Nationalpolizei in Elche, Spanien
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Die Nationalpolizei in Elche ermittelt wegen eines Dreifachmordes gegen den 15-jährigen Sohn der Familie.

Mord in der Familie

Dreifachmord in Spanien: Jugendlicher tötet Eltern und kleinen Bruder in Elche - Weiteres ermordetes Paar gefunden

  • Marco Schicker
    VonMarco Schicker
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Spaniens Nationalpolizei verhaftete am 11. Februar einen 15-jährigen in Elche, Provinz Alicante, der gestand, bereits vor Tagen seine Eltern und seinen 10-jährigen Bruder mit einem Jagdgewehr erschossen zu haben. Die Motive des dreifachen Mordes scheinen vielschichtig zu sein. Wanderer fanden zudem zwei Leichen mit Folterspuren eines älteren Verbrechens.

Elche/Alicante - Die spanische Nationalpolizei verhaftete am Freitag, 11. Februar, in Elche, Provinz Alicante, einen 15-jährigen Jugendlichen, der den Mord an seinen Eltern und seinem zehnjährigen Bruder gestand. Der Hinweis kam von einer Nachbarin und Bekannten der Familie, die den Täter traf und darauf ansprach, dass sie dessen Eltern seit Tagen nicht gesehen habe. Daraufhin hätte der Junge geantwortet, dass er sie erschossen habe. Die Frau informierte daraufhin einen direkten Verwandten der Eltern, zwei Onkel des Jungen fanden dann im Haus die Leichen und riefen die Polizei.

Jugendlicher erschießt in Elche Eltern und Bruder mit Jagdgewehr - Drei Tage mit Leichen gelebt

Auf der Wache, auf der auch ein Team von Psychologen anwesend war, wiederholte der Jugendliche das Geständnis. Danach habe er alle drei mit dem Jagdgewehr des Vaters erschossen und zwar bereits am Dienstag, er hat also drei Tage mit den Leichen im Haus gelebt. Er habe zunächst die Mutter und den Bruder erschossen und dann die Ankunft des Vaters abgewartet, um diesen auch mit zwei Schüssen niederzustrecken.

Fragen nach dem Motiv des Täters werden von der Polizei mit aller Vorsicht beantwortet, auch weil ein Richter mittlerweile eine Nachrichtensperre verhängt hat. Offenbar könnte der Auslöser für den dreifachen Mord von Elche ein heftiger Streit mit der Mutter gewesen sein, das Ende einer offenbar über Jahre anhaltenden Krise in der Familie. Konkret ging es, so die Polizei in einem inoffiziellen Statement gegenüber herbeieilenden Jorunalisten, um die schlechten Leistungen des Jungen in der Schule, der die fünf jüngsten Tests verhauen haben soll, aber auch um "seinen Mangel an Mitarbeit bei Arbeiten im Haus und auf dem Feld". Angeblich hätten die Eltern ihm Hausverbot erteilt und das Wifi und das mobile Internet abgedreht.

Motiv für dreifachen Mord von Elche: "Gefühlskälte außerhalb der Norm"

Die Ermittler beschrieben eine "Gefühlskälte außerhalb der Norm", des jungen Täters, "zu keiner Zeit zeigte er Anzeichen von Bedauern". Der Tatort liegt in einem ländlichen Vorort von Elche, Partida de Algoda, südlich der Stadt, die Villa macht äußerlich den Eindruck einer durchaus wohlsituierten Familie und gehört nicht zu den üblichen sozialen Brennpunktvierteln von Elche, wie Los Palmerales. Ein Jugendrichter sowie die Jugendstaatsanwaltschaft wiesen den jugendlichen Dreifachmörder in eine Sicherungsanstalt (Jugendgefängnis) ein und verordneten tiefergehende, psychologische und psychiatrische Untersuchungen. Außerdem wird im Umfeld des 15-jährigen, vor allem auch im familiären sowie in der Schule nach den Ursachen geforscht werden, wie ein junger Mann zu einer solchen Tat bewegt werden konnte, ohne dass irgendwer zuvor verstörende Anzeichen ausmachte.

Weiterer Doppelmord in Elche: Wanderer finden totes Paar

Im Brennpunktviertel Los Palmerales in Elche wurde die junge Mutter zu Weihnachten erschossen.

Die Mordkommission der Polizei in Elche hat zurzeit besonders viel zu tun, zu Weihnachten wurde in Elche eine junge Mutter von zwei Kindern von ihrem Ex-Partner ermordet, erst am vorigen Sonntag, 6. Februar, wurden im Barranco del Grifo, einem Wandergebiet vor Elche, nach Hinweisen von zwei Spaziergängern, zwei Leichen verscharrt in einem Feld gefunden. Es handelt sich um eine Frau und einen Mann zwischen 25 und 40 Jahren. Beide wurden mit gefesselten Händen und Klebeband auf Mund und Augen vorgefunden, an der männlichen Leiche wurden offensichtliche Folterspuren festgestellt. Laut Nationalpolizei dürfte das Verbrechen auf Ende 2019 oder Anfang 2020 zu datieren sein, die Identität der beiden soll nun durch eine DNA-Probe ermittelt werden. Naheliegend sei ein Mord als Abrechnung im Verbrecher- speziell im Drogenmilieu, die Polizei schließt aber noch keine Option aus.

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