Auf dem Boden stehen Kühltaschen, Plastiktüten ein Tetrapack mit Wein und zwei Becher, in denen ein junger Mann Wein mit Coca Cola auffüllt.
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Bei Schlägereien und Gewalt in Dénias Nachtleben ist oft Alkohol im Spiel.

Turbulente Nächte

Gegen Schlägereien und Gewalt: Dénia erstellt Plan für sicheres Nachtleben

  • Anne Thesing
    VonAnne Thesing
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Dénias Nachtleben hat immer mehr mit Trinkgelagen, Schlägereien, Gewalt und Lärmbelästigung zu kämpfen. Um das zu ändern, will die Stadt jetzt europäische Experten zu Rate ziehen.

Dénia - Die Schlagzeilen über Schlägereien, Gewalt oder Lärmbelästigungen in Dénias Nachtleben nehmen kein Ende. Im Winter trifft es vor allem den Hafen und die Calle Marqués de Campo - jüngstes Beispiel: in der Dreikönigsnacht musste die Polizei hier zwei Schlägereien auflöse. Im Sommer verlagern sich Gewalt und Lärm auch an die Strände. Dagegen will die Stadt jetzt vorgehen und für sicherere und angenehmere Nächte sorgen. Ein entsprechender Antrag des Sicherheitsstadtrates Javier Scotto wurde im jüngsten Plenum angenommen.

DéniaStadt in Spanien
Höhe22 m
Fläche66,2 km²
Bevölkerung41.733 (2018)
PostleitzahlE-03700
ProvinzProvinz Alicante

Dénias Nachtleben: Dialog und Erfahrung versus Schlägereien und Lärm

Als Waffe setzt das Rathaus dabei auf Dialog – und auf Erfahrung. So sollen Experten des Europäischen Forums für städtische Sicherheit (Efus), eine Plattform, der auch Dénia angehört und die das Zusammenleben in den Städten zu verbessern sucht, einen Plan ausarbeiten, um Dénias Nachtleben neu zu gestalten und Schlägereien, Lärm und Gewalt den Kampf anzusagen. Ein Plan, in dessen Vorfeld verschiedenste Sektoren der Gesellschaft zu Wort kommen sollen: Vertreter von Discos und Pubs gleichermaßen wie die Vertreter von Touristikunternehmen und Nachbarschaftsvereinigungen, aber auch die Jugendlichen selbst.

Gerade im Jahr 2021 hätten sich die Probleme in Dénias Nachtleben multipliziert, sagte Javier Scotto. Es sei ein hartes Jahr 2021 gewesen, da in Spanien Nachtclubs wegen der Corona-Einschränkungen schließen mussten und sich die Partys somit in vielen Städten nach draußen verlagert hätten. Die Wiedereröffnung des Nachtlebens wiederum habe die Lage auch an der Costa Blanca noch verschärft. Das Problem von Gewalt, Schlägereien und dem in Spanien allgegenwärtigen Lärm lasse sich nicht durch die Einführung eines „Polizeistaats“ am Wochenende lösen. Zwar habe man die Polizeipräsenz intensiviert, doch letztlich müsse man das Problem an der Wurzel packen.

Sicheres Nachtleben: Dénia macht Vorschläge gegen Gewalt auf den Straßen

Und so solle der Plan, der nach den Befragungen der verschiedenen Betroffenen erstellt wird, „Vorschläge machen für sichere Nächte in der Stadt“, wobei neue, alternative Aktivitäten, aber auch eine bessere Verteilung der Freizeitorte eine Rolle für die Vermeidung von Schlägereien und Lärmbelästigung spielen könnten. Als Beispiele nannte Scotto für das Nachtleben im Sommer sportliche Aktivitäten am Strand, die nächtliche Öffnung von Dénias sehenswerter Burg oder den Museen und ein umfangreiches Kulturprogramm mit Theater und Konzerten. Darüber hinaus könnten in Dénia Nachtbusse als sicheres Fortbewegungsmittel eingesetzt werden.

Skeptisch zeigte sich die Opposition aus PP und Gent de Dénia bezüglich des Einsatzes von Efus, sei es doch kostengünstiger und daher sinnvoller, den Plan von Rathaus-Mitarbeitern erstellen zu lassen. Was Javier Scotto anzweifelte. Das Rathaus verfüge nicht über Sachverständige, die die Komplexität des Dénianer Nachtlebens erfassen könnten – die Experten von Efus dagegen hätten schon erfolgreiche Strategien für Städte wie Turin, Paris, Nizza oder Budapest entwickelt, die ähnliche Schwierigkeiten mit Gewalt, Schlägereien und Lärm hatten. Eine Abordnung der Efus wird noch Ende Januar in Dénia erwartet.

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