Ein Muss des Ausflugs zum Pantano de Elche ist ein Butterbrot mit Blick auf den Damm. Fotos: Stefan Wieczorek

Karawane zum Wüstensee

Elche - sw. Eine magische Aura umgibt den Pantano de Elche. Nicht unbedingt örtlich gesehen. Denn wa...

Elche - sw. Eine magische Aura umgibt den Pantano de Elche. Nicht unbedingt örtlich gesehen. Denn was man um den See herum sieht, ist nicht viel mehr als karges Wüstenland. Aber eben deshalb, weil der Stausee mitten in dieser scheinbaren Leere ruht, wirkt er so besonders, fast nicht real. Wenn man ihn von einem Feldweg aus von weitem erblickt, möchte man sich die Augen reiben. Ist es nicht doch eine Fata Morgana? Aber nein, der See ist real, und sein Besuch lohnt sich. Auch deshalb, weil das Rathaus von Elche und die Provinzverwaltung ihn für 600.000 Euro mit einer niegelnagelneuen, insgesamt acht Kilometer langen Route aufgepeppt haben. Dank Wegweisern und Schildern finden jetzt nicht mehr, wie einst, nur Eingeweihte zu ihm. Und wenn sie da sind, können sie etwas vollbringen, was an Magie grenzend klingt: auf dem Wasser des Pantano laufen. Wie? Dazu gleich. Kein Wunder ist jedenfalls, dass sich neuerdings an den Feiertagen und Wochenenden Menschenmengen zum Pantano aufmachen. Bei der Kulisse, die mit den Palmen und dem Sand an den Orient erinnern lässt, wirkt das Ganze wie eine Karawane aus Tausendundeiner Nacht. Sich hypnotisieren lassen Den dünnen Strom des Vinalopó entlang geht es mal auf der einen, mal auf der anderen Uferseite, während die Palmen Spalier stehen. Dabei verleihen sie, so weit außerhalb des Zentrums, Elche als Stadt der Palmen nochmal ein ganz anderes Gesicht. Wie gesagt, der Strom ist dünn, sodass die bunte Masse aus Menschen ihm den Rang als Fluss fast wegnimmt. Breit wird der Vinalopó erst oben, hinter der gewaltigen Staumauer mit dem Wasserfall, von dem sich die Besucher reihenweise hypnotisieren lassen. Aus dem 17. Jahrhundert Konstruiert wurde die gewaltige hydraulische Anlage vor langer Zeit, im 17. Jahrhundert, just nach dem Pantano in Tibi, der damals einer der bedeutenden Stauseen in Europa war. Auch sein Nachfolger in Elche war ein Werk großer Ingenieurskunst – als erster Damm mit gebogener Form in Europa seit der Römerzeit. Die Baumeister profitierten am Standort von der günstigen Struktur eines Vorgebirges und legten das Becken an, in welches über Barrancos (Schluchten) das Wasser aus der Sierra herabströmte.

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