Eine geschlossene Glastür
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Bei sieben Restaurants an Jáveas Punta del Arenal bleiben die Türen geschlossen.

Gäste sind empört

Schließungen in Jávea: Demonstration für Wiedereröffnung von Lokalen am Arenal

  • Susanne Eckert
    VonSusanne Eckert
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In Jávea wurden am beliebten Arenal-Strand sieben beliebte Lokale von der Stadt geschlossen. Angestellte und Gäste demonstrieren für eine Wiedereröffnung.

Jávea – Die Schließung der sieben Lokale am Südende der Arenal-Promenade, die keine Betriebsgenehmigung haben, bringt in Jávea an der Costa Blanca in Spanien vor allem die englischen Residenten in Rage. Viele sprachen in Sozialen Netzwerken offen von Korruption, forderten den Rücktritt von Bürgermeister José Chulvi, und kündigten an, sie würden eine Demonstration besuchen, zu der Edgar Slama – Chef der Mehrheit dieser Lokale – für Donnerstag, 19. Mai, ab 19 Uhr, vor den betroffenen Lokalen aufgerufen hat. Geschlossen wurden die Restaurants Salt, Botánico, Atalaya, Baltasar, Bambula, Acqua und die Diskothek Achill.

StadtJávea
Autonome Region Valencia
ProvinzAlicante
Einwohner27604 (2019)
Fläche68,5 Quadratmeter

Sieben geschlossene Lokale an Jávea Arenal: Offener Brief an Demonstranten

Jáveas Rathaus schiebt diesen Aufstand auf die Unwissenheit der Kritiker und stellte deshalb in einem offenen Brief an mögliche Demonstrations-Teilnehmer klar: „Diese sieben Lokale erfüllen nicht die Vorschriften und Bürger haben sie sehr häufig angezeigt, weil sie sich von ihnen belästigt fühlen. Die Stadtverwaltung hat sie nicht von sich aus geschlossen, sondern aufgrund einer anonymen Anzeige bei der Agencia Antifraude“. Bei dieser Stelle des Landes Valencia kann man Fälle melden, bei denen man Korruption vermutet. Anwohner dieser sieben Lokale an der Punta del Arenal hatten sich zunächst beim Rathaus beschwert, dann beim Bürgeranwalt Síndic de Greuges des Landes Valencia. Und weil sie keinen Fortschritt sahen und Korruption vermuteten, dann offensichtlich bei der Agencia Antifraude.

Laut der Stadt Jávea erfüllen diese sieben Lokale an der Punta del Arenal zum Beispiel die Bauvorschriften nicht, haben keine Genehmigung für wirtschaftliche Aktivitäten und keine Genehmigung des Küstenamts. Diese Genehmigung ist zwingend notwendig, weil die Punta del Arenal direkt am Meer liegt. Das Küstenamt hat sich auch schon zu dem Thema geäußert, aber noch keine abschließende Entscheidung getroffen. Dass diese durch eine Demonstration beeinflusst werden könnte, darf bezweifelt werden. Das Rathaus von Jávea erinnert daran, dass das Problem seit vielen Jahren besteht, die Betreiber der Lokale es aber nicht gelöst und den Prozess sogar verzögert hätten. Jetzt habe die Agencia Antifraude der Stadt eine Frist gesetzt, in der die Lokale geschlossen werden mussten.

Sieben geschlossene Lokale an Jávea Arenal: Ortspolizei lässt Gäste zuende essen

Zwei dieser sieben Restaurants in Jávea - Atalaya und Baltasar - machten daraufhin freiwillig zu und haben bereits begonnen, die beanstandeten Probleme innerhalb des gesetzlichen Rahmens zu lösen. Die übrigen Lokale hat die Ortspolizei geschlossen, die sie voller Gäste vorfand und deshalb zunächst wartete, bis alle gegessen hatten, um keine Unbeteiligten zu belästigen.
„Es tut uns leid, dass wir so weit gehen mussten und dass die Mitarbeiter dieser Gastronomiebetriebe von der Zwangsschließung am Arenal betroffen sind. Wir schätzen die Bemühungen dieser Lokalbetreiber, diesen Teil der Promenade aufzuwerten. Doch alle müssen die Vorschriften befolgen“, schreibt Jáveas Rathaus. Sobald die Betreiber alles erfüllen, werde ihnen die Stadtverwaltung die Betriebsgenehmigung ausstellen und sie könnten öffnen.

Drei der sieben geschlossenen Lokale an der Punta del Arenal gehören der Firma Jávea Company, die bereits rechtliche Schritte gegen die Schließung eingeleitet hat. Diese Firma hat zahlreiche Gastronomiebetriebe in Jávea und hatte bereits im Falle des Restaurants La Siesta an der Primer Montañar-Küste große Probleme mit den Behörden. Edgar Slama, der zu der Demonstration aufgerufen hat, argumentiert, dass 200 Arbeitsplätze von den Lokalen abhängen, sie den Tourismus fördern und dass seine Firma 15 Jahre lang viel Geld an der Punta del Arenal investiert hat, die von einer Schmuddelecke zur Modezone wurde.

Sieben geschlossene Lokale an Jávea Arenal: Gäste unterstützen Demonstration

Die Gäste, die die Demonstration unterstützen, lieben diese schönen sieben Lokale direkt am Meer in Jáveas Arenal und bedauern, dass dort keine Konzerte mehr stattfinden dürfen. Doch das Rathaus kann nicht durchgehen lassen, dass zum Beispiel eine Diskothek keinen vorschriftsmäßigen Notausgang hat.

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