenvereine (Fape) vertreten war, die Auszeichnung. Unter dem Titel „Un salón, un bar y una clase: así contagia el coronavirus“ ist der auch ohne Kenntnisse der spanischen Sprache gut verständliche Corona-Clip leicht zu finden und zählt allein auf dem Facebook-Konto der Zeitung „El País“ über 100.000 Klicks.

Veröffentlicht wurde das Video bereits am 28. Oktober 2020, hat aber angesichts der aktuellen Corona-Zahlen nichts an seiner Dringlichkeit eingebüßt. Im Gegenteil: Die Informationen, die laut AIE im Oktober 2020 von der WHO und Ministerien vieler Länder noch nicht gänzlich bestätigt waren, seien heute Fakt. Aerosole, also von der Luft getragene feinste Flüssigkeitspartikel und Tröpfchenkerne, seien die meistverbreitete Übertragungsform des Virus. Auch deshalb führte Spanien zuletzt für die Gastronomie oder das Nachtleben den verpflichtenden Covid-Pass ein.

Nicht nur Corona-Leugner: Auch Leichtsinn diktiert Falschinformationen

Anschaulich und einfach erklärt der Clip, wie sich die Verbreitung des Coronavirus in Innenräumen beim Ergreifen bestimmter Maßnahmen jeweils ändert. Entscheidend sind dabei das Tragen einer Maske, das Lüften, das Verhalten und die Aufenthaltsdauer. Wenn etwa ein Träger des Virus sich in einem Wohnzimmer mit fünf Personen aufhält, werden sich bei fehlenden Sicherheitsmaßnahmen nach vier Stunden alle angesteckt haben. Wenn alle eine Maske tragen, rettet sich lediglich einer vor der Ansteckung. Wenn sie aber ordentlich lüften und nur zwei Stunden im Raum bleiben, wird das Risiko deutlich reduziert.

Besser schützt die Maske ‒ laut Video der Journalisten von der Costa Blanca ‒ in größeren Innenräumen wie eine Bar oder die Schulklasse. Allerdings spielt in jedem Fall das Verhalten der Beteiligten eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung des Coronavirus über infektiöse Aerosole. Wenn etwa viel und dauerhaft gesprochen wird, steigt die Gefahr einer Ansteckung auf das Zehnfache. Wenn in einem Raum geschrien oder gesungen wird, sogar um das Hundertfache, erklärt der preisgekrönte Clip, der unten auf der Facebook-Seite von „El País“ zu sehen ist.

Es lohnt sich, den Clip zur Verbreitung des Coronavirus nochmals anzusehen – gerade in der kalten Zeit, in der sich auch an der Costa Blanca, Costa Cálida oder Costa del Sol zusehends Innenräume mit Menschen füllen. Menschen, die vielen Arten von Falschinformationen zum Opfer fallen können. Solchen, die gezielt gegen Corona-Maßnahmen Kampagne machen. Aber auch solchen, die der eigene Leichtsinn diktiert. Eine verbreitete Falschinfo dieser Art lässt sich immer wieder beobachten: Sobald Menschen mit bekannten Gesichtern an einem Tisch Platz nehmen, glauben sie fälschlicherweise, das Virus sei automatisch ausgeladen.

Rubriklistenbild: © Mariano Zafra / Javier Salas

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