Schätze der Costa Blanca

Granatapfel „Granada Mollar“ aus Spanien: Premium-Frucht voller Qualität

  • vonStefan Wieczorek
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Als „Superfood“ gilt der Granatapfel von der Costa Blanca in Spanien, die Granada Mollar de Elche. Ein Landwirt, der Saft aus der Premium-Frucht herstellt, verrät ihre Geheimnisse.

  • Die Premium-Frucht „Granada Mollar“ gibt es auf der Welt nur einmal: In Elche an der Costa Blanca.
  • Seit 2016 trägt der Granatapfel aus Spanien ein EU-Herkunftssiegel, wird aber vor allem im Ausland verkauft.
  • Der Granatapfel „Granada Mollar“ birgt Qualitäten für die Gesundheit und weitere Geheimnisse.
  • Tipps von Experten aus Spanien: Wie man einen Granatapfel öffnet.

Elche – Wenn im Oktober rote Perlen aus einer harten Frucht-Schale nach außen drängen, kann das an der Costa Blanca nur bedeuten, dass die Granada Mollar de Elche reif wird. Keine wunderbare Ernte wird es für den Apfel mit der Krone in diesem Coronavirus-Jahr. Wegen des vielen Regens im Frühjahr rechnet die Bauern-Vereinigung Asaja aus Alicante mit 20 bis 30 Prozent weniger Exemplaren des Premium-Granatapfels. Die gute Nachricht: Die diesjährige Premium-Frucht aus Spanien habe mehr Kaliber und Qualität als sonst, erklärte der Ausschuss für das Herkunftssiegel DOP „Granada Mollar de Elche“, den die Frucht vor vier Jahren erhielt.

GranatapfelFrucht
Wissenschaftlicher NamePunica granatum
Höhere KlassifizierungGranatäpfel
ErhaltungszustandUngefährdet

Granatapfel Granada Mollar nur in Spanien - Premium-Frucht voller Qualität

Eine Überraschung hatte ein Landwirt aus Elche vor einiger Zeit in der Türkei erlebt. Ein Markthändler pries frisch gepflückte Granatäpfel unter einem interessanten Namen an: Granada Mollar de Elche. Sicher geschmeichelt, doch auch reichlich beunruhigt, brachte der Spanier die Botschaft nach Hause: Da verkauft jemand mit dem guten Namen unserer Premium-Frucht, ohne dieselbe Qualität zu bieten. Doch das ist vorbei. Seit 2016 trägt der Granatapfel aus dem Südosten von Spanien das EU-Herkunftssiegel. Bei der laufenden Ernte pflücken die hiesigen Bauern zum vierten Mal die einzig wahre „Mollar de Elche“.

Der Geburtsort der Frucht, die manche ob ihrer Qualitäten für die Gesundheit als „Lebensfrucht“ oder gar „Superfood“ loben, ist der Südosten von Spanien freilich nicht. Auf den ältesten Granatapfel, aus der Bronzezeit, stießen Archäologen bei der ältesten Stadt der Welt, Jericho – was den Ruf der roten Premium-Frucht bestärkte, so alt wie die Menschheit selbst zu sein. Wegen ihres Flüssigkeitsgehalts nahmen sie Reisende gern mit, verbreiteten sie so über Indien bis nach China. Gen Westen zog die Frucht dank der Phönizier. Die sind in ihrem lateinischen Namen verewigt: Punica granatum, die „punische körnige“ Frucht.

Premium-Frucht von Costa Blanca: Blasser Granatapfel mit zuckersüßem Saft

Früh schmückte die Premium-Frucht von Spanien die Gebiete der heutigen Costa Blanca. Wie früh, zeigen in Elche verkohlte Reste aus dem 1. Jahrhundert vor Christus im Museum La Alcudia. Die spanische Granatapfel-Kultur der Folgejahrhunderte beweist ein berühmter Stadtname: Granada. Unsicher ist, ob diesen ansässige Juden oder die Mauren erfanden – fest steht aber, dass die Spanier die gleichnamige Frucht in die Neue Welt brachten. Erst exportierten sie Eroberer nach Südamerika, dann pflanzten Siedler im Norden die Vorfahren der US-Pomegranates.

