Unzählige Tierschützer demonstrieren auf dem Rathausplatz für den Tierschutzverein Apad
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Tierschützer machten im Sommer 2019 für Apad mobil.

Tierschützer können aufatmen

Dénia: Kommune beauftragt Apad mit der Verwaltung des städtischen Tierheims

  • vonAndrea Beckmann
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Der Tierschutzverein Apad bekommt den Zuschlag für das Tierheim in Dénia. Die Stadt setzt ein Zeichen gegen die Einschläferung von Tieren.

  • Dénias Tierschützer können aufatmen - die Stadtverwaltung hat Apad definitiv mit der Verwaltung des städtischen Tierheims betreut.
  • Apad Dénia wird die Leitung der Tierschutzarbeit für eine Dauer von vier Jahren übernehmen. Danach kann der Vertrag um ein weiteres Jahr ohne erneute Wettbewerbsausschreibung verlängert werden.
  • Im vergangenen Jahr war die Leitung von Dénias Tierheim beinahe an ein gewinnorientiertes Unternehmen gegangen, was zu vielen Protesten geführt hatte.

Dénia - Die Nachricht erreichte Apad am 9. Juli. Dénias Stadtverwaltung teilte der Tierschutzvereinigung mit, dass sie den Vertrag für die Verwaltung des städtischen Tierheims erhalten habe. „Hurra“, lautete die erste Reaktion der Apad-Vorsitzenden Marion Vogt, die auf einer Auslandsreise weilt und die Übergabe deshalb erst einmal nur kurz per Whatsapp bestätigte. Sie habe es selbst erst vor einer Stunde erfahren, erklärte die Deutsche, als sich die CN am Abend des 9. Juli mit ihr in Verbindung setzte.

Die vertragliche Vereinbarung gilt laut der Stadt für einen Zeitraum von vier Jahren und wird mit insgesamt 285.924 Euro vergütet. Nach Ablauf der vier Jahre besteht die Möglichkeit, dass der Vertrag ohne Ausschreibung um ein weiteres Jahr verlängert werden kann. Fünf Jahre dürfte Apad damit die Verwaltung des Tierheims, das unter anderem mit der Einsammlung von streunenden Tieren, deren medizinischer Versorgung und ihrer Versorgung bis zur Adoption einhergeht, also gewiss sein, hat sich die Tierschutzvereinigung doch bereits seit etwa 26 Jahren als zuverlässiger Partner der Kommune in Sachen Tierschutzarbeit erwiesen.

Wegen einem Formfehler verlor Apad im vergangenen Jahr zunächst den Zuschlag für die Verwaltung des Dénianer Tierheims

Gestrauchelt war die Versorgung der Tiere durch Apad - der Verein steht für null Tötung von Heimtieren - im Sommer vergangenen Jahres, als die Stadtverwaltung in der Pflicht stand, einen neuen Wettbewerb für die Tierheimleitung auszuschreiben. Diese erfolgte wie üblich nach einem Punktesystem. Mitbewerber war das Unternehmen Serproanimal S.L. mit Sitz in Vinaroz in der Provinz Castellón. Apad hatte wegen eines Formfehlers das Nachsehen. Zwar erzielte Apad bei den technischen Anforderungen der Ausschreibung eine höhere Punktzahl als Serproanimal. Aus Unwissenheit beging der Tierschutzverein aber den Fehler, den ausgeschriebenen Betrag von 137.343 Euro nicht zu unterbieten. Dies hatte zur Folge, dass Apad für das Preisangebot kein einziger Punkt angerechnet werden konnte, wohingegen dem Unternehmen aus Castellón 49 Punkte für die Unterbietung des angesetzten Betrages sicher waren. Dessen Angebot hatte um 6.867 Euro unter dem Ausgangsbetrag gelegen.

Die Stadtverwaltung Dénia hatte nun keine andere Möglichkeit, als Serproanimal den Zuschlag zu erteilen. Der zuständige Stadtrat Javier Scotto bescheinigte Apad damals zwar eine „großartige“ Arbeit, erklärte aber, die Stadtverwaltung stehe in der Pflicht, sich bei öffentlichen Ausschreiben an die gesetzlichen Vorschriften zu halten. Mit anderen Worten, dem Rathaus bleibe keine andere Möglichkeit, als das Ergebnis der Ausschreibung zu respektieren. Der Stadtrat versprach seinerzeit aber auch, man werde sämtliche Unterlagen von Serproanimal mit der Lupe prüfen.

Tierfreunde wertschätzten bei einer Demonstration vor Dénias Rathaus die Arbeit der Tierschutzvereinigung Apad

Die Entwicklungen stießen eine Lawine an Protesten los. Es brodelte wie selten zuvor auf Dénias Plaza de la Constitución, als im August mehr als 500 Tierschützer verschiedener Nationen vor den Türen des Rathauses mit „Apad-Apad“-Sprechchören die ehrenamtliche Arbeit des örtlichen Tierschutzvereins Apad wertschätzten. „Wir wollen Tierschutzvereine, keine Tötungsstationen“, so der Tenor der Demonstranten, die sich gegen die Vertragsvergabe für die Betreuung ausgesetzter Hunde in Dénia an das gewinnorientierte Privatunternehmen Seproanimal stellten, das seinerzeit wegen zweifelhafter Hundezüchtung im Fokus der Medien stand.

Der Protest der Tierschützer wäre zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr nötig gewesen: Serproanimal bekam den Auftrag für die Betreuung ausgesetzter Hunde in Dénia nicht. Das Unternehmen war aus dem Rennen, nachdem es die von der Stadt geforderten Unterlagen bei Fristablauf nicht eingereicht hatte.

Ab diesem Zeitpunkt leistete Apad kommissarische Arbeit in Dénias Tierschutz. Seit dem 9. Juli ist der Tierschutzverein nun wieder offiziell verantwortlich für die Verwaltung des städtischen Tierheims.

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