Mehrere Menschen liegen an einem Strand mit blauen Sonnenliegen, im Hintergrund eine dreieckige Insel im Meer.
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So kennen die meisten Touristen die Insel vor Benidorm. Um sie ranken sich einige Legenden.

Ausflüge an der Costa Blanca

Insel vor Benidorm: Diese Geschichten sind wahr, diese Legenden erfunden

  • Judith Finsterbusch
    VonJudith Finsterbusch
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Die Insel vor Benidorm hat so ziemlich jeder Tourist an der Costa Blanca schon mal gesehen oder erkundet. Um das felsige Dreieck ranken sich einige Legenden und Geschichten.

Benidorm – Jeder, der schon mal in Benidorm war oder zumindest an der Wolkenkratzer-Stadt vorbeigefahren ist, kennt nicht nur das kürzlich fertig gestellte Intempo-Hochhaus, sondern auch die Insel vor der Stadt, jenes Dreieck, das aus dem Meer ragt. Sie hat zwar keinen Namen und heißt einfach nur „Isla de Benidorm“, dafür ranken sich umso mehr Mythen, Legenden und auch einige wahre Geschichten um das Eiland, das zu einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Bettenburg an der Costa Blanca zählt.

Benidorms InselInsel in Spanien
Höhe73 m
Höchstlänge350 m
ProvinzAlicante

Benidorms Insel und die Legende vom verliebten Riesen

In der Hochsaison gehört ein Bootstrip zu der Insel für jeden anständigen Benidorm-Touristen ebenso dazu wie das Foto auf der Aussichtsplattform an der ehemaligen Burg. Gerade einmal zwei Seemeilen trennen die Küste von der Insel, auf der eine Bar die Ausflügler begrüßt. Die gut 70.000 Quadratmeter große, 350 Meter lange und 260 Meter breite Isla de Benidorm steht als Teil des Naturparks Sierra Helada unter Schutz, sie ist unter anderem Heimat von Wanderfalken. Ein paar Hundert Meter südlich von der Insel versteckt sich mit dem bajo de la Llosa ein kleines Paradies für Taucher und Schnorchler an der Costa Blanca. Hier geht es 30 Meter in die Tiefe, beobachten lassen sich Bernsteinmakrelen, Zahnbrassen, Muränen, Tintenfische und unzählige Raubfische.

Aber zurück zur Insel vor Benidorm. Die in Spanien am häufigsten erzählte Legende, wie dieser dreieckige Felsklotz im Meer landen konnte, hat ihren Ursprung im Nachbarort Finestrat und einem der Wahrzeichen der Costa Blanca, dem Puig Campana. Auf dem 1.406 Meter hohen Berg lebte einst ein Riese namens Roldán. Er verliebt sich ein junges Mädchen aus dem Dorf, das jedoch schwer krank wird. Als ein Zauberer voraussagt, dass die junge Alda beim letzten Sonnenstrahl sterben wird, reißt Roldán in seiner Verzweiflung ein Stück des Berggipfels heraus, damit die Sonne ein bisschen länger aufs Dorf scheint. Das Felsstück schleudert er vom Puig Campana aus ins Meer – deshalb hat der Puig oben eine Spalte und Benidorm eine Insel.

Piraten auf der Insel vor Benidorm: Perfektes Versteck

Eine ähnliche Legende rund um die Insel vor Benidorm erzählt die Geschichte eines Kommandanten, der gegen einen maurischen Herrscher kämpft. Das Duell führt bis auf den Puig Campana hinauf, auf dem Gipfel stürzt der Maure zu Boden. Als der Kommandant ihm den letzten Rest geben will, verfehlt er seinen Feind und schlägt die Schwertspitze stattdessen in den felsigen Puig Campana – und zwar mit solcher Wucht, dass ein Stück herausplatzt und ins Meer vor Benidorm stürzt. In einer dritten Version ist ein Pferd und dessen kräftiger Hufschlag während einer Schlacht zwischen Mauren und Christen Schuld daran, dass dem Puig ein Stück vom Gipfel fehlt und Benidorm eine Insel hat.

Aus der Vogelperspektive sieht die Insel vor Benidorm gleich ganz anders aus.

Alle Legenden sind natürlich nur der Fantasie entsprungen und Geologen haben längst belegt, dass das Gestein der Insel unmöglich aus dem Berg stammen kann. Wahr und historisch dokumentiert ist dagegen, dass die Insel im Jahr 1834 Familien aus Villajoyosa und Benidorm Schutz bot. Sie waren vor einem Cholera-Ausbruch in den beiden Dörfern auf die Isla geflüchtet. Ebenso wahr ist, dass die Insel einst von Piraten genutzt wurde. Wie der Historiker Francisco Amillo auf seinem Geschichtsblog erklärt, diente die Insel ihnen im 16. Jahrhundert als Versteck, bevor sie Dörfer an der Costa Blanca angriffen – allen voran Villajoyosa, Benidorm war seinerzeit unbewohnt.

Tagesausflug zur Insel vor Benidorm: Früher Fischer, heute Touristen

Die Insel selbst war aller Wahrscheinlichkeit nach nie dauerhaft bewohnt, hatte jedoch schon immer Tagesbesucher, heute Touristen, früher Fischer. „Unter den Fischern war es früher Brauch, auf der Insel anzulegen und dort Fisch zu grillen, bevor sie zum Hafen zurückfuhren“, erklärt Amillo. Daher komme auch das Sprichwort „Foc a l’Illa, peix a terra“: Wenn auf der Insel Feuer zu sehen ist, gibt es bald Fisch an Land. Heute ist Angeln auf der Insel vor Benidorm allerdings ebenso verboten wie Feuermachen.

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