Tourismuspfarrer der EKD an der Costa Blanca Klaus Eicher mit Helferinnen.
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Ein Team um Tourismuspfarrer Klaus Eicher setzt sich für den guten Zweck ein.

Armut in Spanien

Deutsche in Dénia helfen: Tourismuspfarramt der EKD greift Heilsarmee unter die Arme

  • vonAndrea Beckmann
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Immer mehr Menschen in Spanien sehen sich durch die Coronaviruskrise in einer ausweglosen Situation. Auch an der Costa Blanca wächst die Not. Hilfsorganisationen sind mehr denn je für viele der letzte Ausweg. Doch auch sie stoßen mit ihren Ressourcen an Grenzen. Das Tourismuspfarramt der EKD will helfen.

Dénia – Brigitte Amann überprüft in Dénias Dénitreff noch einmal die Schleife des Weihnachtsgestecks, während sie sagt: „Wir möchten, dass alle Leute ein schönes Weihnachten haben. Vor allem in schwierigen Zeiten ist es wichtig für die Seele, dass man es heimelig hat.“

Die Helferin des Tourismuspfarramts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an der Costa Blanca kann zufrieden sein: Mehr als 30 Weihnachtskränze, Gestecke und Zapfen haben Brigitte Prinz, Karin Kleinschmidt, Brigitte Schenk und Klaus-Dieter Mein unter ihrer fachkundigen Anleitung gebunden. Nun soll die Weihnachtsdeko für den guten Zweck Abnehmer finden. Außerdem erhältlich sind im Dénitreff und bei den Adventsverkäufen unter anderem Batiktücher von Karin Kleinschmidt, Limoncello und feines Öl von Heinz Amann, Gebäck von Amelie Müller sowie hausgemachte Marmelade von Anita Kunz.

Corona-Pandemie: Covid-19 hinterlässt tiefe Spuren an der Costa Blanca

Die Coronavirus-Krise hinterlässt tiefe Spuren an der Costa Blanca, Lebensmittelbanken und Suppenküchen sind mehr denn je auf Sach- und Geldspenden angewiesen. Das Tourismuspfarramt der EKD unterstützt Dénias Heilsarmee deshalb mit einer Sammelaktion. Benötigt werden nicht nur haltbare Lebensmittel, deren – ganz wichtig! – Verfallsdatum noch nicht abgelaufen ist, sondern insbesondere auch Hygieneartikel wie Seife, Duschgel, Shampoo, Rasierschaum, Zahncreme und Babybedarf. Abgegeben werden können die Spenden im Dénitreff, aber auch nach den Adventsgottesdiensten wie etwa am Samstag, 28. November, ab 18 Uhr im Patio der Ermita Las Rotas in Dénia.

„Normalerweise ist es der Nikolaus, der die Geschenke bringt“, sagt der Pfarrer der EKD, Klaus Eicher. „Es wäre schön, wenn die Leute diesmal nicht fragen würden, was sie zum Fest bekommen, sondern sich überlegen, was sie geben können.“ Schon mit einem Kilo Lebensmittelspende leiste man einen wichtigen Beitrag, um Menschen in der Not zu helfen. „Ein Kilo tut niemandem weh“, meint Eicher. „Die Zahl bedürftiger Familien steigt enorm. Binnen weniger Wochen haben sich die Mahlzeiten, die die Suppenküchen in Dénia ausgeben, verdoppelt.“ Und das sei nur die Spitze des Eisbergs. „Viele Leute scheuen sich davor, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sie haben Hemmungen, sich auf der Straße für ein warmes Essen oder ein Lebensmittelpaket anzustellen, denn wer outet sich schon gerne als arm.“

Die Herausforderung sei größer geworden, die Armut gestiegen. „Unsere Kirche lebt ebenfalls von Spenden und Kollekten, sagt Eicher. „Auch wir haben gespürt, dass weniger Gottesdienstbesucher kommen.“ Dieses Jahr sei durch Corona alles etwas anders. „Von dem für 28. November geplanten Adventsmarkt haben wir Abstand genommen“, erklärt der Seelsorger. „Die Sicherheitsvorkehrungen wären zu komplex gewesen. Wir hätten noch nicht einmal Speisen und Getränke anbieten können. Da wäre der Frust größer als die Lust gewesen.“ Doch trotz aller auferlegten Regeln werde Weihnachten natürlich stattfinden, wenn auch in etwas anderer Form. „Wir studieren diesmal halt nicht nur die Bibel, sondern auch den BOE“, scherzt Klaus Eicher und meint damit die sich ständig ändernden Corona-Vorgaben der Regierung, die in dem Gesetzesblatt veröffentlicht werden.

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