Nach über einer Woche Ausgangssperre steigen die Fallzahlen in Spanien weiter. Foto: Ángel García

Eine Woche Isolation: Coronavirus-Fälle steigen weiter

Aktualisierung, 24. März, 12 Uhr: Das spanische Gesundheitsministerium meldet 2.696 Tote, 39.673 Inf...

Aktualisierung, 24. März, 12 Uhr: Das spanische Gesundheitsministerium meldet 2.696 Tote, 39.673 Infizierte, 2.636 davon liegen auf der Intensivstation, 3.794 gelten als genesen. Laut Johns-Hopkins-Universität über 35.000 Infizierte und 2.300 Tote in Spanien. Coronavirus breitet sich schneller als in Italien aus. Weitere 435 positiv getestete Angestellte des Gesundheitssystems. Madrid - ms. Gut eine Woche sind die Menschen in Spanien schon zwangsläufig zu Hause, die Ansteckungsfälle steigen immer noch rasant weiter. Das sagte Pere Godoy, Präsident der Spanischen Gesellschaft für Epidemiologie (SEE) der Zeitung "El País". "Wir befinden uns weiterhin in einer Anstiegsphase und das wird auch noch eine Zeit lang dauern", erklärte er. Umso wichtiger, dass sich die Bevölkerung an die Ausgangssperre hält. Coronavirus: 462 neue Todesopfer in 24 Stunden Das Land hatte die Woche mit einem traurigen Rekord begonnen: Innerhalb von nur 24 Stunden waren 462 neue Todesopfer durch Covid-19 zu beklagen. Die Johns-Hopkins-Universität, die tendenziell etwas mehr Fälle verzeichnet als Inlandsbehörden, spach am Dienstagmorgen, 24. März, von über 35.000 Infizierten und 2.300 Toten in Spanien. Das spanische Gesundheitsministerium geht von 2.182 Toten und gut 33.000 Infizierten aus. Sorge bereitet den Experten, dass sich die Pandemie in Spanien nun schneller auszubreiten scheint, als in Italien. In beiden Ländern traten 90 Prozent der ersten 100 Todesfälle in einem relativ begrenzten Gebiet auf. In Italien in der Lombardei, in der Region Emilia-Romagnasowie in Venetien, in Spanien in Madrid, im Baskenland beziehungsweise La Rioja und in Aragón. Die meisten neuen Todesfälle (80%) treten in Italien weiterhin in diesen stark betroffenen Regionen im Norden des Landes auf, in Spanien hingegen seien es nur noch 65 Prozent, was dafür spricht, dass sich das Virus weiter übers Land verbreitet, wie Fachleute resümieren. Schnelle Ausbreitung: Mobilität zu spät beschränkt? Ein Grund könnte sein, dass in Italien die Mobilität der Menschen in den vom Virus besonders betroffenen Regionen bereits früh stark eingeschränlt worden war. "In Spanien war das nicht sofort der Fall", erklärt Daniel López Acuña von der andalusischen Schule für Öffentliche Gesundheit. Man denke an die Madrilenen, die sich zu Beginn der Corona-Krise auf den Weg zu ihren Ferienhäusern an der Costa Blanca gemacht hatte. Zwar sei es zu früh, voreilige Schlüsse zu ziehen, aber auch Pere Godoy glaubt, dass "ein Fehler" war, "die geographische Zerstreuung der Bevölkerung" in den Anfangstagen zuzulassen. Indes leidet auch das spanische Gesundheitssystem immens unter den Folgen der Pandemie. Weitere 435 Pfleger und Ärzte seien zuletzt positiv getestet worden, hieß es am Montag. Damit sind zwölf Prozent - rund 4.000 Angestellte - des medizinischen Personals im Land betroffen. Das reißt eine besorgniserregende Lücke ins System. Hinzu kommen fehlende Schutzkleidung und Tests, die wie Ministerpräsident Pedro Sánchez am Sonntag verkündet hatte, aber kommen sollen.   🔴EN DIRECTO Rueda de prensa del presidente del Gobierno, @sanchezcastejon.#EsteVirusLoParamosUnidos https://t.co/2fJvPOAiCs — La Moncloa (@desdelamoncloa) March 21, 2020

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