Ein Blick von hinten auf Wanderer, die auf ein Häuschen zugehen.
+
Die Pilger wandern auf dem Jakobsweg durch die mediterrane Landschaft.

Bei Touristen sehr beliebt

Pilgern am Meer: Der Jakobsweg Camino del Alba startet in Jávea

  • Susanne Eckert
    VonSusanne Eckert
    schließen

Der Jakobsweg Camino del Alba beginnt 1.235 Kilometer von Santiago de Compostela entfernt an der spanischen Ostküste: Die Pilger starten in Jávea.

Jávea – Nach den Regenwochen ist der Frühling in Spanien endlich da und macht Lust auf frische Luft und Natur. Eine gute Gelegenheit, den Camino del Alba (Weg des Sonnenaufgangs) zu erforschen – einen Zweig des erstmals vor fast 1.000 Jahren geschichtlich erwähnten Jakobswegs, den es erst seit zwölf Jahren gibt. Er beginnt 1.235 Kilometer von Santiago de Compostela entfernt im Hafen von Jávea – an einem der östlichsten Punkte auf der Iberischen Halbinsel, daher der Name – und führt 152 Kilometer nach Almansa, wo er in den Camino de la Lana (Weg der Wolle) mündet, der wiederum in Burgos mit dem berühmten Französischen Weg verbunden ist, der dann nach Santiago de Compostela weiterführt.

OrtJávea
ProvinzAlicante
Autonome GemeinschaftValencia
Einwohner 67.604 (2019)

Jáveas Jakobsweg: 1.000 Pilger wandern auf dem Camino del Alba

In den ersten zehn Jahren sind den Camino del Alba schon fast 1000 Pilger gegangen – darunter 45 deutschsprachige. „Vor allem Ausländer lieben ihn, wegen der tollen Mittelmeer-Landschaften und weil er direkt am Meer beginnt“, sagt Ana Watt, eine in Jávea beheimatete Engländerin, die 2010 die Idee für den neuen Jakobsweg hatte und den Trägerverein Xàbia-Camino de Santiago gründete. „Ich bekommen jede Woche Anfragen von Interessierten an der Costa Blanca und auch Rückmeldungen von Pilgern, die den Weg gewandert sind, vor allem Fotos und Videos.“ Es lohnt sich vor der Wanderung einige Tage in Jávea zu verbringen, die tollen Strände und Buchten anzusehen, die atemberaubenden Aussichtspunkte zu besuchen und das Hafenviertel zu erkunden.

Die Wanderer erhalten den Pilger-Ausweis in der Touristeninformation in Jáveas Hafenviertel, und er wird dann an jeder weiteren Station des Camino del Alba abgestempelt. „Das übernehmen je nach Gemeinde die Ortspolizei, Rathäuser oder sogar Restaurants“, erklärt Ana Watt. In allen Orten entlang des Jakobswegs – von dem es auch Varianten für Radfahrer und Reiter gibt – gibt es einen Delegierten des Trägervereins, der ab und zu Events oder spezielle Wanderungen organisiert.

Viele Speiselokale am Jakobsweg Camino del Alba bieten übrigens spezielle Pilger-Menüs an, in vielen gibt es lokale Spezialitäten wie die leckeren Cocas und in einigen gibt es Pilger-Herbergen. „Zwei Highlights sind das Hotel Babel in L’Orcha mit seinem guten Essen und die Ermita San Vicente in Agullent, wo man in Mönchszellen schläft“, verrät Ana Watt aus Jávea.

Jáveas Jakobsweg: Am Camino del Alba fehlt eine Brücke

Alles laufe sehr gut für den Camino del Alba. Die einzige Herausforderung für den Trägerverein Xàbia-Camino de Santiago (Jávea-Jakobsweg) sei nach wie vor der Río Serpis zwischen Villalonga und Lorcha. „Dort fehlt eine Brücke“, berichtet die Engländerin. „Deshalb müssen die Pilger einen Umweg über steiles Gelände machen.“ Um das zu vermeiden, wollte Ana Watt eine neue bauen. Sie hatte sogar schon den Madrider Architekten Juan Castro überzeugt, ihr gratis ein Projekt zu erstellen. Der Schmied Antonio Curiel aus Cáceres in Extremadura wollte dem Verein für die eiserne, rund 40 Meter lange und zwei Meter breite Fußgängerbrücke einen Sonderpreis machen. Und ein Grundstock für die Finanzierung sollten 3.000 Euro sein, die Ana Watt bei einem Ideen-Wettbewerb der Firma Tena Lady gewonnen hatte.

Doch dann teilte die Gemeinde Villalonga dem Trägerverein des Pilger-Wegs Camino del Alba mit, sie wolle die Brücke im Rahmen einer Fahrradweg-Route selber bauen und habe eine Finanzhilfe der EU in Aussicht. Denn diese Route komme von Frankreich und führe die ganze Küste entlang. „Seitdem ist alles in der Schwebe“, sagt Ana Watt aus Jávea. „Ein Sportverein aus Villalonga hat eine Art inoffizielle, provisorische Brücke gebaut, die man mit Vorsicht benutzen kann. Aber sie ist natürlich nicht Teil unseres offiziellen Jakobsweges.“

Trägerverein von Jáveas Jakobsweg: Deutschsprachige willkommen

Auch neue, deutschsprachige Mitglieder sind im Verein Xàbia-Camino de Santiago herzlich willkommen. „Einige haben wir schon“, sagt Ana Watt.

Weitere Infos beim Trägerverein Xàbia-Camino de Santiago, Kontakt xabiacamino@gmail.com.

Kommentare