Weltkarte 1500 von Juan de la Cosa, die erste mit Amerika. Die vertikale Linie teilte die spanische und portugiesische Zone. Foto: Archiv

Hinter das Ende der Welt

Sanlúcar de Barrameda - sw. „Lass es Salzwasser sein“, denkt der Kapitän der nur noch aus vier Schif...

Sanlúcar de Barrameda - sw. „Lass es Salzwasser sein“, denkt der Kapitän der nur noch aus vier Schiffen bestehenden Flotte beim Abbiegen in die Bucht, die tief ins Landesinnere tauchte. Glaubt er noch daran, den Kontinent zu durchqueren? Monatelang, über zig Mündungen, hat er die Küste penetriert. Mit immer derselben Wasserprobe: Aus salzig wurde süß. Keiner der Flüsse führte also zum Meer auf der anderen Seite des Kontinents, der damals das Ende der Welt markiert. In wütende Augen blickt der Kapitän. Es ist Ende Oktober 1520. Die Mannschaft ist die Mission mehr als leid, die am 20. September 1519 in Sanlúcar de Barrameda startete – und nun drauf und dran ist, im Desaster zu enden. „El mundo es un pañuelo“ – Die Welt ist ein Taschentuch –, sagt man 500 Jahre später in Spanien, um auszudrücken, wie klein sie geworden ist. Das ist sie auch dank jener Mission, bei der der Mensch erstmals die Erde umfuhr. Ferdinand Magellan, der besagte Befehlshaber, hatte das gar nicht vorgehabt, als er vor der Abfahrt die Weltkarte vor sich ausrollte.

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