Trümmer einer Explosion in einem Haus in Torrevieja liegen auf der Straße.
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Die Explosion mehrerer Gasflaschen im Zentrum Torreviejas am 19. November 2020 drückte Teile der Fassade auf die Straße.

Gasexplosion in Torrevieja

Explosion in Torrevieja: Gasflaschen zu Bomben gemacht - Verursacher verhaftet(Update)

  • vonMarco Schicker
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Eine heftige Explosion hat am Donnerstagmorgen Torrevieja erschüttert. Offenbar kamen keine Menschen zu Schaden. Feuerwehr und Polizei vermuten den Besitzer der Wohnung als Verursacher.

Update, 22. November: Der 50-jährige Bewohner der Wohnung in Torrevieja, in der sich die Explosion ereignete, konnte von der Guardia Civil am Samstag verhaftet werden als er vom Personal einer Apotheke in La Mata de Torrevieja erkannt wurde. Bei dem Mann handelt es sich um eine amtsbekannte Person, die als „psychisch“ instabil eingeordnet wird. Mehrere Nachbarn bezeugen, dass der Mann mehrmals damit gedroht hätte, das Haus in die Luft zu jagen.

Torreviejas Bürgermeister Eduardo Dolón erklärte, dass „mehrere Wunder geschehen seien, dass niemand zu Schaden kam“. Die Polizei fand mittlerweile neben neun verschiedenen Gasflaschen auch Behältnisse, die mit Treibstoff gefüllt waren. Das stark zerstörte Haus bleibt bis auf Weiteres gesperrt, die Bewohner wurden in Hotels untergebracht. Der Bürgermeister kündigte an, ein „Programm“ aufzulegen, um psychisch instabile Personen besser zu beobachten, spezifizierte aber nicht, wie die Umsetzung aussehen solle. Mehr dazu in der kommenden Printausgabe (28. November) der Costa Blanca und Costa Cálida Nachrichten.

Erstmeldung, 19. November: Torrevieja - Gegen 6.20 Uhr explodierten im ersten Stockwerk eines Wohnhauses in der Calle Diego Ramírez Pastor Nummer 217, im Zentrum von Torrevieja, sechs Butangas-Flaschen. Es war wohl kein technischer Defekt.

Die Wucht der Druckwelle der Explosion in Torrevieja war so stark, dass die Fassade samt Balkonbrüstung aus dem Haus gedrückt wurde und auf der Straße landete und ein Auto zerstörte. Der Unfallort befindet sich nur wenige hundert Meter vom Stützpunkt der Guardia Civil von Torrevieja und der Feuerwehr entfernt, so dass die Rettungskräfte schnell vor Ort sein konnten.

Der Bewohner des Hauses wurde zunächst nicht vorgefunden, zwei Nachbarn mussten wegen einer Panikattacke ärztlich behandelt werden und wurden zur Beobachtung ins Krankenhaus Torrevieja gebracht, weitere Verletzte wurden bisher nicht gemeldet. Die Straße Diego Ramírez bleibt zunächst bis zur Ecke Calle Apolo gesperrt, das Gebäude selbst wird komplett geräumt bis zu einer statischen Überprüfung.

Die Feuerwehr spricht von einer "wahrscheinlich provozierten Explosion", die "so heftig war, dass sogar Zwischenwände aus dem hinteren Teil der Wohnung durch die Fassade gedrückt wurden." Laut Nachbarn sei der Bewohner der betroffenen Wohnung in den vergangenen Jahren immer wieder in Streit mit seinen Nachbarn geraten, die auch bei der Polizei aktenkundig seien. Die Beamten der Ortspolizei von Torrevieja ermitteln und schrieben eine Fahndung aus.

Erst vor wenigen Tagen brannte es in der Bucht Cala Mosca in Orihuela Costa, der Nachbargemeinde von Torrevieja. Auch hier wird Brandstiftung vermutet.

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