Die mexikanischen Gräber werden mit Fotos und den liebsten Gegenständen der verstorbenen Familienmitgliedern geschmückt. Fotos: Stella Kirchner/Ángel García

Ein Grund zum Feiern?

Altea / Mexiko - ste. Schwarze, nächtliche Friedhöfe, von diffusem Kerzenschein erleuchtet. So kenne...

Altea / Mexiko - ste. Schwarze, nächtliche Friedhöfe, von diffusem Kerzenschein erleuchtet. So kennen die meisten Europäer das Fest Allerheiligen. Schon seit vielen Jahren nehmen auch bunte leuchtende Kürbisse, Monster und Gespenster neben den schlichten Lichtern und dem Blumenschmuck Platz, ein untrügliches Zeichen des großen Einflusses der USA. Doch nach und nach kommt auch eine weitere Tradition immer mehr in Mode, weit bunter und auffälliger als die bislang bekannten: die mexikanische. Der Totenkult der Mexikaner kann bereits auf eine lange Tradition zurückblicken. Mayas, Azteken, aber auch andere wichtige – wenngleich nicht so bekannte – prähispanische Kulturen wie die Perepechas, Nahaus und Totonacas verehrten ihre Verstorbenen mit einer Inbrunst, die der Verehrung von Heiligen nahekam. In vielen Dörfern war es gang und gäbe, die Schädel der Vorfahren aufzubewahren und inmitten dieser lebhafte Fiestas zu veranstalten. Bereits in der Antike kam auch der Brauch auf, den Verstorbenen die orangene Blume Cempoalxochitl, auch Blume des Todes genannt, mit auf den Weg ins Unbekannte zu geben. Diese Tradition hat sich auch bis zum heutigen Tage bewahrt. Die Böden der Städte sind damit ausgelegt und auch der Grabschmuck ist komplett mit diesen Blüten dekoriert. Doch ganz so friedlich und fröhlich war die Totenverehrung bei weitem nicht immer. Denn ein wichtiger Bestandteil des Todes war auch immer das Töten. Während ihrer „Guerras Floridas“ (wörtlich übersetzt Blumenkriege) opferten die Azteken regelmäßig Kriegsgefangene und Opfer untergeordneter Stämme den Göttern. Manchmal sollen sich sogar Freiwillige zur Verfügung gestellt haben. Unbekanntes Schönes Allein zwischen 10.000 und 81.000 Opfer sollen im bekannten Templo Mayor, der noch heutzutage das Zentrum von Mexiko-Stadt bildet, hingerichtet worden sein. Über die Gesamtzahl der Opfer kann nur gemutmaßt werden. Mit den Opfern sollten wohl die kriegerischen Gottheiten besänftigt werden, damit diese zum Beispiel Missernten ein Ende setzten oder verfeindete Stämme schwächten.

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