Einsame Patrouille am leeren Levante-Strand: Jaime Jiménez muss dieser Tage niemanden aus den Fluten retten. Fotos: Ángel García

Wie in der Drehpause

Benidorm – fin. Die Szene ist seltsam unwirklich: Ein paar einsame Gestalten sind auf Benidorms Leva...

Benidorm – fin. Die Szene ist seltsam unwirklich: Ein paar einsame Gestalten sind auf Benidorms Levante-Promenade unterwegs, die Nationalpolizei fährt alle paar Minuten auf und ab. Vor den kleinen Lebensmittelläden stehen die Besitzer mit Sorgenfalten auf der Stirn, Kunden werden heute, am Montag, keine kommen. Auf den Balkonen und hinter den Fenstern der Wolkenkratzer sind Gesichter zu sehen, die zum leeren Strand hinunterstarren. Ein paar winken oder versuchen, sich mit dem Nachbarn an der Trennwand vorbei zu unterhalten. Vielleicht ist es das erste Mal, dass sie ihr Nebenan überhaupt wahrnehmen. Jaime Jiménez patrouilliert in seiner Rettungsschwimmer-Uniform am leeren Strand entlang, Westernhut auf dem Kopf, blaue Maske vor Gesicht und Nase, Einweghandschuhe an den Händen. „Man kann ja nie wissen“, sagt er, „ob das Virus nicht doch einfach so in der Luft ist.“ Seine Aufgabe ist es heute zu verhindern, dass jemand die Absperrbänder der Polizei ignoriert und den Strand betritt. Es herrscht Nieselregen und es ist auch niemand da, der das versuchen könnte. Anders als vor zwei Tagen. „Am Wochenende war hier noch die Hölle los. Als die Bars am Samstag schlossen, kauften die Urlauber Alkohol und verlegten die Party an den Strand“, sagt Jiménez. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht erinnert sich Tasawoy Abbas an diese glorreichen Zeiten, die erst zwei Tage her sind und doch ewig weit weg zu sein scheinen. Abbas betreibt einen kleinen Getränkeladen direkt an der Promenade und machte am Wochenende den großen Reibach.

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