Eine Fußgängerin läuft in der Covid-19-Zeit an touristischen Plakaten der Stadt Elche vorbei.
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Die Palmenstadt Elche trotzt dem Coronavirus.

Pläne in Coronavirus-Zeiten

2021 statt Covid-19: Palmenstadt Elche mit Technologie- und Umweltprojekten

  • vonStefan Wieczorek
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Früh schockte das Coronavirus Elche mit dem historischen Ausfall des Palmsonntags. Doch die Stadt setzt auf Zukunftsprojekte, und aufs alte Bewusstsein für neue Anfänge.

  • Elche hat sich von dem frühen Pandemie-Schock erholt.
  • Technologiecampus und Grüne Hauptstadt nehmen weiter Form an.
  • Die Palmenstadt erlebte seit der Antike immer wieder „neue Normalitäten“.

Elche – Eine Gruppe aus der Stadt Elche war im März eine der ersten in Spanien, die die Coronavirus-Krise beweinte: Die Palmenflechter. Ein Jahr lang hatten sie - seit Ostern 2019 - ihre kunstvollen weißen Wedel für den Palmsonntag vorbereitet. In der Stadt der Palmen ist die Feier eines der Highligts des Jahres. 2020 war ihr historisch einmaliger Ausfall die große Enttäuschung. Soeben hatte Madrid den Alarmzustand ausgerufen – das Eröffnungsfest der Karwoche, terminiert für den 5. April, fiel ins Wasser.

Einige Wochen später ist der Schock gewichen und der Blick gen Zukunft gewandt. Elche sei bereit für die “neue Normalität”, sagte Bürgermeister Carlos González. Recht geben ihm die Zahlen: Die Palmenstadt am Fluss Vinalopó beklagt bisher im Land Valencia mit die wenigsten Opfer. Auch neue Sicherheitsprotokolle, etwa im Krankenhaus Vinalopó stimmen positiv. Doch den Zukunftsblick hat sich die Stadt längst antrainiert. Ambitionierte Pläne trotzen dem Coronavirus und gehen seit Langem ihren Weg.

Menschenleer unter Covid-19: Altstadt von Elche im April.

Nachhaltige Ziele

Unerschrocken schuften unter Covid-19 die Arbeiter auf der großen Baustelle im Viertel Torrellano am Flughafen weiter. Am Industriepark, dem Parque Empresarial, wo unter anderem der spanische Textilriese Inditex die Zentrale seiner Filiale Tempe betreibt, entsteht Elches “Silicon Valley”. Der neue Technologiecampus, Campus Tecnológico, soll Unternehmen der Zukunft anlocken und ihnen sowie der Universität Miguel Hernández (UMH) Räume für Innovation und Forschung geben.

In Elche entsteht der neue Technologiecampus.

Das britische Universitätsranking Times Higher Education (THE) zählte UMH gerade zu den zehn spanischen Unis mit dem größten sozialen Einfluss für nachhaltige Entwicklung gemäß der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Im Land Valencia ist die Uni Elche darin Nummer eins. Auch Elches Agenda, 2030 europäische Umwelthauptstadt zu werden, bleibt unter Covid-19 aktuell. Die nachhaltige Mobilität förderte Elche in der Krise etwa, indem sie den Fahrradverleih “BiciElx” aufrechterhielt - anders als Madrid, Barcelona oder Valencia etwa. An 44 Stationen halten die City-Räder der Biker-Stadt Elche mittlerweile.

Sektoren für Nach-Corona-Zeit

Die Ausgangsperre für seine Bürger nutzte die Stadt hingegen, um ihre tierischen Bewohner in freier Wildbahn zu fördern. So nutzten städtische Ökologen die Covid-19-Ruhe, um in der Naturlandschaft Clot de Galvany bedrohte Wasservögel auszuwildern. Technologie und Umwelt – das könnten Elches Schlüsel auch für die Bewältigung der Folgen der Pandemie sein. Mit nachhaltigem Wachstum und dem Ausbau des Industrieparks erhofft sich Elche die Entwicklung von an "neue Normalitäten" angepassten wirtschaftliche Sektoren, die in der Nach-Corona-Krise dringend gebraucht werden könnten.

Zu Fortschritt und Umweltschutz gesellt sich in Elche eine dritte Säule: Die tiefen historischen Wurzeln der Stadt. Erleben lassen sie sich in den - derzeit noch geschlossenen - Museen für Archäologie, Palmengärtnerei, Heimatkunde oder Paläontologie, um nur einige zu nennen. Berümt ist Elche für seine bedeutenden zeitlosen Erbstücke: Die geheimnisvolle Dama de Elche aus der Ibererzeit etwa, oder die beiden Unesco-Weltkulturerbe: Das Misteri d´Elx, ein aus dem Mittelalter erhaltenes Schauspiel - sowie der Palmeral, der über die Stadt verteilte Palmengarten. 300.000 Palmen schmücken geschätzt die städtischen Haine und Parks.

Wie das Video vom Tourismus-Portal Visitelche zeigt, ist Elche ohne diese Dattelpalmen undenkbar. Phoenix dactylifera lautet ihr Name, der an die einstigen Importeure der Palmensorte erinnert, die Phönizier, sowie auch an den Vogel Phönix, der der Legende nach aus der Asche aufersteht. Ein besonderes Bewusstsein für neue Anfänge, "neue Normalitäten" hat diese mit allen Wassern gewaschene, spannende, fortschrittliche wie traditionsbewusste Stadt. Wohl kaum wird sie ein zweites Jahr ohne ihr Palmenfest zulassen. Daher lautet für Sie unser Reisetipp für die Zeit nach Corona: Palmsonntag in Elche. Termin: 28. März 2021.

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