„Amor de madre“, Liebe einer Mutter, von Antonio Muñoz (1840-1924) hängt im Museum der Schönen Künste in Valencia. Foto: Archiv

Im Herzen von Europa

Orihuela – sw. „Gemüsegarten Europas“ nennt sich die Vega Baja gern. Doch nimmt Europa Notiz von ihr...

Orihuela – sw. „Gemüsegarten Europas“ nennt sich die Vega Baja gern. Doch nimmt Europa Notiz von ihr? Ja, zumindest am 18. Oktober, wenn der Vizechef der EU-Kommission, Frans Timmermans, sie besucht, um sich die Flutschäden anzusehen. Um den Spitzenpolitiker einzuladen, flog Landeschef Ximo Puig (PSOE) nach Brüssel. Zur Sprache kam dort Vielversprechendes, etwa die mögliche Erklärung der Vega zum europäischen Katastrophengebiet. Dazu sei es ein langer Weg, resümierte Puig, machte aber auch Mut: Schon die Präsenz des hohen Vertreters der EU sei ein großer Schritt. Dafür, dass die EU „ihren“ Garten beachtet, sorgte die Überschwemmung, die – wie rund um die Katastrophe zu lesen war – die größte seit 140 Jahren war. Am 15. Oktober jährte sich das als „Riada de Santa Teresa“ in die Historie eingegangene Desaster, bei dem 1.000 Menschen am Fluss Segura in den Fluten starben. Einen Monat nach dem neuerlichen Unglück ging die Erinnerung an 1879 viral. So eroberten Bilder von Antonio Muñoz das Web, der Szenen des damaligen Wasser-Infernos gemalt hatte. Solidarität aus dem Herzen Europas, Paris etwa, erreichte schon damals die Segura-Zone. Nun plagen die Vega besonders wirtschaftliche Schäden wegen des Hochwassers, das zwar nicht so viele Leben, aber doch Existenzen auslöschte. Vor allem die Landwirte, die Hüter der „Huerta de Europa“, verloren Hab, Gut und Zukunft.

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