Mit großem Applaus ziehen die römischen Feldherren in den Kampf gegen die Karthager um die Iberische Halbinsel. Fotos: Abel F. Ros/Rathaus Cartagena/Pixabay

Auf in den Kampf

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Cartagena - ste. „Wie komisch sehen denn die Moros und Cristianos hier aus?“, mag sich manch einer fragen, der im September nach Cartagena kommt und mitten in eine riesige Fiesta mit hunderten Soldaten in glänzenden Messinguniformen hineinplatzt. Kämpfende und feiernde Menschenmengen in Altstadtstraßen gehören in ganz Spanien zum Stadtbild dazu. Doch Cartagena ist anders. Das liegt in der besonderen Geschichte begründet. Diese begann bereits in der Antike, genauer gesagt im Jahr 227 vor Christus, als der karthagische General Asdrúbal – ein Onkel des berühmten Kriegers Hannibal – das enge Stück iberischer Landzunge besetzte und auf den Namen „Qart Hadasht“ (neue Stadt) taufte. Dabei hatten die verfeindeten Römer den Karthagern noch kurz zuvor im Ersten Punischen Krieg schwere militärische Schäden zugefügt. Die besondere Geografie Cartagenas mit seinen schützenden Bergen und einer Topografie, die ohne weiteres Eingreifen als Hafen prädestiniert ist, erschien den kriegsgebeutelten Karthagern wohl als große Chance, ihre Verluste wieder auszugleichen. Diese „neue Stadt“, die als Hauptstadt des punischen Reichs auf der Iberischen Halbinsel geplant war, währte aber nur kurz in den Händen der Karthager, die sie schon 13 Jahre später an die Römer abtreten mussten. In dieser Zeit wandelte wohl auch Hannibal höchstpersönlich durch die Straßen der „neuen Stadt“ und wartete auf die richtige Gelegenheit für eine Revanche gegen die verhassten Gegner aus Rom. Diese sah er schließlich in einem Überraschungsangriff. Mit etwa 50.000 Kriegern, 9.000 Reitern und 37 Kriegselefanten überquerte er die Alpen und heimste auf seinem Weg in Richtung Rom viele Siege ein. Die Hauptstadt selbst soll der Heerführer dabei aber nicht im Visier gehabt haben, sondern er konzentrierte sich lieber auf ihm wohlgesonnene Gebiete im heutigen Nord- und Süditalien, die weit genug weg von Rom lagen, um nicht direkt einen Gegenschlag hervorzurufen. Indem Hannibal immer mehr feindliche Gebiete einnahm, wollte er das Imperium somit von Innen heraus schwächen. Die Strategie des versteckten Angriffs glückte indes nicht und führte letztlich zur Auflösung des karthagischen Reichs und zu einem fulminanten Sieg der Römer. Nach ihrem Siegeszug über die Iberische Halbinsel und Afrika konnten die Römer es sich wohl nicht verkneifen, das wertvolle Stück Land des heutigen Cartagenas in „Cartago nova“, das neue Karthago, umzubenennen, nur dass hier nun die römische Flagge wehen sollte.

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