Die iberische Steinbüste Dama de Elche blickt in einem Museum dem Betrachter tief in die Augen.
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Die Dama de Elche im Museum Mahe ist die beste Kopie des Originals.

Schätze der Costa Blanca

Spanien-Rückflug geglückt, Dama de Elche nach Iran-Reise wieder zu Hause

  • vonStefan Wieczorek
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Vor 123 Jahren fand man die Dama de Elche. Pünktlich zum Jahrestag ist ihre Kopie aus dem Iran ins Museum Mahe heimgekehrt. Tipps für den Besuch und Souvenir-Kauf in Elche.

  • Die Dama de Elche ist nach der Iran-Reise wieder in Spanien gelandet und weilt im Museum Mahe.
  • In Elche können Kulturinteressierte die beste Kopie der am 4. August 1897 gefundenen Original-Dame bewundern.
  • Die Dama de Elche ist ein sagenhaftes Kunstwerk mit einer völkerverbindenden Botschaft.

Elche - Im Urlaub an der Costa Blanca sollte unbedingt die herrliche Palmenstadt Elche besucht werden. An dieser Stelle empfehlen wir das Archäologiemuseum Mahe, direkt am Stadtpark und an der Basilika. Im kühlen unterirdischen Inneren ist eine alte Bekannte wieder zu bewundern: Die 2.400 Jahre alte Dama de Elche. Vor einigen Tagen kehrte die Büste der geheimnisvollen Frau aus dem iranischen Nationalmuseum in Teheran zurück, wohin sie im Rahmen einer temporären Ausstellung mit Stücken aus Alicante reiste. Ihr Rückflug nach Spanien verspätete sich deutlich - wegen des Coronavirus.

Dama de ElcheWahrzeichen der Costa Blanca
Material:Kalkstein aus der Umgebung von Elche
Epoche:5. bis 4. Jahrhundert vor Christus
Zivilisation:Iberische Kultur
Höhe:56 Zentimeter
Funddatum:4. August 1897

Darüber berichtete die CBN im Artikel Kein Flug für Mama: Dama de Elche steckt wegen Coronavirus im Iran fest. Nun kehrte die Frau, die ganz Elche verehrt, ins sehenswerte Museum Mahe (Video unten) zurück. Zwar nicht im Original. Das steht - zum Leidwesen der Elcher - unverrückbar im Spanischen Nationalmuseum in Madrid. Aber immerhin - pünktlich zum 123. Jahrestag des Fundes am 4. August 1897 - in der vorzüglichsten Kopie, die Elche besitzt. Die 2003er Ausgabe ist nicht so glatt wie viele andere Kopien, aber eben mit jeder einzelnen noch so kleinen Facette und Macke der echten Dame ausgestattet.

Dama de Elche im Museum Mahe besuchen: Am besten am frühen Nachmittag

Von daher ist es für die Stadt Elche schon eine große Erleichterung, dass die Dama des Museum Mahe wieder zu Hause ist. Nutzen auch Sie die Gelegenheit und besuchen die iberische Frau, am besten unter der Woche am frühen Nachmittag - dann werden Sie mit ihr im Saal so gut wie allein sein. Blicken Sie der originalgetreuen Dame in die Augen, staunen über ihr ausdrucksvolles Gesicht - ein Antlitz aus vorchristlichen Zeiten! - bewundern ihren Schmuck, stellen sich ihn in Farbe vor. Letzteres löst übrigens später ein neuer Saal des Museums Mahe mit farbigen Lichtspielen auf.

Gehen Sie um die Dama de Elche herum. Schauen Sie die Rückseite der Figur an, und stellen Theorien auf, wofür die seltsame Lücke in ihrem Rücken bestimmt war. Das wissen Wissenschaftler bis heute nicht. Diente die steinerne Dame vor tausenden Jahren als Urne? War sie auf einem Pfahl befestigt? Oder erzielte man durch das Loch akustische Effekte? Voller Geheimnisse und Rätsel ist diese Frau, von der man auch nicht weiß, ob sie real existierte - als Adlige, Priesterin oder Herrscherin -, oder ob der iberische Künstler da eine Frau aus dem mythisch-religiösen Bereich darstellte.

Dama de Elche: Den Fund am 4. August 1897 lässt das Museum Mahe aufleben.

Die Dama de Elche ist Stein gewordene Völkerbegegnung - Selbst Corona-Masken der Dame gibt es

Fest steht nur: Die Dama de Elche ist einzigartig. Ein so altes und gut erhaltenes Kunstwerk von solchem Detailreichtum findet man in Spanien kein zweites Mal. Sie ist das Produkt einer spannenden Epoche, als sich die iberische Kultur mit den Völkern der anderen Seite des Mittelmeeres - Griechen und Phönizier - kreuzte. Von ihnen lernten die damaligen Spanier das Kunsthandwerk und Vorstellungswelten - und mischten sie mit eigenem kulturellen Reichtum. Auf dem Weg aus Teheran überflog die Dama de Elche ihre künstlerische Wiege. Ein Stück hinter Syrien, Heimat der Phönizier, liegt der Iran schließlich.

Damit ist die 2,4 Jahrtausende alte Dama de Elche das Stein gewordene Plädoyer für die Begegnung von Menschen mit ganz verschiedenen Herkünften. So lokal verwurzelt die "Dame von Elche" in ihrer vergleichsweise kleinen Stadt am Fluss Vinalopó ist - so universell ist ihre völkerverbindende Botschaft. Lassen Sie sich diese faszinierende Dame nicht entgehen. Eine kleine Kopie kaufen Sie im Museums-Shop. Im Souvenir-Shop "Cor d´Elx", nur zehn Gehminuten entfernt, gibt es übrigens sogar Schutzmasken gegen das Coronavirus mit dem Antlitz der so universellen Dame. Hashtag zur Dame: #LaDamadeElche

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