Zwei Personen mit Strohhüten, von hinten zu sehen, schauen auf ein Weinfeld.
+
Wein an der Costa Blanca: Auch für den Tourismus ein interessanter Sektor.

Landwirtschaft erleben

Wein und Tourismus an der Costa Blanca: Führungen über Finca in Teulada

  • Anne Thesing
    VonAnne Thesing
    schließen

Die Finca La Alberca in Teulada öffnet sich mit Führungen dem landwirtschaftlichen Tourismus. Ihr Projekt: Eiswein aus Moscatel-Trauben. Besucher erhalten Einblicke in eine außergewöhnliche Initiative an der Costa Blanca.

Teulada-Moraira - Vor fast fünf Jahren erfüllte Cristina Rodríguez sich mit ihrem eigenen Wein M de Alejandría einen Traum. Jetzt will sie ihn mit anderen teilen und öffnet die Tore ihrer Finca La Alberca in Teulada an der Costa Blanca für landwirtschaftlichen Tourismus. „Wir wollen die Arbeit, die das ganze Jahr über beim Weinanbau auf den Feldern verrichtet wird, erzählen“, sagt sie. Sämtliche Arbeit, „die in einer Flasche Wein steckt“.

TeuladaGemeinde in Spanien
Fläche:32,24 km²
Höhe:185 m
Bevölkerung:10.722 (2018)
Provinz:Provinz Alicante

Wein und Tourismus: Finca an der Costa Blanca bietet Eiswein aus Moscatel

Es ist ein für Spanien ganz besonderer Wein, den Rodríguez auf ihrer anderthalb Hektar großen Finca produziert: M de Alejandría, so der Name, ist ein Eiswein – und das in der Region Valencia, wo Minustemperaturen Seltenheitswert haben. Wie sie es trotzdem schafft, an der Costa Blanca Wein zu gewinnen aus gefrorenen Moscatel-Trauben, einer der hier traditionell angebauten Sorten, das ist sicherlich eine der Informationen, die sie ihren Besuchern bei den Führungen weitergeben und so einen etwas anderen Tourismus bieten wird. „Außerdem geht es um die Landschaft und die architektonischen Spuren, die die Moscatel-Trauben hier hinterlassen haben, wie Riuraus und Natursteinmauern“, sagt sie. „Die kleinen Schätze, die uns unser Land schenkt.“

Und es geht darum, die Liebe zum lokalen Produkt zu wecken. Zu ihrem Eiswein aus heimischen Moscatel-Trauben, aber auch zu anderen Spezialitäten von der Costa Blanca, die im Anschluss an den Tourismus-Spaziergang über die Finca gekostet werden können. Neben M de Alejandría sind das ein trockener Moscatel-Wein von Uvas Cabrera – dessen Inhaber sich um die Pflege der Alberca-Weinfelder kümmert – und ein Rotwein des Önologen Daniel Belda. Dazu gibt es traditionelle Cocas, Wurstwaren aus Teulada, Käse aus Callosa, hausgemachtes Brot, Olivenöl aus Alcoy, süße Coca María sowie Schokolade aus Villajoyosa. „Wir haben in der Provinz Alicante so viele hervorragende Produkte – und jedes hat seine ganz eigene Geschichte“, sagt Rodríguez. „Wer die Geschichten kennt, kann die Produkte noch ein Stück mehr genießen.“

Wein und Tourismus an der Costa Blanca: Ideensammlung im Corona-Jahr

Das Genießen gelingt besonders gut, wenn die Produkte direkt am Weinfeld probiert werden können. „Bei unserer ersten Führung stand der Wein in voller Blüte. Wer dagegen im September kommt, kann zuerst die Trauben vom Feld und dann direkt den fertigen Wein kosten. So erlebt man bei den Führungen, wie sich die Finca im Laufe des Jahres verändert.“ Das Corona-Jahr, das die Finca an der Costa Blanca hinter sich hat, war dabei wohl das schwerste seit Beginn des Anbaus vor fünf Jahren. „Uns Wein-Produzenten ging es wie allen, aber immerhin, wenn uns die Ausgangssperre etwas geschenkt hat, dann war es Zeit“, sagt Cristina Rodríguez, die diese Zeit nutzte, um die Ideen, die sie seit jeher auf einem Notizblock sammelt, auszuarbeiten. Neben der immer weiter verbreiteten Idee, Tourismus-Führungen durch die Landwirtschaft anzubieten, war das die Entwicklung einer App zur Übersetzung der Flaschenetiketten, die Optimierung der Internetseite und, aktuell in Arbeit, deren Übersetzung.

Wein an der Costa Blanca: Die Produzenten der angebotenen Produkte stoßen auf das Tourismus-Projekt an.

Wein und Tourismus an der Costa Blanca: Die Geschichte hinter der Flasche

Doch Rodríguez‘ größte Idee waren und sind nach wie vor die Weinfelder direkt vor ihrer Haustür. 2.900 Weinflaschen seien aus der 2019er-Ernte hervorgegangen, zwei Jahre zuvor waren es noch 1.200. „Wir wachsen zwar, aber nicht zu schnell. Denn die Auswahl der Trauben ist sehr wichtig. Was wir bei der Ernte auswählen, ist quasi der Wein, ohne weitere Zusatzstoffe“, sagt sie, wirft noch einen Blick auf ihre Finca an der Costa Blanca und freut sich, die Geschichte erzählen zu dürfen, die sich hinter ihrer Weinflasche verbirgt.

Führungen (jeweils für die kommenden zwei Wochen) können hier gebucht werden. Die Teilnehmerzahl ist auf je zwölf Personen beschränkt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare