Szene mit der Zigeunerin Azucena, der Mutter Manricos, aus Verdis „Il Trovatore“. Im Februar und März auf Tour auch in der Provinz Alicante. Fotos: Opera2001

Große Oper aus El Campello

El Campello - mar. „Wer heutzutage auf eigene Rechnung Oper produziert, der macht das nicht, um reic...

El Campello - mar. „Wer heutzutage auf eigene Rechnung Oper produziert, der macht das nicht, um reich zu werden, sondern, weil er die Oper liebt.“ So lautet das Resümee von Luis Miguel Laínz, der es wissen muss, denn er ist seit 26 Jahren im Geschäft. „Und immer noch kein Millionär“, wie er sagt. „Man lebt!“, ergänzt er verschmitzt und übergibt seine Handys einer Mitarbeiterin, sonst wäre ein Gespräch mit ihm in seinem Büro in El Campello unmöglich. „Ich habe tüchtige Mitarbeiter, aber am Ende muss doch ich vieles regeln“, seien es Preisverhandlungen mit einem der vielen Hotels für die über 100 Ensemblemitglieder, die Verlegung eines Auftrittstermins, ein verspäteter Transport eines Bühnenbildes, ein extemporierender Agent oder die Erkältung eines unvorsichtigen Tenors. Hier steckt der Teufel nicht im Detail, er ist Abteilungsleiter! Die Oper ist heute ein globalisiertes Geschäft von Agenturen und schwerst subventionierten Opernhäusern. Und es ist, trotz der öffentlichen Zuschüsse, meist ein Luxushobby für Gutbetuchte. Während Superstars und Vermittler dabei gute Geschäfte machen, werden viele Musiker und Solisten zu peinlich niedrigen Gagen herumgereicht wie eine Ware. Prekäre Arbeitsverhältnisse sind nicht nur bei Kellnern und Zimmermädchen an der Tagesordnung, sondern auch bei hoch talentierten Sängern und Musikern. Übrigens in ganz Europa. Das war damals bei den fahrenden Theatern, den Stagione-Betrieben, die seit dem 18. Jahrhundert Singspiele und Volksopern in kleine Orte brachten, nicht viel anders. Sie starben mit der Zeit aus, waren der stationären Konkurrenz und den wuchernden Kosten nicht gewachsen. Fast alle. Im alicantinischen El Campello treffen wir indes mit dem Unternehmen Opera 2001 auf einen Familienbetrieb, der aus der Zeit gefallen scheint, denn hier wird große Oper auf einem beachtlichen Niveau und zu leistbaren Preisen produziert.

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