Eine Frau und ein Mann, die mit ihrem Fahrrad an Dénias Markthalle entlang fahren.
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Dénia will Fahrradfahrern eine sicherere Innenstadt bieten.

Verkehrsberuhigte Innenstadt

Dénia will für Autos Geschwindigkeit auf 20 km/h drosseln und Fahrrad fördern

  • vonAndrea Beckmann
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In Dénia läuft der Verkehr zuweilen chaotisch. Vor allem in der Hochsaison sind Staus vorprogrammiert und die Parkplatzsuche oft aussichtslos. Dagegen geht die Stadtverwaltung nun vor.

  • Dénia arbeitet auf verkehrsberuhigte Innenstadt hin und will Geschwindigkeit drosseln.
  • Im Zentrum von Dénia sollen sich Autos in der Zona 20 nicht schneller als 20 km/h fortbewegen.
  • Unter anderem will Dénia damit ihren Bürgern das Fahrrad als Verkehrsmittel schmackhaft machen.

Dénia – Zielstrebig arbeitet Dénias Stadtregierung auf eine zunehmend verkehrsberuhigte Innenstadt hin. Die Ausdehnung von Fußgängerbereichen und Verbannung des Verkehrs aus der Innenstadt ist nur ein Teil des Vorhabens. Nun stellten die Stadträte Javier Scotto (Bürgersicherheit) und Maria Josep Ripoll (Städteplanung) ein gemeinsam erarbeitetes Projekt vor. Geplant ist beim Autofahren die Drosselung der höchstzulässigen Geschwindigkeit, die nach Gebieten gestaffelt werden soll.

DéniaStadt im Norden der Costa Blanca
Region/ProvinzValencia/Alicante
Comarca Marina Alta
Fläche 66,2 km2
Einwohner42.166 (1. Jan. 2019)

Autofahren in Dénia: Verkehrsberuhigte Innenstadt, weniger Autos, mehr Fahrräder

In Dénia, an der nördlichen Costa Blanca gelegen, sollen sich in einer sogenannten Zona 20 Verkehrsteilnehmer zur Verkehrsberuhigung dann nur noch mit einer Geschwindigkeit von 20 km/h fortbewegen dürfen. Vorgesehen ist dies etwa im gesamten Fischereiviertel Baix la Mar und bis hin zur Calle Patricio Ferrandiz im Süden sowie der Avenida de Alicante im Westen der Stadt. Wobei die Calle Patricio Ferrandiz selbst wie auch etwa die Straße entlang des Hafens und die Calle Miguel Hernández als Zona 30 ausgewiesen werden sollen. Der Verkehr ist in diesen Straßen besonders intensiv.

Noch steht für die Einführung dieser neuen Bestimmungen kein konkretes Datum fest. Die Verantwortlichen bei der Stadt hoffen, dass eine Verkehrsberuhigung dazu animiert, häufiger auf das Fahrrad umzusteigen.

„Damit unsere Strategie der Beruhigung des Verkehrs, die mit der vermehrten Fahrradnutzung einhergeht, erfolgreich sein wird, ist es notwendig, dass die Straßen in Dénias Innenstadt sicherer werden“, sagte Stadträtin Ripoll bei der Präsentation des Vorhabens.

Eine repräsentative Umfrage unter 652 Einwohnern habe ergeben, dass das Fahrrad überwiegend von Männern genutzt wird, die den Verkehr in der City weniger scheuen als Frauen. Außerdem habe sich herausgestellt: Personen im Ruhestand, Jobsuchende und Haushaltsangestellte zählten zu den Personengruppen, die sich am wenigsten mit dem Transportmittel Fahrrad anfreunden könnten. Überrascht habe die Erkenntnis, dass die durchschnittliche Zahl von Radfahrern, die jünger als 25 Jahre seien, unter der des nationalen Durchschnitts läge. „Dies hat sicherlich etwas damit zu tun, dass Dénias Verkehr als Stressfaktor empfunden wird“, meinte Stadtrat Scotto. „Motorisierte Verkehrsteilnehmer nehmen häufig keine große Rücksicht auf Radfahrer.“ Außerdem nehme offenbar die hohe Zahl an Fahrraddiebstählen und der Mangel an Fahrradständern jungen Leuten die Lust am Rad.

Dass Dénias Kommune versucht, Einwohnern das Fahrradfahren schmackhaft zu machen, ist nicht neu. Man erinnere sich an die zahlreichen Versuche, in dem Küstenort den Fahrradverleih einzuführen, auf den Bewohner und Besucher tageweise zurückgreifen konnten. Angenommen wurde dieser Service bislang nicht, sämtliche Neustarts scheiterten früher oder später. Auch die Radspurmarkierungen auf den Straßen der Stadt stellten sich als Flop heraus. Sie behinderten den Verkehr maßgeblich.

Dénia mag in den Außenbezirken ein gut funktionierendes Netz an Fahrradspuren haben, doch in der Innenstadt mit seinem chaotischen Verkehr gestalten sich diesbezügliche Vorstöße als schwierig. Die Fahrspur am Hafen etwa wird von Radlern häufig nicht genutzt. Sie weichen zum Leidwesen der Autofahrer lieber auf die Straßen aus. Dafür sind aber die markierten Radspuren bei Joggern beliebt.

Dénia wirbt mit 3.000 Plätzen in den Außenbezirken der Stadt - Kunden des Einzelhandels erhalten Tickets für Gratisparken

Um das Vorhaben attraktiver zu machen, hat die Stadtverwaltung inzwischen einen Stadtplan in Umlauf gegeben, in dem all die Parkplätze - kostenlos oder gebührenpflichtig - eingezeichnet sind, die sich in den Außenbezirken Dénias befinden. Allein an kostenlosen Parkmöglichkeiten außerhalb der Innenstadt stünden 3.000 zur Verfügung, heißt es in einer Bekanntmachung.

Außerdem wurde mit dem Einzelhandels- und Gaststättenverband folgende Vereinbarung getroffen. Einzelhändler und Restaurantbetreiber geben Gutscheine an ihre Kunden heraus, die derzeit in den Parkhäusern La Vía in der gleichnamigen Straße und Baleària Moll Vell (Passagierzentrum im Hafen) eingetauscht werden können. Für jedes Ticket soll eine Stunde Gratisparken möglich sein. Im Parkhaus La Vía können täglich durch mehrere Tickets mehrere Gratisstunden Parken angehäuft werden. Im Baleària Moll ist die maximale Gratis-Parkzeit auf zwei Stunden begrenzt. Ab September wird Kunden auch im Parkhaus El Raset nach Vorlage entsprechender Tickets Gratisparken ermöglicht. Die maximale Zeit ist dort auf drei Stunden begrenzt. Mit diesem Entgegenkommen erhoffen sich die Verantwortlichen im Rathaus, dass es vor allem in den restlichen Sommertagen weniger hektisch im Verkehr zugehen wird.

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