Viele Patienten stehen am Empfang des Kreiskrankenhauses Dénia
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Große Menschenansammlungen an Krankenhäusern sollen in Zeiten des Coronavirus vermieden werden.

Ansteckungsfahr mindern

In Zeiten von Corona: Gesundheitszentren betreuen Patienten per Telefon

  • vonAndrea Beckmann
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Um in Zeiten von Corona Warteschlangen und Menschenansammlungen in den spanischen Gesundheitszentren zu vermeiden, betreuen viele Allgemeinärzte ihre Patienten mittlerweile per Telefon - so auch in Dénia.

  • Patientenbetreuung in Zeiten von Corona erfolgt teilweise telefonisch.
  • Die Informationen fließen in die elektronische Krankenakte ein.
  • Die Anrufe konzentrieren sich auf Personen mit chronischer Erkrankung und Covid-19-Patienten.

Dénia - Bei Carmen González aus Dénia klingelt das Telefon. Am anderen Ende ist ihre Hausärztin vom örtlichen Gesundheitszentrum. Die Allgemeinmedizinerin fragt die Seniorin, ob sich die Symptome wie Fieber, Husten und Atemnot verändert haben. Die Patientin ist an Covid-19 erkrankt. Anrufe wie dieser sind in Zeiten der Coronavirus-Pandemie ganz normaler Alltag im öffentlichen Gesundheitswesen. Sie werden derzeit etwa von den dem Gesundheitsbezirk Dénia angehörenden Gesundheitszentren bei Patienten durchgeführt. Damit wird gewährleistet, dass Patienten und hauptsächlich solche, die leichte Covid-19-Symptome haben, ihre Wohnung nicht verlassen müssen. Dies trage maßgeblich zu einer Minderung der Ansteckungsgefahr bei, erklärt die Allgemeinmedizinerin Isabel Herrero von Marina Salud in einem Videobeitrag, der aufzeigt, wie die Telefonbetreuung von Patienten abläuft. Sowohl Ärzte als auch Pflegepersonal von Marina Salud stehen regelmäßig mit ihren Patienten in Telefonkontakt. Dabei konzentrieren sie sich hauptsächlich auf die Patienten, die an einer chronischen Krankheit leiden sowie Patienten, die sich wegen Covid-19-Symptomen an das für sie zuständige Gesundheitszentrum oder das Kreiskrankenhaus gewandt haben.

Coronavirus: Genauer Überblick über Entwicklung

Nach Auskunft von Marina Salud ermöglicht die telefonische Patientenbegleitung einen genauen Überblick über den Gesundheitszustand der Patienten und die Entwicklung ihrer Erkrankung. In Fällen, in denen eine persönliche Begutachtung des Patienten notwendig sei, bestehe die Möglichkeit eines Hausbesuchs. Erst wenn sich der Gesundheitszustand eines Patienten sehr verschlechtere, werde eine Einweisung in das Krankenhaus veranlasst.

Elektronische Krankenakte

Die Informationen, die die Mediziner bei den Telefonaten mit dem Patienten erhalten, werden in dessen elektronische Krankenakte aufgenommen, wo sie für das gesamte medizinische Personal des jeweiligen Gesundheitszentrums sowie des Kreiskrankenhauses einsehbar sind.

Die medizinische Telefonbegleitung verfolge darüber hinaus einen weiteren Zweck. „Die Patienten, die in den meisten Fällen wegen der Symptome sehr beunruhigt sind und obendrein nicht selten mit der Quarantäne Probleme haben, haben auf diese Weise das Gefühl, gut begleitet und nicht allein zu sein“, so der Sprecher der Gesundheitsbehörde. Marina Salud appelliert an die Patienten, die Telefonate der Gesundheitszentren entgegenzunehmen. Zuweilen würden Anrufe ignoriert werden, weil diese „anonym“ erfolgten, das heißt, auf dem Display des Angerufenen erscheint nicht die Telefonnummer des Gesundheitszentrums. Eine Schwachstelle der Telefonbetreuung, die offenbar nicht zu beseitigen ist. Jedenfalls machte Marina Salud dazu keinerlei Angaben.

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