Tiere werden zur Plage

Corona-Ruhe bringt Möwen nach Dénia: Vögel-Kolonien hausen in der Burg

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Brütende Möven sind der Stadtverwaltung von Dénia ein Dorn im Auge
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Seit Beginn der Coronavirus-Krise haben sich ganze Möwen-Kolonien auf Dénias Burg niedergelassen. Das unter Denkmalschutz stehende Castillo ist seit Mitte März für Besucher gesperrt. Doch für die Stadtverwaltung ist das Federvieh ein Problem, denn die Vögel hinterlassen nicht nur Dreck.

  • Ruhe wegen Coronavirus: Möwen ziehen ungestört auf Dénias Burggelände ihre Jungen auf.
  • Die Vögel sind Bodenbrüter, einige Arten bauen ihre Nester aber auch in Dénias alten Gemäuern.
  • Die Stadtverwaltung von Dénia versucht nun, der Plage Herr zu werden.

Dénia - Die Brutzeit der Möwen hat begonnen, und wo könnte es für die Meeresvögel einen schöneren Platz für die Aufzucht der Jungtiere geben, als an der Costa Blanca auf Dénias Burggelände? Sie nisten dort zuhauf. Seitdem das Castillo wegen der Coronavirus-Pandemie nicht mehr besucht werden kann, haben sich die Wasservögel ganz in Ruhe dem Bau ihrer Nistplätze widmen und ihre Eier legen können.

Da es nun aber nur noch eine Frage der Zeit ist, bis Dénias Burggelände wieder Besucher empfangen wird, sind die Verantwortlichen der Stadt Dénia damit beschäftigt, in Zusammenarbeit mit Vogelexperten die Population zu reduzieren. Dies geschieht, indem Eier zerstört werden, bevor darin Jungtiere heranwachsen können. Kein einfaches Unterfangen, wie der zuständige Stadtrat Raúl García de la Reina mitteilte. „Möwen, die brüten, sind äußerst aggressiv und verteidigen ihre Nistplätze bis aufs Äußerste.“

Möwen in Dénia: Kein neues Problem

Das Problem sei nicht neu, berichtet García. Die Möwenpopulation hat in Dénia schon immer extreme Ausmaße angenommen“, sagte er. „Doch bislang konzentrierten sich ihre Nistplätze immer auf einen bestimmten Bereich der Burg. Das ist jetzt anders. Die Vögel konnten sich nun zwei Monate lang ohne nennenswerte Störungen auf dem Burggelände ausbreiten. Als wir nach einigen Wochen wieder hier her kamen, fanden wir überall Nester von Möwen vor. Die Brutstätten waren überall.“

Dénias Rathaus bekämpft angriffslustige Möwen

Der Stadtrat zeigte sich besorgt über die Plage. „Möwen hinterlassen nicht nur sehr viel Dreck, der sehr schlecht zu entfernen ist“, meinte er. „Die Tiere schrecken auch nicht davor zurück, Menschen oder Tiere anzugreifen, wenn sie sich oder ihren Nachwuchs in Gefahr sehen. Es wäre nicht das erste Mal, dass es auf dem Burggelände zu Angriffen von Möwen auf Besucher kommt.“ Man wolle die Burgtore erst wieder für Besucher öffnen, wenn man das Problem im Griff habe.

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