Avantgardistische Kirche in Jávea
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Jáveas avantgardistische Kirche steht im Hafenviertel.

Urlaub in Spanien

Jáveas Hafenviertel: Spanisches Ambiente und avantgardistische Kirche der Fischer

  • Susanne Eckert
    VonSusanne Eckert
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Jáveas Hafenviertel wird immer beliebter. Dort findet man noch typisch spanisches Ambiente. Und sehenswert ist auch die avantgardistische Kirche der Fischer.

Javea - Obwohl es bei Touristen immer beliebter wird, steht Jáveas Hafenviertel Aduanas del Mar für Tradition: Der Hafen mit seinen Fischerbooten und der Halle, in der wochentags ab 17 Uhr allerlei Meeresgetier versteigert wird, die alten Fischerhäuser schräg gegenüber, die Restaurants und Läden, der kleine Stadtstrand la Grava – vor allem aber der mediterrane Lebensstil, den die Straßen dort immer noch atmen. Und natürlich gibt es eine Kirche, der die Fischer besonders verbunden sind. Doch sie ist gar nicht alt und ehrwürdig wie so oft in Spanien, sondern sehr avantgardistisch, wie etwa die kleine Sagrada Família von Novelda.

StadtJávea
Autonome RegionValencia
ProvinzAlicante
Einwohner27.604 (2019)
Fläche68,5 Quadratkilometer

Jáveas Hafenviertel: avantgardistische Kirche

Das ungewöhnliche Gebäude an der Costa Blanca, dessen Dach einem Fischerboot nachempfunden ist, wurde der Jungfrau Virgen de Loreto gewidmet. Es entstand 1967 in Jáveas Hafenviertel nach dem Projekt der Madrider Architektengruppe GO-DB unter der Leitung des valencianischen Avantgardearchitekten Fernando García-Ordóñez. Das Boot ist das Symbol der universellen Kirche. Die zwölf stützenden, oben geschwungenen Säulen rund um die Außenfassade stellen Wellen dar, die das Boot in der Höhe halten.

Javeas Hafenkirche: das Dach erinnert an ein Boot.

Er fügt hinzu, dass der Blick sofort und allein auf ein großes Kruzifix fällt, der Gläubige also direkt auf seinen Erlöser zugeht. „Daher gibt es an den Wänden keine Verzierungen oder Heiligenfiguren, die den Blick ablenken.“ Wenn man das Licht einschaltet, erscheinen lediglich zwei Schatten des Kruzifixes, die die zwei gekreuzigten Diebe symbolisieren. Zudem verbreitet das Baumaterial des Gebäudes in Jáveas Hafenviertel nicht den für Kirchen typischen Geruch – für die neutrale frische Atmosphäre haben die valencianischen Dachkonstrukteure aromatisches Zedernholz aus dem fernen Kanada importiert. Die ursprüngliche Idee, einen Glockenturm in Form eines Leuchtturms zu bauen, wurde dagegen aufgegeben. Die Mittel fehlten.

Jáveas Hafenviertel: Franco-Minister lässt Kirche bauen

Für Jáveas Fischer ist ihre Parroquia del Mar, die Meereskirche, auch heute noch ein wichtiger Bezugspunkt. Wie aber kam diese eher traditionelle Gemeinde zu so einer besonderen Kirche? Der Verdienst gebührt Juan Celda, dem damaligen Gemeindepriester, der in Florenz Kunst studiert hatte und für neue Strömungen offen war. Er sah, dass die ursprüngliche Kirche im Hafenviertel zu klein wurde, da immer mehr Feriengäste sie besuchten. Deshalb verbündete sich der Priester mit dem Minister aus der Franco-Zeit, Mariano Navarro Rubio, der wie viele seiner Amtskollegen ein Feriendomizil in Jávea hatte. Der Politiker sammelte Spenden und warb für das Projekt bei einflussreichen Freunden. Und so konnte es ausgeführt werden – vom Architekten García-Ordóñez, der auch die große Ferienvilla des Ministers direkt am Meer hinter dem Parador-Hotel entworfen hatte.

Jáveas Hafenviertel: Nur zwei ähnliche Kirchen auf der Welt

Es gab damals nur zwei ähnliche Kirchen: die Kathedralen in Liverpool und Brasilia. Heute nutzt eine bunt gemischte Gemeinde – darunter viele deutschsprachige Residenten – die Hafenkirche, die wegen der guten Akustik auch als Musikhalle dient. Die Kirche in Jáveas Hafenviertel ist täglich von 9 bis 20.30 Uhr geöffnet. Sie ist aber nicht das einzige Highligt im Hafenviertel. Dort bekommt man ortstypische Produkte wie die Cocas und im Winter auch Seeigel, die nach alter Art gefischt werden. Man kann Einkaufen, und wenn man ein paar spanische Worte kann auch ein Pläuschchen halten.

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