Die Rollläden bleiben in vielen Dörfern unten. Das ländliche Leben bietet jungen Menschen scheinbar wenig Perspektiven. Der Exodus trifft die Bewohner hart, die an ihrer Heimat festhalten. Einige setzen sich für die Wiederbelebung der Dörfer ein. Foto: Ángel García

Dörfer ohne Zukunft?

Murla - mz. Die Iglesia de San Miguel Arcángel sticht von weitem aus der idyllischen Landschaft vor ...

Murla - mz. Die Iglesia de San Miguel Arcángel sticht von weitem aus der idyllischen Landschaft vor dem Berg Caballo Verde heraus. Sie steht in Murla, einer Gemeinde nordöstlich von Alicante, die nur etwas mehr als 20 Kilometer von der Küste entfernt, im Landesinneren im Kreis Marina Alta liegt. Doch abgesehen von der Kirche ist hier nicht mehr allzu viel vorhanden. Zwar hat der kleine Ort sogar eine Apotheke, ein Gesundheitszentrum, ein Rathaus, ein Bed and Breakfast, eine Bar und zwei Restaurants – doch Supermarkt, Post oder eine Bank sucht man vergeblich. Stattdessen heruntergelassene Rollläden, wo man nur hinsieht. Vielen Menschen begegnet man nicht in den teils schmalen Gassen, höchstens ab und an einem Radfahrer auf der Hauptstraße. Doch wie hat sich die Bevölkerung der Gemeinde entwickelt und wie setzt sie sich heute zusammen? Auf der Suche nach Antworten auf unsere Fragen zum Thema Landflucht treffen wir eine Mitarbeiterin des Rathauses, Carla Caravaca. Sie selbst wohnt in einem benachbarten Ort. „Im Sommer ist die Einwohnerzahl dreimal so hoch wie jetzt“, erklärt sie. „Viele Ausländer oder Spanier aus Mallorca oder Extremadura haben ihre Häuser hier und kommen erst im Sommer. Dann ist hier etwas mehr Bewegung.“ Die Daten der Volkszählung des Nationalen Statistikinstituts (INE) aus dem vergangenen Jahr bestätigen diese Aussage. Insgesamt waren demnach von den gerade mal 470 Einwohnern Murlas 275 Spanier und 195 Ausländer.

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