Ihren Premium-Granatapfel voller Qualität behielt Spanien jedoch daheim. Außen cremefarbig bis rot, mit farblich blassem, aber zuckersüßem Saft – und Samenkörnern so zart, dass man sie fast nicht bemerkt. Weich, Spanisch „mollar“, wurde sie daher in Elche getauft, wo sie entstand. „Wahrscheinlich vermischten Bienen bei der Bestäubung verschiedene Arten vom Granatapfel“, vermutet Manuel Esclapez, Chef der 2011 gegründeten Firma Vitalgrana. Zum festen Inventar vieler Bio-Läden - und auch zu dem vom spanischen Aldi - gehört der Öko-Granatapfelsaft der Premium-Frucht vom Landwirt aus Elche.

Granatapfel Granada Mollar aus Spanien: Antioxidantien und Omega 5 für Jugend und gegen Krebs

„Unser Saft aus der Granada Mollar de Elche ist rein und ohne Zusatz von Zucker“, verspricht Esclapez. Für das Süße sorgten allein der Naturzucker in der „Superfood“-Frucht, für das Tiefrot ein Schuss der Sorte Wonderful. „Dessen Bitteres ist bei der geringen Menge aber nicht zu schmecken“, so der Landwirt. Drei Kilo Granatäpfel inklusive all ihrer Vitamine und Mineralstoffe finden in den charakteristischen 0,75-Liter-Flaschen von Vitalgrana Platz. Als größte Qualität der Premium-Frucht aus Spanien wirbt die Firma jedoch für ihre Antioxidantien und das in den Samen gespeicherte Omega 5.

Genau die Qualitäten hätten den Granatapfel seit der Antike als Mittel für Jugend oder Liebesstärke bekannt gemacht – und heute vermehrt als starke Waffe gegen den Krebs. „Nicht entscheidend ist die verzehrte Menge des Granada Mollar de Elche“, warnt Esclapez. Zuviele Antioxidantien oder Fruchtzucker auf einmal seien - „Superfood“ hin oder her - sogar ungesund. „Wichtig ist, dass alles Wesentliche drin ist.“ Der Granatapfel-Experte aus Spanien greift zum Messer. Gekonnt öffnet er die Premium-Furcht, in deren Inneren eine Schatzkammer aus roten Samenschalen zum Vorschein kommt.

Granada Mollar zum Großteil an Ausland verkauft - Granatapfel auch in Kapseln und Akne-Creme

„In diesen roten Schalen des Granada Mollar de Elche sind die flüssigen Antioxidantien enthalten“, sagt Esclapez. Nun schält der Landwirt aus Spanien Stückchen von der Rinde und einer Membrane von der lokalen Premium-Frucht ab. „Und hier sitzen die festen Antioxidantien. Wenn man aus dem Granatapfel Saft presst, sollte man immer ein kleines bisschen davon dazugeben.“ Esclapez deutet auf den Boden einer Flasche mit Granatapfelsaft. Zu sehen ist ein gelber Absatz aus den pulverisierten Stücken. „Vor dem Trinken schütteln“, sagt Esclapez und lacht.

Der Granatapfel Granada Mollar de Elche aus Spanien steckt voller Qualitäten für Gesundheit.

Zu gern würde der Anbieter der Premium-Frucht aus Spanien ihre Vorzüge seinen Landsleuten näher bringen. 90 Prozent der spanischen Granatäpfel produziert zwar der Großraum Elche – doch weit über die Hälfte der 50.000 Tonnen jährlich verzehrt das Ausland. „Da, wo die Granada Mollar de Elche gar nicht angebaut wird, schätzt man viel mehr ihre Vorzüge“, bedauert der Firmenchef, der ideenreich die Paradiesfrucht von der Costa Blanca vertreibt: In Ölkapseln, Blütenhonig oder Hautcremes. Kurios ist die Entstehung der Creme gegen Akne von Vitalgrana.

