Adler kreisen über dem Montgó

Coronavirus lässt Natur Spaniens aufblühen: In Dénia leben Flora und Fauna auf

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In Zeiten des Coronavirus: Der Naturpark Montgó profitiert von der Ausgangsbeschränkung
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In Zeiten der Covid-19-Krise blüht die Natur in Spanien zusehends auf. Über dem Montgó ziehen Adler ihre Kreise, auf der Burg von Dénia brüten unzählige Möwen und in ländlichen Gebieten werden Regenpfeifer gesichtet.

  • Coronavirus-Krise lässt Natur in Spanien aufatmen.
  • Im Naturpark Montgó werden mehr Wildtiere gesichtet.
  • In den Dünen am Strand von Dénia nisten zunehmend Regenpfeifer.

Dénia - Die Einschränkungen während der Covid-19-Krise hat einerseits zu einer üppigeren Flora und geburtenreichen Wochen bei Wildtieren geführt. Gleichzeitig werden weniger Zusammenstöße zwischen Verkehrsmitteln und Tieren auf Straßen registriert. Ein Phänomen, das etwa der Umweltschützer und Ornithologe Joan Sala begrüßt, der den Verwaltungsrat des Naturparks Montgó in Dénia-Jávea leitet. „Bleibt zu hoffen, dass wir die Lektion, die uns das Coronavirus erteilt, nicht so schnell vergessen werden“, sagt er. „Und dass uns bewusst wird, welchen Schaden unser unverantwortliches Verhalten im Laufe der Zeit der Natur zugefügt hat.“

Sala ist überzeugt: Die Zeit der Ausgangsbeschränkungen wird dazu beitragen, dass sich Naturgebiete wie der Montgó oder das Feuchtgebiet Marjal Pego-Oliva (spanisch) erholen. „Es wäre interessant, eine Vergleichsstudie mit den selben Jahreszeiten der Vorjahre zu erstellen“, meinte der Umweltaktivist. „Sie würde uns Aufschluss darüber geben, welche positiven Auswirkungen die Coronavirus-Krise auf die Natur mit sich bringt.“ Er sei der Auffassung, dass nur eine dauerhafte Einschränkung der Besucherzahlen zu einer längerfristigen Erholung der Naturgebiete führen werde. Dabei spielten der durchrollende Verkehr sowie die unzähligen Radsportler, die den Montgó für Trainingszwecke nutzten, natürlich auch eine maßgebliche Rolle.

Coronavirus in Spanien: Ausgehsperre fördert Nachwuchs bei Adlern & Co.

Als sehr erfreulich wertet der Umweltaktivist die Tatsache, dass sich die überfahrenen Wildtiere auf den Straßen zwischen La Xara, Jesús Pobre und Jávea deutlich verringert haben. Bis zu 450 Tiere – hauptsächlich Vögel und Kröten, aber auch Füchse und Igel - seien allein in diesem Außenbezirk des Naturparks jährlich unter die Räder von Kraftfahrzeugen gekommen.

Sehr erfreut äußerte sich Sala über die zunehmende Reproduktion von Greifvögeln wie Falken und Adler. „Wir haben festgestellt, dass in diesen Wochen pro Nest zwei oder drei Jungtiere heranwachsen, während Paare in der Vergangenheit häufig nur ein Junges aufzogen. Oder mitunter auch gar keins, weil sie von Naturparkbesuchern beim Brüten gestört wurden und das Nest nicht mehr betreuten“, sagte er.

Coronavirus in Dénia: Regenpfeifer erobern die menschenleeren Strände

Auch an den Stränden mache sich die Ruhe durch ausbleibende Menschenscharen bemerkbar. Noch nie seien in den Dünen so viele Exemplare des unter Artenschutz stehenden Regenpfeifers gezählt worden, wie in diesen Wochen. Brutstätten dieser seltenen Vogelart habe man sogar auch auf Feldwegen des Feuchtgebiets Marjal entdeckt. In Corona-freien Zeiten sei dies unmöglich gewesen, da das Gebiet sehr beliebt bei Ausflüglern sei.

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