Die Hotelbetreiberin Anna Betlem Noguera vor ihrem Hotel.
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Anna Betlem Noguera ist zufrieden mit der Sommersaison.

Hotelbetreiberin zieht Bilanz

Dénia: Keine schlechte Sommersaison trotz Corona

  • vonAndrea Beckmann
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Wie würde sich Covid-19 in Dénia auf die Sommersaison auswirken? Diese bange Frage stellte sich die Tourismusbranche zu Beginn der Hauptsaison. Durchaus zufriedenstellend, gab die Stadtverwaltung zum Saisonende bekannt. Dies bestätigen nun auch Erhebungen des Nationalen Statistikamtes und eine Hotelbetreiberin, die es wissen muss.

Dénia – Der an der Costa Blanca gelegene Küstenort Dénia hat diesen Sommer trotz der Coronavirus-Pandemie nur einen von zehn Touristen verloren. Das geht aus der Erhebung hervor, die das Nationale Statistikamt (INE) vor kurzem veröffentlicht hat. Demnach verbrachten zwar weniger ausländische Urlauber in den Monaten Juli und August ihre Ferien in dem Küstenort in Spanien. Dafür registrierte Dénia aber im August einen Anstieg des nationalen Fremdenverkehrs um immerhin 5,6 Prozent verglichen mit demselben Vorjahresmonat.

Dénia Spanien
Autonome RegionValencia
ProvinzAlicante
ComarcaMarina Alta
Fläche66,18 km2
Einwohner 42.166 (2019)

Eine Tendenz, die Anna Betlem Noguera den Costanachrichten bestätigte. Die Inhaberin des Hotels Noguera in erster Strandlinie von Las Marinas ist zufrieden mit der zurückliegenden Sommersaison. Sie sagt: „Wir hatten zwar keine ausländischen Gäste, aber dafür sehr viele Leute aus Valencia und Madrid.“ Die meisten Hotelgäste hätten sehr kurzfristig gebucht, während die Reservierungen in ihrem Restaurant meistens schon einige Tage im Voraus erfolgt seien. Noguera freut sich. „Rückblickend kann ich sagen: Es war eine gute Saison. Ich stand zwar sehr unter Anspannung, weil ich Angst hatte, es könnte sich vielleicht ein Coronavirus-Fall im Hotel ergeben und hielt zur Vorsicht stets vier Zimmer frei, falls Quarantänemaßnahmen nötig geworden wären, aber meine Sorge war unbegründet. Es lief alles gut.“

Urlaubsort Dénia: Hotelgäste halten sich vorbildlich an Maskenpflicht und Sicherheitsabstand

Noguera ist voll des Lobes. Die Hotelgäste hätten sich vorbildlich an die Sicherheitsvorkehrungen gehalten. Auch im Restaurant seien die Maskenpflicht und nötigen Sicherheitsabstände stets akribisch eingehalten worden. Die Unternehmerin lacht. „Ich glaube, diesen Sommer beschlossen viele Leute, es sich besonders gut gehen zu lassen und sind häufiger essen gegangen. Eben weil man nicht wissen kann, wie es mit Corona weitergeht und welche neuen Einschränkungen auf uns zukommen.“

Dann erinnert sich Noguera doch noch an einen Zwischenfall. „Mit einer älteren Frau aus Madrid gab es richtig Probleme“, berichtet sie. „Sie wollte wegen Corona partout nicht nach Madrid zurück und auch das Hotelzimmer nicht verlassen, als die Zeit, die sie und ihr Mann reserviert hatten, abgelaufen war.“ Die Frau habe Widerstand geleistet und sich nicht beruhigen lassen. „Sie schrie immer nur, dass sie im Hotel bleiben wolle“, erinnert sie sich. „Ihr Mann bat mich letztendlich, die Polizei zu verständigen. Die musste einen Psychologen anfordern, damit sich die Frau dazu bewegen ließ, das Zimmer zu räumen.“ Dies sei zwar ein Einzelfall gewesen, erzählt Noguera, aber ihr sei aufgefallen, dass viele Gäste wegen der Pandemie recht angespannt gewesen seien.

Dénia: Hotelbetreiber gehen mit Optimismus in die Winterpause und hoffen auf eine Corona-freie Saison 2021

Noguera macht nun Winterpause. „Ich habe das Datum von Anfang November auf Mitte Oktober vorgezogen, weil das Besucheraufkommen in Dénia inzwischen doch sehr zurückgegangen und gleich null ist“, sagt die Geschäftsfrau. Eine Schließung über die Wintermonate sei zwar nichts Außergewöhnliches, das handhabe sie seit Jahren so. Nur schlossen sich die Türen des Hotels halt in diesem Jahr wenige Wochen vor dem eigentlich vorgesehenen Datum. Ab März hofft die Hotelbetreiberin, wieder wie üblich Radsportvereine, von denen viele aus Deutschland kommen, bei sich aufnehmen zu können. Dann, so ihr Wunsch, sei von Corona hoffentlich keine Rede mehr.

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