Gebastelte rote Blümchen liegen auf einer dunklen Oberfläche
+
Verstorbenen-Feier an Costa Blanca: Zum Remembrance Day schmückt sich San Fulgencio mit Mohnblümchen („poppies“).

Leben in Spanien

Mohnblümchen-Feier an Costa Blanca: Alle Nationen eingeladen

  • Stefan Wieczorek
    VonStefan Wieczorek
    schließen

Beim britischen Gefallenen-Fest am 14. November in San Fulgencio sollen gern Deutsche, Schweizer oder Österreicher mitfeiern. Schließlich hätten unter Corona alle eine gemeinsame Trauer zu bewältigen, erklärt Stadträtin Samantha Hull.

San Fulgencio – Einen kleinen Frühling erlebt San Fulgencio an der Costa Blanca schon im November. Lauter rote Mohnblümchen (poppies) blitzen im Ort und der Feriensiedlung La Marina auf. Ein Zeichen, dass – nach langem Corona-Winterschlaf – wieder der Remembrance Day ansteht. Längst feiern bei dem britischen Verstorbenen-Gedenkfest auch die Einheimischen aus Spanien mit. Gern sollen aber auch andere Nationen der internationalen Gemeinde, Deutsche, Schweizer oder Österreicher etwa, mitmachen. Denn schließlich, so Stadträtin Samantha Hull, haben in der Pandemie alle eine gemeinsame Trauer zu schultern.

Costa BlancaKüstenabschnitt in Spanien
ProvinzAlicante
Autonome RegionValencia

Mohnblümchen-Feier an Costa Blanca: Deutsche, Schweizer, Österreicher eingeladen

Aber handelt es sich bei dem Remembrance Day nicht um einen Tag für Gefallene der Weltkriege? Durchaus, bestätigt die Britin von der Costa Blanca. „Die Mohnblümchen-Feier geht auf das Ende des Ersten Weltkriegs am 11. November 1918 zurück. Wir feiern es am Sonntag, der dem 11. November am nächsten ist“, erklärt Hull. In der Geschichte habe das vom Vereinigten Königreich begangene Gefallenen-Gedenken seine Bedeutung stetig erweitert. Nun erinnere der „Día del Recuerdo“, wie die Spanier das Fest nennen, an Opfer sämtlicher Konflikte, des Terrorismus etwa, und an Menschen, die ihr Leben für das Wohl ihres Landes geben.

„Dieses Jahr ist es so, dass viele von uns in der Pandemie jemanden verloren haben. Auch diesen Verstorbenen ist das Fest nun gewidmet“, sagt die Stadträtin. 2020 war das angesichts der Corona-Notlage an der Costa Blanca noch nicht möglich. Da kam nur ein Grüppchen von Menschen mit einer Handvoll poppies in der Feriensiedlung zusammen. „Groß organisiert werden konnte nichts“, bedauert Hull. Am Sonntag, 14. November, kehrt der Gedenktag in zwei Akten zurück. Um 11 Uhr auf der Plaza de la Constitución handle es sich um den „offiziellen Teil“, wobei etwa die Nationalhymnen Spaniens und Großbritanniens erklingen.

Feriensiedlung an Costa Blanca: Verstorbenen-Gedenkstätte im Park von La Marina.

Geöffnete Tür: Gedenktag „nicht auf 11. November beschränkt“

„Wenn sich Residenten anderer Nationen, etwa Deutsche, Schweizer, Österreicher, beteiligen wollen, dann sollten sie sich im Rathaus melden. Natürlich wollen wir, dass auch ihre Hymne erklingt“, verspricht Hull. Um 12 Uhr folgt der eher informelle Teil im Garden of Remembrance, einer Gedenkstätte im Park, wo sich die Calles Lisboa und Justo Quesada kreuzen. Besucher verfassen dort kleine Texte zu ihren Verstorbenen und dekorieren die Stätte mit den roten Mohnblümchen. Wo man diese bekommen kann? „Gegen eine kleine Spende in vielen Lokalen der Stadt, vor allem in den britischen“, sagt die britische Ortspolitikerin.

Organisiert werde die Verstorbenen-Feier von der britischen Kriegsveteranen-Organisation Royal British Legion. „Zum Programm gehört auch eine poetische Lektüre“, kündigt die spürbar mit Vorfreude erfüllte Britin an. Der Remembrance Day sei weniger ein religiöses Gedenken wie etwa das katholische Allerheiligen, erklärt Samantha Hull. Dennoch nutzten ihn Angehörige auch zum stillen Gedenken ihrer lieben Verstorbenen. „Der Garten der Erinnerung ist ganzjährig geöffnet“, erklärt die Stadträtin. „Jeder kann kommen, wann er will, und sich in Ruhe hinsetzen. Der Remembrance Day ist nicht nur auf den 11. November beschränkt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare