Spaniens Wunder

Weltkulturerbe der Costa Blanca: Palmen von Elche feiern Unesco-Jubiläum

  • vonStefan Wieczorek
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Vor 20 Jahen wurden die Palmen von Elche zu einem Weltkulturerbe der Costa Blanca. Zum Unesco-Jubiläum will Valencia der Stadt ein neues Palmengesetz schenken.

Elche - 20 Jahre Unesco-Weltkulturerbe. Den Anlass feiern in diesen Tagen die Palmen von Elche. Am 30. November 2000 wurde dieses grüne Wunder der Costa Blanca von der Unesco geehrt, was der Palmenstadt großes Ansehen brachte. Nun verhindert das Coronavirus in Spanien alle großen Feste, und Elche muss das Jubiläum in kleiner Runde feiern. Die jedoch hat es in sich. Landeskulturminister Vicent Marzà aus Valencia bringt den Entwurf eines neuen Palmengesetzes mit, das das Weltkulturerbe schützen und fördern soll. Den Gesetzesentwurf verabschiedete das Land Valencia vor einigen Wochen. Bestätigen will es der Landtag Les Corts bis Ende des Jubeljahres. Für die Palmenstadt sind diese Nachrichten sehr bedeutend.

ElchePalmenstadt der Costa Blanca
Fläche: 326,1 km²
Höhe:86 m
Bevölkerung: 230.625 (2018)
Provinz:Alicante

Weltkulturerbe der Costa Blanca: Palmen von Elche - Unesco-Titel „klarer definieren“

Seit Jahren leidet die „Oase des Mittelmeers“ - der Tourismus-Slogan von Elche - an mangelnder Pflege der Palmen, der Palmrüssler-Plage und rücksichtslosem Bau, der das grüne Weltkulturerbe - trotz Unesco-Auszeichnung zerstört. Das bisherige Palmengesetz ist noch von 1986 und erschwere den Schutz der Palmen an der Costa Blanca eher als dass es ihnen helfe, erklären Palmengärtner. Das neue Gesetz zum Jubiläum soll nicht nur die Bedrohungen für die Gärten eindämmen, sondern auch kulturelle Güter rund um den Palmeral stärken, etwa die Gärtnerei oder das Kunsthandwerk. Solche geistigen Erbstücke der Palmenoase Elche werden bisher fast nur von örtlichen Kollektiven aufrechterhalten.

Doch diese private Förderung der Weisheiten rund um das grüne Weltkulturerbe der Costa Blanca ist nicht genug. Finanzielle Probleme – gerade jetzt, in der Corona-Krise – lassen in Elche ernste Sorgen aufkommen, ob es etwa in Zukunft ausreichend wirklich geschulte Palmengärtner in Elche geben wird. Palmerers also, die nicht nur theoretische Grundlagen über die Palmen erlernt haben, sondern ihre Besonderheiten quasi im Blut tragen, wie es in Elche über Jahrhunderte geschah.

Nur so, das betonen Experten, seien die Palmen von Elche nachhaltig zu bewahren. Und das wiederum sei nötig für den Wohlstand in der Palmenstadt. Das neue Gesetz soll den „gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen“ des grünen Weltkulturerbes „klarer definieren“, heißt es. In Zusammenarbeit mit Unesco will das Land „nachhaltiges Wachstum“ des Palmerals fördern. Das bedeute, das man ihn auch stärker an die Bedürfnisse der Bevölkerung kopple.

Palmen von Elche - Weltkulturerbe der Costa Blanca seit 2000.

Weltkulturerbe der Costa Blanca: Palmen von Elche

Das Ziel: Die Oase der Palmen von Elche soll in Zukunft nicht nur vor sich hin schlummern, sondern Kultur und Wirtschaft an der Costa Blanca ankurbeln. Dafür sollen aber all die noch ungeschützten Zweige des Weltkulturerbes Schutz erhalten. Dem Land Valencia schwebt vor, das mittels des Titels „Bic“ – Gut von kulturellem Interesse – zu tun. Anwenden könnte man das „Bic“ auf besondere Gärten, auf das Handwerk der Gärtner, die historischen Bewässerungskanäle und ein historisches Archiv zum Palmeral.

Für das Kunsthandwerk „Palma blanca“ dagegen – „weiße Palmen“, die Elche an Palmsonntag einkleiden – schlägt Valencia das Herkunftssiegel für regionale Spezialitäten, „Denominación de Origen“, vor. Stützen, damit das einmalige Weltkulturerbe der Costa Blanca weiter wächst. Sie sind neugierig geworden? Dann lesen Sie bei uns nach, wie Touristen den Palmeral von Elche am besten besuchen können. Wer lieber unter Palmen am Meer ist, fährt zum Palmeral von Alicante. Näheres über die Erklärung der Palmen von Elche zum Weltkulturerbe lesen Sie auch in den kommenden Papier-Ausgaben der Costa Blanca Nachrichten, Costa Cálida Nachrichten und Costa del Sol Nachrichten.

Rubriklistenbild: © Palmenmuseum Elche

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