Das Impfzentrum für Massenimpfungen in Dénia.
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Die Covid-Impfung ist in Spanien laut dem Erfahrungsbericht einer Deutschen gut organisiert.

Massenimpfung an der Costa Blanca

Erfahrungsbericht: Covid-Impfung in Spanien aus Sicht einer Geimpften

  • Andrea Beckmann
    vonAndrea Beckmann
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Die Covid-Impfkampagne an der Costa Blanca schreitet voran. Wenn man seinen Impftermin erst einmal hat, ist das Prozedere eine Sache von wenigen Minuten. Dies zeigt der folgende Erfahrungsbericht einer frisch geimpften Deutschen.

Dénia – Mein Erfahrungsbericht über die Covid-Impfung in Spanien beginnt am 9. April, als sie auf einmal da: Die SMS „Citasanitat“ auf dem Handy mit der Aufforderung der Gesundheitsbehörde, mich am 13. April, 19.14 Uhr, zur Covid-Impfung im Centre Llunátics von Dénia an der Costa Blanca einzufinden. Auch der Impfstoff wird mir genannt. In großen Lettern springt mich das Wort ASTRAZENECA an. Dass ich jetzt schon an der Reihe bin, kommt unerwartet. „So ein Mist! Ausgerechnet AstraZeneca. Will ich das?“ Bis zum Impftermin bleiben vier Tage. Zeit genug zu überlegen, ob ich mich nach all dem Hin und Her um das Vakzin von AstraZeneca überhaupt damit impfen lassen will. Am Ende siegt der Wunsch nach mehr „Normalität“ und danach, bei Auslandsreisen künftig vielleicht von der Test- oder Quarantänepflicht ausgenommen zu werden.

Dénia Gemeinde in Spanien
Autonome RegionValencia
ProvinzAlicante
LandkreisMarina Alta
Fläche66,18 km2
Einwohner 42.166 (Stand 2019)

Erfahrungsbericht zur Covid-Impfung in Spanien: Bloß nicht verrückt machen

35 Minuten vor dem Termin zur Covid-Impfung reihe ich mich am Centre Llúnatics, eines der Impfzentrum, die die valencianische Landesregierung für die Massenimpfung eingerichtet hat, in eine lange Warteschlange ein. Aufkleber auf den Bürgersteigen mit der Aufschrift „Vacunación“ (Impfung) und „Entrada“ (Eingang) weisen den Weg. Um mich herum schaue ich in ernste Gesichter, höre eine Frau sagen, man dürfe sich jetzt nur nicht verrückt machen. Verrückt mache ich mich nicht, doch je näher ich dem Eingang komme, umso mulmiger wird mir.

In der Warteschlange geht es schnell voran – stets unter der Aufsicht von Zivilschutz-Mitarbeitern. Fiebermessen und Hände desinfizieren am Eingang, und ich betrete den Vorraum mit der Registrierstelle. Die Anmeldung nach Vorlage meiner SIP-Karte, die ich als deutsche Residenten besitze und die mich genauso zur Covid-Impfung berechtigt wie alle Spanier, dauert keine zwei Minuten, und schon stehe ich am Eingang des Raums mit den Impftischen. Es ist 18.50 Uhr, also noch etwas hin bis zu meinem Termin für die Covid-Impfung. Ich rechne damit, etwas warten zu müssen, doch kaum habe ich den Raum betreten, werde ich schon zu einem der Impfposten gebeten.

Die Fragen, die mir der Krankenpfleger nach Allergien auf bestimmte Medikamente stellt, sind schnell beantwortet. Derweil hat er routiniert die Spritze mit der Covid-Impfung aufgezogen. Ärmel hoch, Spritze rein. Wie? War’s das schon? Hab ja kaum den Pieks gespürt.

Erfahrungsbericht zur Covid-Impfung in Spanien: Eine Sache von wenigen Minuten

„Setz dich noch 15 Minuten dort drüben hin, bevor du gehst“, sagt der Sanitäter und verpasst mir einen Aufkleber mit der Uhrzeit, zu der ich den Saal verlassen darf. „In drei Monaten sehen wir uns zur zweiten Impfung.“ Man werde mich informieren. Ein Mitarbeiter weist mir einen Stuhl zu, den er gerade desinfiziert hat. Etwas benommen setze ich mich hin. Ein Blick in die Runde. Ich bin umgeben von Menschen, die wie ich ihre Covid-Impfung hinter sich haben. Die meisten wirken in sich gekehrt. Ich fühle mich gut aufgehoben unter Aufsicht des medizinischen Personals, das aufmerksam durch die Stuhlreihen geht. Ich weiß: Im Notfall wird man sofort handeln.

„Die Zeit ist um“, höre ich jemanden sagen. Nein, es ist nicht die Stimme aus dem Jenseits, die da zu mir spricht, sondern ein Aufseher, der mir den Ausgang zeigt und mir einen guten Abend wünscht. Bereits um 19.05 verlasse ich das Impfzentrum, beeindruckt von der ausgezeichneten Organisation der Covid-Impfung in Spanien.

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