Premium-Frucht Granada Mollar der Welkulturen: Granatapfel bei Ägyptern, Griechen, Juden oder Mauren

Laut Manuel Esclapez basiert die Akne-Creme aus dem Granatapfel auf einem Rezept, das auf einem ägyptischen Papyrus niedergeschrieben war. „Das Krankenhaus-Labor von Alicante fand heraus, dass dieses Mittel die Bakterie pulverisierte“, erzählt Esclapez. Eine Nachbildung der Schriftrolle ist im kleinen Museum im Firmengebäude in Catral zu bewundern. Wie auch die Reise des Granatapfels quer durch die Weltkulturen. Die rote Premium-Frucht aus Spanien als völkerverbindendes Element – ein Aspekt, der Esclapez sehr wichtig ist. „Gerade heute, wo es in Mode ist, sich gegenseitig eins auf den Deckel zu geben.“

Apropos Weltkulturen: In Schrift und Bild festgehalten ist der Mythos des Granatapfels, der die Geschichte der Menschheit begleitete. „Du Flamme auf dem Baum, leibhaftige Schwester von Venus“ oder „Licht des Lebens“ rief sie Federico García Lorca im „Orientalischen Lied“ von 1920 an und folgte damit einer langen Tradition. Als edle Grabbeigabe wurden Granatäpfel im alten Ägypten gefunden. Die Griechen sahen sie, trotz großer Wertschätzung, als eine Art verbotene Frucht: Weil die Fruchtbarkeitsgöttin Persephone von ihr kostete, musste sie ein Drittel des Jahres bei Hades in der Unterwelt verweilen.

Granatapfel auf Flagge von Spanien: Dank Wappen von Granada

Die Frucht vom Baum der Erkenntnis in der Bibel, von dem Adam und Eva kosten, bleibt zwar anonym. Jedoch ist der Granatapfel Sinnbild für die Leidenschaft der Liebenden im biblischen Hohelied. Als Symbol der Fruchtbarkeit und edle Dekoration des Tempels des Salomo schätzen ihn die Juden. 613 Samen, so ihr Volksglaube, zählt die Premium-Frucht– genauso viele, wie die Gesetze in der Tora. Als gute Geschenke Gottes schmückt der Granatapfel im Koran paradiesische Gärten. Von einem Granatapfel-Baum singt die Nachtigall, als sich Romeo und Julia bei Shakespeare die Liebe gestehen.

In der Malerei taucht der Granatapfel als Königssymbol auf, wie auch im Wappen der Stadt Granada, dank dem die Premium-Frucht noch auf der heutigen Nationalflagge von Spanien zu erkennen ist. Aus Granada kamen die Barmherzigen Brüder, die in Graz die heutige „Apotheke zum Granatapfel“ gründeten. Mit einem Granatapfel im Händchen bildeten Botticelli oder da Vinci das Jesus-Kind ab. Die Bedeutung der Lebensfrucht war dabei der symbolische Auftrag für die Kirche, unter einer harten Schale eine reiche Zahl an Früchten hervorzubringen.

Granada Mollar im Weltkulturerbe - Wie öffnet man Granatapfel? Experten geben Tipps

Von himmlischen Sphären steigt auch der bekannteste Granatapfel der Provinz Alicante herab. Als Wundergefährt des Engels, der Maria besucht, ist die „Malgrana“ - ein mystischer Granatapfel - ein Kernelement des Weltkulturerbe-Schauspiels „Misteri de Elche“. Die Aufführungen in der Heimatstadt der Granada Mollar de Elche, normalerweise zum Stadtfest im August oder in den Tagen um Allerheiligen, fallen allerdings 2020 wegen der Coronavirus-Pandemie aus, gegen die selbst die Premium-Frucht aus Spanien mit der Krone nichts auszurichten vermag.

Alles Weitere zur Premium-Frucht aus Spanien inklusive Rezepten rund um den Granatapfel gibt es in englischer Sprache auf der Webseite des Herkunftssiegels www.granadaselche.com. Auf der Webseite www.vitalgrana.com hingegen bietet Vitalgrana auf Deutsch Infos und einen Online-Shop voller roter Juwelen der Granada Mollar de Elche. Und noch die Frage aller Fragen: Wie öffnet man den Granatapfel eigentlich richtig? Tipps dazu haben an der Costa Blanca Experten, die sogar alle Jahre wieder in einem Granada-Mollar-Schäl-Wettbewerb gegeneinander antreten (nur im Corona-Jahr leider nicht).

Rubriklistenbild: © DOP Granada Mollar de Elche

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